Während sich die Chinesin lediglich eine Schnittwunde zuzog, wurde Timmer auf einer Trage von der Bahn gebracht und musste ins Krankenhaus. Die Niederländerin war mit beiden Beinen unter die Bandenbegrenzung gerutscht.
"Das ist die große Problematik bei diesen Banden. Das ist leider nicht das erste Mal, dass ein solcher Unfall vorkommt", sagte Helge Jasch, Teamchef der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG).
Die erste Diagnose am Freitag - nach ersten Röntgenaufnahmen im Krankenhaus von Heerenveen war von einer Verstauchung mit einem Bänderanriss gesprochen worden - bestätigte sich nicht, denn die dreimalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin hat sich doch weit schwerer verletzt als ursprünglich angenommen: Bei einer Kernspintomografie am Sonntag stellten die Ärzte bei der 35 Jahre alten Niederländerin drei Brüche im linken Fersenbein sowie zwei Bänderrisse fest.
Damit kann Timmer die Winterspiele im Februar in Vancouver abhaken. Sie wollte in Kanada eigentlich ihre Karriere beenden. "Wir sind schockiert. Nach ihren Verletzungen in der vergangenen Saison hat sie sich zielstrebig auf Vancouver vorbereitet und war wieder gut in Form. Sie muss nun zwölf Wochen pausieren. Das ist das Olympia-Aus. Ob es das Karriereende ist, kann ich noch nicht sagen. Es ist tragisch", sagte ihr Trainer Jac Orie sichtlich betroffen.
Das Rennen wurde nach einer halbstündigen Unterbrechung fortgesetzt. Wolf triumphierte in 37,93 Sekunden trotz zweier Fehler vor ihrer Erzrivalin Wang Beixing aus China (38,19). "Mit zwei solchen Patzern trotzdem zu gewinnen, gibt mir natürlich Selbstvertrauen. Jedenfalls weiß ich jetzt, dass ich in der Vorbereitung alles richtig gemacht habe", erklärte Wolf.
Durch ihren zweiten Sieg im dritten Weltcupsprint der Saison übernahm Wolf mit 280 Punkten auch die alleinige Führung in der Gesamtwertung vor Wang (260), die vor einer Woche das erste Rennen in Berlin vor Wolf gewonnen hatte.

Neben Wolf hatte im deutschen Lager auch die neue Olympia-Hoffnung Stephanie Beckert Grund zur Freude. Die 21-jährige Erfurterin gewann die 3000 Meter in 4:05,23 Minuten und sorgte mit ihrem ersten Weltcuperfolg für eine Riesen-Überraschung. Auf den Plätzen landeten 5000-Meter-Weltmeisterin Marina Sablikova (Tschechien/4:05,68) und Beckerts Trainingsgefährtin Daniela Anschütz-Thoms (4/4:05,73). Vor einer Woche hatte das Duo Beckert/Anschütz-Thoms in Berlin noch die Plätze drei und vier belegt.
Bei den Herren hat Weltmeister Shani Davis die Konkurrenz deklassiert und auch das zweite 1500-m-Rennen der Saison gewonnen. Eine Woche nach seinem Erfolg in Berlin verwies der Weltrekordler aus den USA in neuer Bahnrekordzeit von 1:44,48 Minuten den Norweger Havard Bökko (1:45,57) und Stefan Groothuis aus den Niederlanden (1:45,74) mit über einer Sekunde Vorsprung auf die Plätze. Er unterbot dabei die alte Bestmarke auf der Strecke durch den Niederländer Erben Wennemars vom 10. Februar 2007 gleich um 0,71 Sekunden.
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