Im zweiten 500-Meter-Rennen revanchierte sich die Weltrekordlerin für die samstägliche Niederlage und verwies Vortagssiegerin Wang Beixing (China) in die Schranken. In 37,52 Sekunden verbesserte sie ihren Bahnrekord um 0,23 Sekunden, verpasste ihren inoffiziellen Flachland-Weltrekord aber um 1/100 Sekunde und verhinderte zugleich den ersten Weltcup ohne deutschen Sieg seit 18 Monaten.
Folglich ließ sie sich auch von den über 1000 Zuschauern gebührend feiern. "Das war sensationell. Heute lief es perfekt vom Start bis ins Ziel. Zuvor hätte ich das gar nicht gedacht, denn ich war sehr nervös", gestand die 30-Jährige. Tags zuvor hatte sich die Seriensiegerin der Vorsaison (10 Siege in 13 Rennen) noch der Dauer-Rivalin geschlagen geben müssen. "Jetzt weiß ich: Wenn mir so ein Rennen gelingt wird es schwer für die anderen zu gewinnen", meinte sie zuversichtlich.
Noch nicht richtig fit dagegen ist Anni Friesinger-Postma, die nach dem bösen Dämpfer mit Platz 15 über 1000 Meter am Sonntag über 1500 Meter zwar ein besseres Ergebnis vorweisen konnte, mit Platz sieben wohl aber nicht zufrieden sein wird. "Ich habe in Knie und Knöchel gleich zwei Bremsen: Vielleicht war der Einstieg etwas zu früh", spekulierte sie und räumte nach dem schlechtesten Saisonstart ihrer Karriere zugleich ein: "Dass ich so weit hinten bin, hätte ich nicht gedacht." Dennoch schöpfte sie neuen Mut: "Mit der Zeit bin ich nicht zufrieden, mit der Platzierung in den Top acht schon." Ihr aus den Niederlanden angereiste Ehemann Ids Postma meinte: "Von nun an kann es nur bergauf gehen."

Ihre Bilanz sieht somit durchwachsen aus. "Die Leiter nach Vancouver ist noch sehr lang, die Stufen sind sehr weit auseinander. Aber die erste habe ich jetzt genommen", erklärte sie. Der Sieg über 1500 Meter ging wie schon über 1000 Meter an die Kanadierin Christine Nesbitt, die Friesingers Bahnrekord von 1:55,54 einstellte.
Weitere Olympia-Tickets buchten neben Wolf und Friesinger die Berlinerin Monique Angermüller (7./1000 m) sowie die Erfurterinnen Stephanie Beckert (3./3000 m) und Daniela Anschütz-Thoms (4. 3000/8. 1500 m). "Das ist für mich heute so wie ein Sieg. Ich habe mein erstes Ziel erreicht und musste die ersten Freudentränen verdrücken", jubelte Angermüller.
Beckerts Bruder Patrick hingegen sorgte beim Sieg von Rekord-Weltmeister Sven Kramer (Niederlande/6:14,69) über 5000 Meter für eine Überraschung. Der 19-Jährige steigerte in 6:32,50 seine Bestzeit um mehr als fünf Sekunden und schaffte die "halbe" Olympia-Norm. Dies gelang auch dem WM-Achten Marco Weber (München), der als bestem Deutscher Platz 13 belegte.
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