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22.10.2009, 23:52

Brisante Erkenntnisse zum Auftakt der Anhörung

Der "Fall Pechstein" kann dauern

Die Anhörung im Fall Claudia Pechstein hat eine brisante Erkenntnis gebracht: In den vergangenen Jahren sind zwölf weitere Eisschnellläufer mit erhöhten Retikulozyten-Blutwerten über drei Prozent getestet worden. Dies wurde bei der Anhörung zum Präzedenzfall Pechstein vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS am Donnerstag bekannt. "Das musste der Weltverband ISU auf unsere Anfrage bestätigen. Aber laut ISU interessiere nicht allein der Wert, sondern das Muster", erklärte Pechsteins Anwalt Christian Krähe am Donnerstag in Lausanne.

Claudia pechstein bei der Anhörung vor dem CAS in Lausanne
Claudia pechstein bei der Anhörung vor dem CAS in Lausanne.
© picture-allianceZoomansicht

Die Hoffnungen der Olympiasiegerin auf eine schnelle Wettkampf-Rückkehr hatte zuvor CAS-Generalsekretär Matthieu Reeb gedämpft, derdie Möglichkeit einer Hängepartie andeutete: "Das Urteil wird einige Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern", sagte Reeb wenige Stunden nachdem Pechstein in weißer Bluse und schwarzer Weste erstmals vor die CAS-Richter getreten war.

Im Falle eines Freispruchs hatte Pechstein auf einen Start bei den deutschen Meisterschaften (30. Oktober) gehofft. Die Anwälte der Berlinerin gehen weiter von einem Richterspruch in der kommende Woche aus. "Wir sind ganz optimistisch", erklärte Anwalt Simon Bergmann nach dem ersten Tag, bei dem es zwischen den fünf Experten des Eislauf-Weltverbandes ISU und den drei Gutachtern vonseiten Pechsteins und der Deutschen Eisschnelllauf- Gemeinschaft DESG einen Schlagabtausch über die Möglichkeiten der körpereigenen Produktion von Retikulozyten, der Vorstufe der roten Blutkörperchen, gegeben hatte.

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Fünf Stunden "hochwissenschaftliche Diskussion"

Die Berliner Eisschnelllauf-Olympiasiegerin ist Hauptdarstellerin im spektakulärsten Sport-Prozess des Jahres. Im edlen Chateau de Bethusy unweit des Genfer Sees versucht die 37-Jährige vor dem CAS ihre Sperre wegen auffälliger Blutwerte rückgängig zu machen. Beim zweiten Verhandlungstag am Freitag von 8.30 Uhr an wollen ihre Anwälte die Verfahrensfehler der ISU in den Mittelpunkt stellen. DESG-Präsident Gerd Heinze bezeichnete den insgesamt fünfstündigen Auftakt als "hochwissenschaftliche Diskussion". Die ISU sei sehr gut vorbereitet, berichtete er.

Pechstein war am Vortag noch einmal mit einer Erkenntnis aus wissenschaftlichen Studien an die Öffentlichkeit gegangen, wonach die erhöhten Blutwerte von einer Hämolyse-Krankheit stammen könnten und somit nicht auf Blut-Doping zurückzuführen seien. Anders sehen das die Fachleute von der ISU, die in Lausanne durch den Vorsitzenden der Rechtskommission, dem Tschechen Gerhardt Bubnik, und Chef-Mediziner Harm Kuipers vertreten ist. "Wir vertrauen darauf, dass wir unsere Arbeit richtig gemacht haben", sagte Kuipers.

22.10.09
 
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