Das Stadion kochte, die Spieler flippten aus und der deutsche Debütant hatte gleich doppelten Grund zur Freude. Mit dem hart erkämpften 25:24-Heimsieg seiner Patriots trug sich Sebastian Vollmer am Montagabend (Ortszeit) als vierter Deutscher in die Geschichtsbücher der NFL ein. "Es ist ein gutes Gefühl, vor allem, weil wir am Ende noch gewonnen haben. Die Atmosphäre war toll, die Fans super, für mich ein beeindruckendes erstes NFL-Spiel", sagte der 25-Jährige, der zwar nicht im Starting Team stand, aber von der Bank zu seinem ersten Einsatz kam.
Bis 2:10 Minuten vor dem Ende sah es für den ehemaligen Akteur der Düsseldorf Panther noch nach einem Debüt-Debakel aus. Außenseiter Buffalo führte beim Titelanwärter überraschend mit 24:13. Ein Touchdown von Fred Jackson knapp fünfeinhalb Minuten vor Schluss hatte die Partie scheinbar schon zugunsten der Bills entschieden. Die Zuschauer in der mit 68.756 Zuschauern ausverkauften Arena verließen bereits das Stadion. Sie verpassten einiges.
Denn dann übernahm Tom Brady. Der Quarterback der Patriots, der sich am ersten Spieltag der vergangenen Saison einen Kreuzbandriss zugezogen und die komplette Spielzeit verpasst hatte, führte sein Team in den letzten zwei Minuten mit zwei präzisen Touchdownpässen auf Benjamin Watson doch noch zum Sieg. Tragische Figur bei den Bills war Leodis McKelvin, der nach dem ersten der beiden Touchdowns den Ball beim anschließenden Kickoff per Fumble verlor.

"Ich habe definitiv daran geglaubt, dass wir noch gewinnen. Man darf nie aufgeben. Wenn man so einen Quarterback wie Tom Brady hat, ist nichts unmöglich", meinte Vollmer, der die entscheidenden Szenen gespannt vom Spielfeldrand verfolgte. Er hatte bei seiner Einwechslung in der 21. Minute die deutsche Durststrecke in der NFL nach 1360 Tagen beendet. Zuletzt hatte Defensive End Constantin Ritzmann an Heilig Abend 2005 für die Atlanta Falcons auf dem NFL-Rasen gestanden.
„Ich habe noch jede Menge Adrenalin im Körper und muss erstmal runter kommen. Ich glaube, mit dem Einschlafen wird es nicht so einfach.“Sebastian Vollmer nach seinem gelungenen NFL-Debüt
Vollmer führte sich als Left Tackle gleich gut ein. Nur zwei Minuten nachdem er ins Spiel gekommen war, gelang Running Back Fred Taylor der erste Touchdown für die Patriots zum 7:7. Shawn Nelson hatte Buffalo zuvor mit einem Touchdown in Führung gebracht. Als Patriots-Kicker Stephen Gostkowski unmittelbar vor der Halbzeit per Field Goal auf 10:14 verkürzte, war Vollmer ebenfalls auf dem Feld. "Ich denke, meine Leistung war ganz gut, ich habe das gemacht, was ich machen sollte - meine Gegner geblockt", sagte Vollmer, der nur ein Problem zu bewältigen hatte: "Ich habe noch jede Menge Adrenalin im Körper und muss erstmal runter kommen. Ich glaube, mit dem Einschlafen wird es heute nicht so einfach."
Im zweiten Monday Night Game setzten sich die San Diego Chargers 24:20 bei den Oakland Raiders durch. Ein Touchdown von Darren Sproles entschied die Partie 2:16 vor Schluss für die Gäste, die erst spät im letzten Viertel zum ersten Mal in Führung gegangen waren. Zuvor hatten Louis Murphy und Michael Bush für die Raiders sowie Vincent Jackson und LaDainian Tomlinson für San Diego das Ei in die Endzone getragen.
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