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06.08.2009, 18:40

Eisschnellläuferin will Langzeittests durchführen lassen

Pechstein verteidigt sich gegen Dopingvorwürfe

Claudia Pechstein hat sich auf einer Pressekonferenz gegen die Doping-Vorwürfe vehement gewehrt. Die erfolgreiche Eisschnellläuferin will mit einer freiwilligen Langzeitkontrolle durch die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA sowie einer auf Verfahrensfehler zielenden Verteidigungsstrategie um ihre Glaubwürdigkeit kämpfen. Den Vorwurf des Blutdopings konnte sie jedoch nicht entkräften.

Ralf Grengel und Claudia Pechstein
Streitpunkt Retikulozyten-Werte: Manager Ralf Grengel und Claudia Pechstein gaben auf der Preassekonferenz Aufschluss.
© imagoZoomansicht

"Ich bin in den letzten Monaten durch die Hölle gegangen. Aber mittlerweile habe ich gelernt, mit der Situation umzugehen", erklärte Pechstein. Sie forderte eine Entschuldigung vom Weltverband ISU, der sie wegen überhöhter Retikulozyten-Werte für zwei Jahre gesperrt hat: "Die ISU zerstört vielleicht eine große Karriere. Das kann sie nie wiedergutmachen. Der Doping-Stempel haftet auf meiner Stirn."

Der Weltverband hatte Pechstein als erste Sportlerin anhand von Indizien gesperrt. Flankiert von zwei Doping-Experten sowie ihrem Anwalt Simon Bergmann und Manager Ralf Grengel schlug Pechstein eine sechswöchige Untersuchungsphase unter Leitung der NADA vor: "Eigentlich bin ich nicht in der Beweispflicht, aber ich möchte die Sache geklärt haben und stehe dazu bereit."

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Dadurch solle geklärt werden, dass die Schwankungen der Retikulozyten-Werte auf normale Ursachen zurückzuführen seien, so Grengel. Die NADA hält diesen Vorschlag aber für kaum durchführbar. "Personell, technisch und finanziell wären wir derzeit nicht in der Lage, eine mehrwöchige Untersuchung lückenlos durchzuführen", so NADA-Sprecherin Ulrike Spitz. Dopingexperte Professor Werner Franke gefällt hingegen der Vorschlag Pechsteins. "Wenn sie sich dabei im Training unterschiedlichen Belastungen aussetzt und die Blutwerte schwankend blieben, wäre das interessant."

Wirbel um die Barcodes

Das Lager von Pechstein erklärte außerdem, dass der ISU mehrere Verfahrensfehler unterlaufen sind. Außerdem sollen acht von 20 Trainingskontrollen, die als entscheidendes Beweismittel für das ISU-Schiedsgericht dienten, Barcodes enthalten, die nicht mit denen identisch sind, die Pechstein als Durchschlag erhalten hat. Der Barcode verschlüsselt den Namen des Sportlers. "Es sind nicht die Werte von Claudia Pechstein", sagte Grengel: "Das ist ein handfester Beweis dafür, dass die ISU mehrfach schlampig gearbeitet hat."

Anwalt Simon Bergmann ist zuversichtlich, dass der Internationale Gerichtshof (CAS) im Herbst zugunsten seiner Mandantin entscheidet. Bereits in der kommenden Woche soll über den Eilantrag zur Aussetzung der Sperre bis zur endgültigen Klärung entschieden werden. Doping-Analytiker Wilhelm Schänzer bezeichnete die Verteidigung als "gut aufgestellt. Sie greift in ihrer Ausrichtung die Retikulozyten-Werte an, die bekanntlich Schwankungen unterliegen. Man darf mit Interesse das Verfahren vor dem CAS abwarten", erklärte er gegenüber dem Nachrichtensender N24.

06.08.09
 
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