Ihr 20:17-Erfolg über die Green Bay Packers lässt die Bears weiter auf die K.o.-Phase der Saison hoffen. Der Vizemeister der vorvergangenen Spielzeit (Finalniederlage gegen Indianapolis) steht nun bei 9:6-Siegen und hat damit weiter beste Aussichten auf die Play-off. Bei einem Sieg in Houston am Sonntag ist der Divisiontitel in der NFC North noch drin. Dann muss Minnesota jedoch zu Hause gegen die Giants verlieren. Als Divisionzweite hätte Chicago aber auch noch Chancen auf eine Wildcard. Kicker Robbie Gould sicherte den wichtigen Erfolg in der Verlängerung mit einem Kick aus 38 Yards Entfernung. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit blockte Alex Brown einen Kick von Packers-Schütze Mason Crosby und verhinderte eine schmerzvolle Niederlage in diesem prestigeträchtigen Duell.
Die Atlanta Falcons hatten tags zuvor ihre Partie mit 24:17 gegen die Minnesota Vikings gewonnen und die Chancen der Bears erhöht. Atlanta, das Team um Rookie-Quarterback Matt Ryan, profitierte selbst von der Niederlage der Tampa Bay Buccaneers gegen die San Diego Chargers (24:41) und zog in die Play-offs ein. Damit ist den Falcons Rang zwei in der NFC South sowie Platz sechs in der NFC-Conference nicht mehr zu nehmen.

Die Falcons sind damit eine der großen Überraschungen der Saison. Nach dem Aus für Star-Quarterback Michael Vick im Jahr 2007 wegen illegaler Hundewettkämpfe sowie dem Abgang von Headcoach Bobby Petrino zu Beginn dieses Jahres rechneten die Experten mit einer schwierigen Saison, doch der erst 23-jährige Matt Ryan spielte groß auf und führte sein Team nun erstmals seit 2004 wieder in die Play-offs.
Dorthin will auch das zweite Überraschungsteam. Denn nach einer katastrophalen Saison 2007 mit einer Bilanz von 1:15 können die Miami Dolphins nun sogar den Sprung in die Play-offs schaffen. Die Floridianer ließen sich auch von eisigen Temperaturen nicht stoppen und gewannen bei den Kansas City Chiefs mit 38:31. Da die New York Jets mit 3:13 gegen die Seattle Seahawks verloren, steht nun am kommenden Wochenende ein echtes Endspiel in der AFC East an. Der Sieger der Partie hat die Chance, die Division zu gewinnen, vorausgesetzt, die New England Patriots spielen mit. Der dreimalige Super-Bowl-Champion fertigte im heimischen Stadion die Arizona Cardinals mit 47:7 ab.
Ein Endspiel steht auch in der AFC East zwischen den San Diego Chargers und den Denver Broncos an. Die Broncos vergaben mit dem 23:30 gegen die Buffalo Bills auch den zweiten Matchball in Folge, die Chargers wahrten ihre Chance mit einem 41:24 über die Tampa Bay Buccaneers. Der Sieger des direkten Vergleichs in der kommenden Woche wird in die Play-offs einziehen.
Und wie stehen die Chancen der anderen Teams? Die Minnesota Vikings benötigen wie erwähnt einen Sieg, um sich den Titel in der NFC-North endgültig zu sichern und Chicagos Ansturm abzuwehren. Allerdings geht es gegen den amtierenden Super-Bowl-Champion New York Giants. Und die Baltimore Ravens haben mit einer Bilanz von 10:5 in der AFC North ebenfalls noch alle Trümpfe in der Hand. Ebenso die Dallas Stars, die mit einem Sieg in Philadelphia sicher in den Play-offs. sind. Eng wird es dagegen für die Tampa Bay Buccaneers und die Philadelphia Eagles. Das Duo ist jeweils auf die Ergebnisse anderer Partien angewiesen.

Die Tennessee Titans fanden nach zuletzt zwei Niederlagen wider in die Erfolgsspur zurück und sicherten sich durch das 31:14 gegen die Pittsburgh Steelers den Heimvorteil für die Play-offs.
Am anderen Ende des Tableaus sorgten die Detroit Lions für einen Eintrag in die NFL-Geschichtsbücher. Nach dem 7:42 gegen die New Orleans Saints weist das Team aus der Autostadt eine Bilanz von 0:15 auf. Dies gab es bisher noch nie. Bei den Saints geht es eigentlich um nichts mehr, lediglich Quarterback Drew Brees hat noch Großes vor. Nach seinen 351 Yards im Ford Field fehlen ihm nun noch 402 Yards, um den NFL-Rekord von Dan Marino aus dem Jahr 1984 zu brechen. Die Dolphins-Legende führt mit 5084 Yards die Liste an, Brees steht nun bei 4683 Yards. Bereits zweimal konnte er in dieser Saison über 402 Yards erzielen. Unmöglich ist ein neuer Rekord also nicht.
Durch die 24:33-Niederlage im letzten Heimspiel im Texas Stadium weisen die Cowboys lediglich noch eine 9:6-Bilanz auf, das wird wohl kaum reichen, um eine der Wildcards in der NFC zu holen. Den fünf Meistertiteln der Klubgeschichte können Spielmacher Tony Romo und seine Teamkollegen also aller Voraussicht nach keinen weiteren hinzufügen.
Nutznießer der Cowboys-Pleite waren die Carolina Panthers. Obwohl sie gegen die New York Giants mit 28:34 unterlagen, ziehen sie neben den Atlanta Falcons als zweiter Teilnehmer der NFC South in die Play-offs ein.
Bereits vorher standen die New York Giants, die Indianapolis Colts, die Pittsburgh Steelers, die Tennessee Titans und die Arizona Cardinals als Play-off-Teilnehmer fest.
All die Feierlichkeiten um den Abschied vom alten Stadion sollten die Cowboys eigentlich inspirieren. Zahlreiche ehemalige Stars wie Michael Irving und Emmit Smith gaben sich die Ehre, ein Feuerwerk wurde gezündet. Doch auf dem Platz zeigten die Ravens mehr Esprit. Der Genickbruch für die Cowboys waren vor allem die beiden langen Touchdown-Läufe von Le'Ron McClain (77 Yards) und Willis McGahee (82 Yards) in der zweiten Hälfte. Es war das erste Mal in der NFL-Geschichte, dass ein Team in direkt aufeinanderfolgenden Offensiv-Spielzügen mit Läufen über 75 Yards die Endzone erreichte.
Hinzu kamen vier Field Goals von Baltimores Kicker Matt Stover. "Wir haben ihnen den Tag vermasselt", sagte McGahee hernach stolz. "Es war wohl das beste Konzert aller Zeiten hier in Irving." Die Ravens waren zum ersten Mal überhaupt in dieser Spielstätte zu Gast.

Die wenigen Glanzlichter der Cowboys - der schwache Romo fand Terrell Owens und Jason Witten mit Pässen in die Endzone - reichten nicht mehr, um das Spiel noch zu drehen. Die Ravens hatten den längeren Atem, sie schielen nun weiterhin auf den noch offenen sechsten Play-off-Platz in der AFC. Ein Heimsieg gegen Jacksonville am kommenden Wochenende ist dazu Pflicht.
Die Niederlage schockte die heimischen Fans, nur noch die Hälfte der 63.800 blieb bei frostigen Temperaturen, um die Abschlusszeremonie in Irving zu bestaunen. Die fünf Meister-Fahnen wurden aus luftiger Höhe geholt, ebenso das Banner, das von Emmitt Smiths NFL-Rushing-Rekord zeugt. Sie werden im neuen Stadion in Arlington, das 100.000 Menschen Platz bieten wird, wieder unterm Stadiondach aufgehängt werden. Seit 1971 hatte Dallas im Texas Stadium eine Bilanz von 213:100 hingelegt.
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