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04.02.2008, 04:35

Super Bowl XLII: 17:14 für New York

Eli zaubert, Giants triumphieren!

Der Super Bowl XLII geht an den Außenseiter! Die New York Giants gewinnen in Glendale, Arizona, gegen den bis dahin ungeschlagenen Topfavoriten New England Patriots nach einem dramatischen Finale mit 17:14. Es war eines der spannendsten Endspiele in der NFL-Geschichte. Und die Pats verpassten nach 18 Siegen in Folge die erste perfekte Saison nach den Miami Dolphins 1972. Plaxico Burress machte den New Yorker Triumph in der Schlussminute nach einem Pass von Eli Manning perfekt.

Super-Bowl-Sieger: Eli Manning und Trainer Tom Coughlin
Super-Bowl-Sieger: Trainer Tom Coughlin und sein Star, Eli Manning, feiern den Erfolg.
© imagoZoomansicht

Für die Giants war es der dritte Triumph nach 1987 und 1991. New England verpasste den vierten Erfolg seit 2002 um Haaresbreite. Es mutet beinahe tragisch an, dass diese über die komplette Saison so grandios aufspielende Mannschaft kurz vor dem Erreichen des großen Ziels noch gestoppt wurde. Aber die Giants hatten schon am letzten Spieltag der regulären Saison bei einer unglücklichen 35:38-Heimniederlage gezeigt, dass New England in Reichweite liegt. Und auswärts waren die Giganten in dieser Spielzeit sowieso einmalig. Der Triumph im mit 75.000 Zuschauern ausverkauften University of Phoenix Stadium war der elfte Sieg in der Fremde in Reihe - Ligarekord!

"Es war nicht immer schön", sagte Giants-Headcoach Tom Coughlin nach dem Finale und traf den Nagel auf den Kopf. Doch hochspannend allemal. Und: "Wir sind die besten der Welt!", schrie Defensive End Michael Strahan nach einer wahren Energieleistung heraus. Die Abwehr hatte den Grundstein gelegt und die über die Saison hinweg offensiv so unwiderstehlichen New England Patriots gestoppt. Der 36-jährige Strahan trieb die Abwehr in seinem 15. Profijahr immer wieder zur Jagd auf Tom Brady an - mit Erfolg. Gleich fünf schmerzvolle Sacks musste Brady einstecken. Sein Kontrahent Eli Manning hob die New York Giants auf den NFL-Thron und folgte seinem großen Bruder Peyton, der im Vorjahr die Indianapolis Colts gegen die Chicago Bears zum Erfolg in Miami geführt hatte. Und wie Peyton wurde auch Eli zum wertvollsten Spieler ernannt.

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NFL
Super Bowl XLII
New York Giants
Der Außenseiter im Freudentaumel

Nach ihrem Last-Minute-Sieg über die favorisierten New England Patriots kannte der Jubel bei den New York Giants keine Grenzen.
© imago

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Zehn-Minuten-Drive zum Auftakt

Zum Spielverlauf: In der ersten Spielhälfte fehlten die richtigen Glanzlichter, aber spannend war die Partie schon hier. Die Giants hatten den Coin Toss, die Platzwahl, gewonnen und sich für Ballbesitz entschieden. Und das Ei wollte der Außenseiter erst einmal nicht mehr hergeben. Eli Manning führte sein Team fast über das ganze Feld, mixte Pass- und Laufspiel ausgewogen. Allein, es reichte nicht zum Touchdown. Der Zehn-Minuten-Drive gekrönt von einem kurzen Field Goal Lawrence Tynes' nötigte dennoch jede Menge Respekt ab.

Tom Brady hatte im Gegenzug die passende Antwort parat, benötigte nur fünf Minuten, um den einzigen Touchdown vor der Pause herbeizuführen. Mitentscheidend war die Pass Interference von Antonio Pierce in der Endzone gegen Tight End Benjamin Watson - das Ei wurde auf der 1-Yard-Linie platziert. Running Back Lawrence Maroney hatte danach wenig Probleme mit dem Touchdown-Lauf. 7:3. Dabei blieb es bis zur Pause, weil die Quarterbacks von den gegnerischen Abwehrreihen extrem unter Druck gesetzt wurden. Vor allem Superstar Tom Brady - in Hälfte eins auf 82 Yards limitiert - bekam den Atem der Strahans & Co. immer wieder zu spüren, kassierte zwei Sacks und ein Fumble. Eli Manning musste eine Interception hinnehmen, weil Wide Receiver Steve Smith in der "Red Zone" den Ball fallen ließ und Pats-Cornerback Ellis Hobbs überlassen musste.

Die Quarterbacks

Spieler Pässe (kompl./ges.) Yards TD INT
Eli Manning 19/34 255 2 1
Tom Brady 29/48 266 1 0


Das dritte Viertel begann, wie das zweite geendet hatte. Bärenstarke, aggressive Abwehrreihen waren zu bestaunen. Und die Spannung stieg weiter. Wenn die beiden Spielmacher erfolgreich waren, dann meist mit kurzen Pässen. Die beiden Star-Receiver Randy Moss (Patriots) und Plaxico Burress (Giants) hatten kein Glück oder wurden erst gar nicht gesucht. Ein Pass-Spielzug von Manning auf Tight End Kevin Boss riss dann ein riesiges Loch in die Pats-Abwehr und die Giants-Fans zu Begeisterungsstürmen hin. Erst nach 45 Yards konnte der bullige Ballfänger gestoppt werden. Und Manning legte nach, fand Steve Smith (17 Yards) und schließlich in der Endzone David Tyree (5 Yards) zum ersten Touchdown für den Underdog. 10:7, elf Minuten vor Schluss, das hatten nur wenige Experten für möglich gehalten.

Vince-Lombardi-Trophy
Zum dritten Mal nach 1987 und 1991 geht die Vince-Lombardy-Trophhy an die Giants.
© dpa

Es folgte ein erfolgloser Drive der Patriots, aber auch die Giants brachten trotz zweier guter Chancen keinen First Down zu Stande. Acht Minuten vor Schluss übernahm dann wieder Tom Brady das Ruder - enorm unter Druck. Doch der 30-jährige Liga-MVP hielt Stand. Mit einem ausgesprochen variablen Passspiel trieb er die Pats vorwärts. Welker, Faulk, Moss, wieder Wes Welker, der Catch um Catch sammelte und den NFL-Bestwert (elf gefangene Bälle) einstellte. Moss, der mit 23 Touchdowns ebenfalls einen Ligarekord aufgestellt hatte, dann aber in den Play-offs enttäuschte, fing den Pass aus sechs Yards Entfernung unbedrängt in der Endzone - 14:10!

Manning magisch - Burress hält Wort

Nun hatte Eli Manning wieder den Schwarzen Peter in der Hand. Zweieinhalb Minuten und drei Auszeiten standen ihm noch zur Verfügung. Es wurde ein nahezu magisches Comeback! Vor allem eine Szene wird in die Annalen eingehen. 75 Sekunden waren noch auf der Uhr, dritter Versuch und fünf Yards für die Giants: Druck auf Manning, an dem gleich mehrere Abwehrspieler dran sind. Doch der 27-Jährige dreht sich, windet sich heraus und schleudert das Ei im letzten Moment noch hoch nach vorn. Und dort gelingt David Tyree sein zweites Big Play an diesem Abend. Zwischen Hand und Helm klemmt er das Spielgerät hart bedrängt fest - bei der Landung hält er es in beiden Händen und macht den 32-Yard-Spielzug perfekt.

Wenig später löste Manning dann auch noch eine 3.-und-11-Situation auf, fand Steve Smith an der Seitenlinie. Der Weg war bereitet für den entscheidenden 13-Yard-Pass auf Plaxico Burress. Der 1,98-Meter-Mann hatte also doch noch seinen Auftritt, nachdem er im Vorfeld vollmundig einen Sieg prognostiziert hatte. 17:14! Es sollte reichen. Tom Brady gelang nicht noch ein Wunder an diesem elektrisierenden Football-Abend in Arizona.

04.02.08
 
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