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16.01.2008, 20:05

Conference-Finals: Pats und Packers favorisiert

Darauf hoffen die Underdogs

Ein Schritt fehlt noch. Ein Gegner muss noch aus dem Weg geräumt werden, damit die große Bühne am 3. Februar in Glendale, Arizona, betreten werden darf, Super Bowl XLII wartet. Die Karten sind verteilt, den New England Patriots werden die größten Chancen eingeräumt, alles andere als der Titelgewinn für Brady & Co. wäre eine große Überraschung. Die Green Bay Packers gelten als wahrscheinlicher Endspielgegner.

Tom Brady
Der Herr der Ringe: MVP Tom Brady hat schon drei Titel und blickt dem vierten entgegen.
© imago

Während New England im heimischen Foxborough die San Diego Chargers auf dem Weg zur AFC-Krone ausschalten muss, stehen den Packers die New York Giants gegenüber - ein Team, das wohl so recht keiner im NFC-Endspiel erwartet hätte. Die Außenseiter stehen im Blickpunkt unserer Halbfinal-Vorschau - worauf ruhen die Hoffnungen der Chargers und Giants?

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New England Patriots vs. San Diego Chargers

Sonntag, 21 Uhr MEZ, Gillette Stadium, Foxborough

Über Tom Brady, Rand Moss, perfekte Saisons und diverse Rekorde ist viel geschrieben worden. Nach vielen glanzvollen Vorstellungen werden die Pats nach Meinung wohl aller Experten auch die Hürde San Diego überspringen, am 2. Spieltag gelang ihnen dies spielend leicht mit 34:14. Im Viertelfinale der Vorsaison schlugen die Patriots San Diego in deren Stadion mit 24:21 - die Chargers waren als Team mit der besten Saisonbilanz (14:2 Siege) und damit favorisiert in ein Match gegangen, das für sie umso bitterer endete.

Philip Rivers
Status "Questionable": San Diegos Quarterback Philip Rivers hat sich am Knie verletzt und bangt noch.
© imagoZoomansicht

Zudem gibt es beim Gegner aus Kalifornien noch einige personelle Unwägbarkeiten auf absoluten Schlüsselpositionen. Quarterback Philip Rivers ist ebenso knieverletzt wie der im zweiten Jahr in Folge beste Running Back der NFL, LaDainian Tomlinson. Spielt Rivers, der beim überraschenden Triumph beim Meister in Indianapolis drei Touchdown-Pässe warf, stehen die Chancen auf eine respektable Punktausbeute nicht schlecht. Denn mit Wide Receiver Chris Chambers (970 Yards, 4 TDs) haben die Chargers eine Waffe in ihren Reihen, die seit Beginn der Play-offs von Vincent Jackson ergänzt wird. Jackson fing gegen Tennessee und Indianapolis das Ei je einmal in der Endzone und summierte zusammen stolze 207 Yards.

Ein Mix aus Tomlinsons Laufspiel - nach seiner Blessur wurde er bei den Colts wirkungsvoll durch Michael Turner (71 Yards) ersetzt - und einem variablen Passpiel kann zum Erfolg führen. Wird Tight End Antonio Gates (Zehenverletzung) rechtzeitig fit, steht ein weiterer brandgefährlicher Ballfänger (978 Yards, 9 TDs) zur Verfügung. Die Offensive wird gestützt durch Center Nick Hardwick. Die Line reißt Löcher für Tomlinsons Solos und hielt in den Play-offs Spielmacher Rivers wirkungsvoll den Rücken frei. Sollten Rivers, Tomlinson und Gates ausfallen, kommt es mehr denn je auf Taktikfuchs Norv Turner an, der sich aufgrund des gefüllten Lazaretts "sehr besorgt zeigte". Der Headcoach gilt als Meister seines Faches, wählt eigentlich immer die richtigen Spielzüge zur rechten Zeit aus. Seine Abwehr wird gekrönt durch Pro-Bowl-Linebacker Shawne Merriman, der es als "Libero" hinter der Abwehrlinie auf 12,5 Quarterback-Sacks unter der Saison brachte und Peyton Manning kurz vor Schluss derart unter Druck setzen konne, dass ein letztes Aufbäumen der Colts gestoppt wurde. Im Backfield vertrauen die Chargers vor allem auf Cornerback Antonio Cromartie - Pro-Bowl-Teilnehmer dank zehn Interceptions unter der Runde.

Packers-Anhang
Der Schnee kann ihnen nichts anhaben: Fans der Green Bay Packers.
© imago

Green Bay Packers vs. New York Giants

Montag, 0.30 Uhr MEZ, Lambeau Field, Green Bay

Auch die beiden NFC-Rivalen kreuzten am 2. Spieltag die Klingen, seinerzeit gewannen die Packers in New York mit 35:13. Zu diesem Zeitpunkt standen die Chancen der damals noch sieglosen Giants auf eine erfolgreiche Saison eher schlecht. Danach übertrafen die Spieler von Headcoach Tom Coughlin vor allem auswärts alle Erwartungen, gewannen in der Fremde neun Spiele in Folge. Verantwortlich für den Aufschwung sind insbesondere das viertbeste Laufspiel der Liga aber auch ein lange Zeit kritisierter Eli Manning. Der Quarterback wird stets mit seinem großen Bruder Peyton gemessen, nach dem Aus der Colts kann er nun endgültig aus dem Schatten heraustreten. Zwei starke Leistungen in Tampa Bay und Dallas führten sein Team ins NFC-Finale. "Ein Großteil der Kritik kam doch nur wegen seines Namens", nimmt ihn Center Shaun O'Hara in Schutz. "Aber er ist ein großartiger Spielmacher, vor allem wenn er unter Druck steht oder die Zeit davonläuft." Manning bewies dies kurz vor der Pause in Dallas, als er die Giants binnen 46 Sekunden über das Feld zum 14:14-Touchdown steuerte. Mit Plaxico Burress und Amani Toomer stehen ausgebuffte Ballfänger in den Giants-Reihen.

Plaxico Burress
Begehrtes Ziel für Eli Mannings Pässe: Die Hände von Wide Receiver Plaxico Burress.
© dpaZoomansicht

Zeigt Manning auch in Green Bay sein wahres Gesicht - unwirtliche Bedingungen wie beim Snow Bowl der Vorwoche zwischen den Packers und den Seahawks dürften ihm angesichts häufig stark wehender Winde in den heimischen Meadowlands nicht viel ausmachen -, kann es ein enges Spiel werden. Denn auf ihr Laufspiel werden sich die Giants sicher verlassen können. Brendan Jacobs (1009 Yards, 4 TDs) und sein Vertreter, Rookie Ahmad Bradshaw, sind ein brandgefährliches Duo.

Und auch die Abwehr lässt nicht zu wünschen übrig. Die Giants-Defensive-Line um Routinier Michael Strahan und Osi Umenyiora wird Brett Favre zu schaffen machen - sie führen die NFL mit 53 Sacks an. Im Backfield gibt es derweil einige Probleme. Die Cornerbacks Aaron Ross und Sam Madison, wichtige Säulen unter der Saison, sind verletzt. In Dallas sprang R.W. McQuarters mit der entscheidenden Interception in die Bresche. Die Giants-Defensive trägt in Green Bay große Verantwortung. Sie muss sowohl das Passspiel des zuletzt glänzend aufgelegten Favre (38) unterbinden als auch die Läufe des immer stärker werdenden Ryan Grant (201 Rushing Yards gegen Seattle), der in der Saisonvorbereitung noch im New Yorker Team stand.

16.01.08
 
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