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14.01.2008, 09:15

Divisional Play-offs: Giants überraschen Cowboys

Der Meister ist raus!

Die Halbfinalisten stehen fest. Zunächst setzten am Samstag sich die Favoriten durch - Green Bay und New England. Aber: Die Underdogs waren erwartet unbequeme Kontrahenten. Am Sonntag hatten dann die Außenseiter die Nase vorn. Titelverteidiger Indianapolis unterlag zu Hause gegen die San Diego Chargers, die Dallas Cowboys zogen gegen die New York Giants den Kürzeren.

Topfavorit New England Patriots konnte sich gegen die Jacksonville Jaguars auf Tom Brady verlassen. Ein nahezu perfektes Spiel des Quarterbacks führte zum 31:20-Sieg in Foxborough. Die Green Bay Packers lagen gegen die Seattle Seahawks früh mit 0:14 zurück, dann brach ein Schneesturm über dem Lambeau Field herein und am Ende stand ein 42:20 für die "Cheeseheads". Meister Indianapolis Colts unterlag am Sonntag zu Hause mit 24:28 gegen die San Diego Chargers, die nun im AFC-Endspiel auf die Patriots treffen. Während der große Peyton Manning also fortan zusehen muss, zog der kleine Eli mit den Giants durch ein 21:17 in Dallas ins NFC-Finale ein.

Green Bay Packers vs. Seattle Seahawks 42:20

Lambeau Field, Green Bay

Brett Favre
Eine weitere Vorstellung voller Esprit: Brett Favre (38) steht mit den Packers im NFC-Finale.
© imagoZoomansicht

Anfangs schien die Sonne über Wisconsin. Bei besten Bedingungen erwischten die Packers einen denkbar schlechten Start. Der zuletzt so starke Running Back Ryan Grant verlor das Ei gleich bei zwei seiner drei ersten Ballberührungen. Seattle antwortete mit schnellen Touchdowns durch Shaun Alexander und Bobby Engram - 14:0! Doch wer geglaubt hatte, der 25-jährige Grant würde in seinem ersten richtig wichtigen Spiel nun den Kopf hängen lassen, wurde eines besseren belehrt. Zunächst fand Spielmacher Brett Favre, der auf seinen Mentor Mike Holmgren, Trainer der Seahawks, traf, Greg Jennings aus 15 Yards Entfernung. Dann brach der Blizzard über Green Bay herein. Massen von Schnee verwandelten das Feld in eine Piste, ständig wurden die Markierungen mit Räumgeräten notdürftig freigehalten. Packers-Wetter. Grant-Wetter offenbar auch. Das Play-off-Greenhorn glich noch im ersten Viertel mit einem kurzen Lauf in die Endzone aus - 14:14 (NFL-Rekordergebnis für das erste Viertel). Erneut Greg Jennings nach einem 2-Yard-Pass Favres sowie Grant Mitte des zweiten Viertels drehten die Partie bei einem Field Goal von Seattle noch vor der Pause um (28:17).

Favre, der Schneemensch

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Es wurde nicht leichter für die Akteure. Doch Green Bay blieb in der Spur. Der 38-jährige Favre machte mit seinem dritten Touchdown-Pass, diesmal auf Brandon Jackson (13 Yards) alles klar. Browns zweites Feldtor sowie Grants 1-Yard-Run im vierten Viertel stellten den Endstand her. Favre läutete die Partie schließlich mit einem weiteren Treffer ein. Sein Schneeball verfehlte Donald Driver nicht. "Darauf habe ich seit 17 Jahren gehofft", gestand der Altstar hernach. "Den ganzen Tag habe ich das Wetter beobachtet und ein Schnee-Spiel herbeigesehnt, bei dem man das Feld nicht mehr erkennen kann." Der "Football-God" erhörte Brett Favre. Noch ein paar Zahlen: Favre war glänzend aufgelegt. 18 seiner 23 Pässe fanden den Mitspieler (173 Yards, drei TDs). Gegenüber Matt Hasselbeck konnte nicht mithalten (19/33, 194, 1/0). Enttäuschend war aber vor allem das bei diesen Bedingungen so wichtige Laufspiel der Seahawks - 28 Yards in der Summe wurden von den Packers um ein Vielfaches übertroffen. Allein schon der anfangs so unglückliche Grant avancierte mit 201 erlaufenen Yards und drei Touchdowns zum Matchwinner. Die 42-Punkte-Ausbeute war ebenso wie Grants Zahlen Play-off-Rekord für die Packers, die nun auf die New York Giants treffen und wiederum Heimrecht genießen.

New England Patriots vs. Jacksonville Jaguars 31:20

Gillette Stadium, Foxborough

Stallworth gegen Mathis
Abflug: Patriots-Wide-Receiver Donte Stallworth überspringt Rashean Mathis.
© dpaZoomansicht

Die Jaguars hielten lange mit in Foxborough. Nach ihrem Krimi mit Happy End in Pittsburgh traten David Garrard und seine Mitspieler hoffnungsvoll an beim Titelkandidaten Nummer eins, den New England Patriots. Am Ende reichte es jedoch nicht. Nach ausgeglichener erster Halbzeit (14:14) stellte Tom Brady für die Pats im dritten Abschnitt die Weichen. Begonnen hatte alles wie in Green Bay mit einer Führung des Außenseiters. Garrard fand Matt Jones aus acht Yards - 7:0 Jacksonville. Brady antwortete auf Benjamin Watson - 7:7. Im zweiten Viertel trug sich Patriots-Running-Back Laurence Maroney in die Schützenliste ein, Ernest Wilford fing für die Jags nach einem 95-Yard-Drive einen 6-Yard-Pass Garrards - 14:14. Pause.

Brady führte sein Team danach über 82 Yards, um mit einem 6-Yard-Pass auf Wes Welker abzuschließen. Es war ein denkwürdiger Trick-Spielzug. Brady täuschte einen schnellen Pass an, hatte jedoch den Ball hinter dem Rücken versteckt gehalten. Die Jaguars-Verteidiger verloren kurz den Überblick, den Brady und Welker behalten hatten. Das Touchdown-Wechsel-dich-Spiel konnte Jacksonville nun nicht mehr mithalten, weil Dennis Northcutt einen leichten Ball in der Endzone fallen ließ und einen weiteren Ausgleich verhinderte. Während Watson noch einen Brady-Pass in der Endzone fing, erzielten die Gäste aus Florida lediglich zwei Field Goals durch Josh Scobee. Am Ende unterlief Garrard dann noch eine Interception auf Patriots-Safety Rodney Harrison, dem dies im vierten Play-off-Spiel in Serie gelang.

Mr. Perfect Tom Brady!

Liga-MVP Tom Brady wurde seinem Ruf als bester Quarterback der Liga mehr als gerecht. Er brachte 26 von 28 Pässen an - eine Wahnsinnsquote von 92,9 %! Erst sein 17. Pass kam nicht an, die beiden Fehlwürfe sind den anvisierten Passfängern anzulasten. Drei Touchdowns und 262 Yards komplettierten das glänzende Bild, das der Freund von Topmodel Giselle Bündchen abgab. Und das, obwohl sein kongenialer Partner Randy Moss durch Doppel- und Dreifachdeckung fast komplett aus dem Spiel genommen wurde (ein Catch, 14 Yards). In dieser Form wird Tom Brady New England zum vierten Super-Bowl-Sieg führen. Doch er weiß auch: "Alle Zahlen der Vorrunde sind nichts wert, in den Play-offs zählt immer die Tagesleistung und ich hoffe, wir machen es besser als im Vorjahr." Laurence Maroney stand Brady mit 122 Yards und einem Touchdown wenig nach, während Jacksonvilles gefürchtets Running-Duo Fred Taylor und Maurice Jones-Drew gemeinsam nur 66 Yards zusammenbrachte. David Garrard hielt bestens dagegen. Der Jaguars-Spielmacher (22/33, 278, 2/1) fand bei zwölf der ersten 14 Pässe seinen Mann. New England trifft nun auf San Diego, im eigenen Stadion. Zehn Play-off-Heimsiege in Serie stellen derzeit den NFL-Bestwert.

Indianapolis Colts vs. San Diego Chargers 24:28

RCA Dome, Indianapolis

Philip Rivers
Erst abgefangen, dann drei Touchdowns: Philip Rivers stach Peyton Manning aus.
© imagoZoomansicht

Es war die erwartet enge Kiste für den Meister, die Indianapolis Colts hatten mit ihrem Angstgegner San Diego Chargers große Probleme. Und das, obwohl Quarterback Peyton Manning (33/48, 402 Yards, 3/2) loslegte wie die Feuerwehr und seine ersten 14 Pässe des Spiels für 165 Yards Raumgewinn anbrachte. Darunter war auch ein Touchdown-Pass auf Dallas Clark (25 Yards). Und Mannings Gegenüber Philip Rivers (14/19, 264 Yards, 3/1) leistete sich eine Interception, die Dinge schienen ihren Gang zu gehen. Doch dann schlichen sich Fehler ein bei den Colts. Star-Receiver Marvin Harrison verlor den Ball an die Kalifornier, und im nächsten Drive fand Rivers Vincent Jackson in der Endzone - 7:7. Aus 46 Yards Entfernung sorgte anschließend Adam Vinatieri mit seinem Field Goal für den 10:7-Pausenstand.

Doch die Chargers gaben keineswegs klein bei. Rivers leitete Hälfte zwei mit einem 30-Yard-Touchdown auf Chris Chambers ein. Dann ging es hin und her. Manning auf Reggie Wayne, Rivers auf Darren Sproles, wieder Manning auf Anthony Gonzalez. Drei weitere Touchdowns und es hieß 24:21 für Indy. Das Laufspiel der Gäste spielte keine allzu große Rolle. Nicht Superstar LaDainian Tomlinson sammelte die meisten Yards für San Diego - er musste mit einer Knieblessur auch frühzeitig raus -, sondern Michael Turner (71 Yards). Im vierten Viertel ersetzte Billy Volek den verletzten Rivers am Steuer bei San Diego. Und der Ersatzmann fügte sich gleich blendend ein, führte das Team mit drei Pässen bis in die Nähe der Endzone. Mit einem kurzen Lauf überquerte er schließlich selbst die Linie zum Touchdown, San Diego führte 28:24. Peyton Manning war gefordert. Nur noch viereinhalb Minuten waren zu spielen. Doch obwohl Manning noch zwei Versuche bekam, den Ball in die gegnerische Endzone zu steuern, scheiterte "Perfect Peyton" diesmal. Clark ließ einen einfachen Ball eine Minute vor dem Ende durch die Hände rutsche, aus war's! Ein zweiter Super-Bowl-Ring nach dem Erfolg im Vorjahr bleibt Manning also vorerst verwehrt. San Diego muss nun eine weitere hohe Hürde überspringen - New England auswärts!

Dallas Cowboys vs. New York Giants 17:21

Texas Stadium, Irving

Brandon Jacobs
Fand auch den Weg in die Endzone der Cowboys: Giants-Running-Back Brandon Jacobs.
© dpa

Gleich zweimal hatten die Cowboys die Giants in dieser Saison in die Schranken gewiesen, im eigenen Stadion in Irving sollte der Einzug ins Halbfinale und der erste Play-off-Sieg seit 1996 also kein Problem sein. Doch New York setzte die erste Duftmarke. Eli Manning (12/18, 163 Yards, 2/0), der zum dritten Mal in Folge eine starke Vorstellung bot und seine Kritiker zum Schweigen brachte, fand gleich in der Anfangsphase Amani Toomer, der den 52-Yard-Spielzug in der Endzone komplettierte. Die Texaner antworteten im zweiten Viertel - zunächst passte Tony Romo (18/36, 201 Yards, 1/1) auf Terrell Owens, wenig später rammte Marion Barber aus einem Yards Entfernung über die Linie zum 14:7. Doch noch Sekunden vor der Pause hatte die Achse Manning/Toomer nochmals Erfolg. Gleichstand zur Pause.

Nick Folks Field Goal gab Dallas einen knappen Vorsprung mit ins Schlussviertel. Doch da hatten die Giants das letzte Wort. Brandon Jacobs lief zum 21:17 in die Endzone, Cornerback R.W. McQuarters hatte die Gäste mit einem starken Punt Return in eine gute Feldposition gebracht. McQuarters brachte die Fans in Irving dann in den Schlusssekunden endgültig zum Schweigen, als er einen Pass von Romo in der Endzone abfing.

Romo hatte nicht seinen besten Tag erwischt. Sein Ferientrip nach Mexiko mit Freundin Jessica Simpson am vergangenen Wochenende hatte für kritische Stimmen gesorgt. Nach der Leistung gegen die Giants steht der unter der Saison so starke Quarterback nun in einem schlechten Licht. Zumal er auch im Vorjahr gegen Seattle nicht an sein Topniveau herankam. Defensive End Michael Strahan, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde, hatte mit der Giants-Abwehr Romo ständig unter Druck gesetzt. Das Team aus dem "Big Apple" steht nun erstmals seit 2000 im NFC Championship Game - nach dem insgesamt neunten Auswärtssieg in Serie. Nächste Station: Green Bay Packers, auswärts!

14.01.08
 
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