Super Bowl XLI, Miami: Chicago fordert Indianapolis
Colts sind klarer Favorit
Spricht man vom Super Bowl, werden in aller Regel neben den sportlichen Dingen vor allem Zahlen und Statistiken auf den Tisch gepackt. Ein paar Beispiele gefällig: Rund 14.500 Tonnen Kartoffelchips, 4.000 Tonnen Popcorn und 3,3 Milliarden Flaschen Bier sollen in den USA bereitstehen, wenn das Spiel über die Bühne geht. Gern genommen wird auch immer der Preis, den die großen Firmen für 30 Sekunden Werbung beim übertragenden Sender CBS berappen müssen. 2,6 Millionen Dollar sind es diesmal - ein "Freundschaftspreis". 1967 waren es noch 42.000 Dollar.
Tickets auf dem Schwarzmarkt kosten Minimum 2.000 Dollar, die Luxus-Loge muss dem Interessenten schon eine halbe Million wert sein. Und so werden es circa 140 Millionen US-Amerikaner vorziehen, das ganze Spektakel vor dem Fernseher zu verfolgen und ihre eigene Super-Bowl-Party zu veranstalten. Weltweit sind 232 Länder an die Übertragung angeschlossen.
Slideshow zum Thema
Die Spieler erhalten im Falle eines Sieges vergleichsweise bescheidene 75.000 Dollar Siegprämie - doch viel wichtiger ist natürlich der Ring, den sich jeder Akteur aus dem Gewinnerteam überstreifen darf.
Seit Tagen prägen Vorberichte über das Finale die Berichterstattung in den Medien. Neben einer Nachrichtenflut aus dem Lager der beiden Kontrahenten Indianapolis und Chicago wird auch stets mit Interesse verfolgt, welche Showgrößen für das Singen der Nationalhymne und die bombastische Halbzeitshow engagiert werden konnten. Die Hymne gibt Altstar Billy Joel zum Besten, in der Pause rückt dann Prince in den Mittelpunkt.
Zwei dunkelhäutige Cheftrainer
Und wer holt den Titel? Die Wettbüros sehen die Colts als deutlichen 6:1-Favoriten. Die Begegnung könnte demnach durchaus noch mehr sportliche Brisanz vertragen. Also wird nachgeholfen. Erstmals stehen sich beispielsweise mit Tony Dungy (Colts) und Lovie Smith (Bears) zwei dunkelhäutige Cheftrainer gegenüber, die sich zudem aus gemeinsamer Zeit bei den Tampa Bay Buccaneers vor rund zehn Jahren kennen und schätzen. "Wir können allen zeigen, dass wir Afroamerikaner in Amerikas Sportart Nummer eins auch Erfolg haben. Dieses Zeichen ist das Wichtigste für alle Farbigen in unserem Land", sagt Dungy. Der NFL wird nicht selten vorgeworfen, nach dem Motto "Schwarz schuftet, Weiß kassiert" zu funktionieren. So verdient der Assistenztrainer der Miami Dolphins, Dom Capers - ein Weißer -, doppelt so viel wie Smith im "Driver's Seat" der Bears. Auch 2007 sind alle Teambesitzer in der NFL nach wie vor Weiße.
Auf dem Platz soll dann Peyton Manning in den Blickpunkt rücken - der Star-Quarterback der Colts, dem zwar immer nachgesagt wird, zu versagen, wenn es darauf ankommt, der jedoch sein Team im Halbfinale gegen New England zu einem beeindruckenden 38:34-Comeback-Sieg führte.
Im Schatten Mannings steht der nicht gerade konstant spielende Bears-Quarterback Rex Grossman. Er ist bei weitem nicht so populär, was allein schon in der Tatsache Ausdruck findet, dass der aus einer "Quarterback-Familie" stammende Manning allein in 15 verschiedenen Werbespots mitspielt, die während des Endspiels ausgestrahlt werden. Bei Grossman, der seinem Gegenüber beinah als Fan und nicht auf Augenhöhe gegenübertritt, ist es kein einziger. "Rex ist eine Führungspersönlichkeit und der beste Quarterback, den wir haben", stellt Headcoach Smith klar und springt seinem häufig belächelnden Spielmacher zur Seite.
Dessen Kontrahent Manning weiß um den Druck, der auf ihm lastet. "Vielleicht ist das meine erste und letzte Chance, den Titel zu holen. Wir müssen am Sonntag Dreck fressen, um am Ende zu triumphieren", so der 30-Jährige.
Seine Offensive ist die drittbeste der Liga, Chicago setzt indes große Hoffnungen in seine Abwehr um Linebacker Brian Urlacher und in die Special Teams. Punt- und Kick-Returner Devin Hester soll das Ei möglichst tief in die Hälfte der Colts zurücktragen und seinen Spielmacher Rex Grossman in gute Position bringen.
weitere News und Hintergründe
- Brees führt Saints zum ersten Titel (08.02.2010 03:50)
- Das große Finale: Manning vs. Brees! (05.02.2010 16:09)
- Favres Traum endet in der Heimat (25.01.2010 10:48)
- Favre und Rice zerlegen die Cowboys (18.01.2010 09:45)
- Colts weiter perfekt, aber Peyton Manning war gefordert! (01.12.2009 10:08)
- Zweiter Sieg für Colts (22.09.2009 12:40)
- Cutler wechselt nach Chicago (03.04.2009 14:39)
- Tony Dungy hat genug (13.01.2009 10:57)
- Bears ziehen Kopf aus der Schlinge (23.12.2008 09:52)
- Peyton Manning beschenkt die Colts mit Play-off-Ticket (19.12.2008 10:47)















