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29.02.2016, 09:54

Weitsprung-Hoffnung Wester wird Meister

Sprintstars Reus und Pinto strahlen - Olympia-Signale aus Leipzig

Im Olympia-Jahr ist die Hallen-Saison für die deutschen Leichtathleten längst nicht so viel wert wie sonst. Aber vor allem die Sprint-Asse Julian Reus und Tatjana Pinto glänzen in Leipzig - und alles schaute auf die Weitsprung-Entdeckung Alexandra Wester.

Neuer deutscher Rekord: Julian Reus durfte sich in Leipzig feiern lassen.
Neuer deutscher Rekord: Julian Reus durfte sich in Leipzig feiern lassen.
© imagoZoomansicht

Die Sprint-Stars in der Arena überstrahlten alles, doch auch mit weiteren Topleistungen haben die deutschen Leichtathleten in Leipzig erste Olympia-Signale gesendet. Julian Reus und Tatjana Pinto sorgten mit ihren Glanzzeiten bei den Hallenmeisterschaften für gefeierte Höhepunkte. Hürdensprinterin Cindy Roleder, Dreispringer Max Heß und Weitsprung-Hoffnung Alexandra Wester konnten sich am Wochenende ebenfalls empfehlen.

Dennoch wird der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) nur ein Mini-Team zur Hallen-WM vom 17. bis 20. März nach Portland/USA schicken. Von "zehn plus" Teilnehmern sprach Cheftrainer Idriss Gonschinska. Bei den meisten Athleten haben die Europameisterschaften in Amsterdam und die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro Vorrang.

Ausverkaufte Halle in Leipzig

Die 3500 Zuschauer in der an beiden Tagen ausverkauften Halle feierten vor allen Reus und Pinto. Der 27-Jährige aus Wattenscheid knackte am Samstag den deutschen Uralt-Sprintrekord über 60 Meter. In 6,52 Sekunden blieb er damit genau eine Hundertstel unter der 28 Jahre und zwei Wochen alten Bestmarke des Berliners Sven Matthes. "Der Lauf hat sich geil angefühlt. Ich bin super happy, dass ich den Rekord jetzt alleine habe", sagte Reus, der auf die WM verzichtet.

Über 200 Meter legte der Rekordsprinter am Sonntag nach: Schon im Vorlauf rannte Reus in 20,84 Sekunden persönliche Bestleistung und steigerte sich im Finale auf 20,55. "Das macht eine perfekte Hallensaison noch perfekter", sagte der Doppelmeister.

Pintos Weltklassezeit wie aus dem Nichts

60-Meter-Siegerin Tatjana Pinto war die eigentliche Sensation am ersten Tag: 7,07 Sekunden - eine Weltklassezeit wie aus dem Nichts. Nur vier DDR-Sprinterinnen hatten das überhaupt geschafft, zuletzt war Doppelweltmeisterin Katrin Krabbe vor 25 Jahren schneller (7,06). "Ich kann das noch gar nicht glauben", sagte die 23-Jährige vom LC Paderborn. "Ich bin überwältigt und muss das erst mal sacken lassen."

Anders als Kollege Reus liebäugelt die deutsche 100-Meter-Meisterin von 2014 und Staffel-Europameisterin von 2012 nun mit einem WM-Start in Portland. Das sei für sie "eine gute Generalprobe für den Sommer, deshalb würde ich dort auf jeden Fall gerne laufen", sagte Pinto. Der DLV gibt sein WM-Team am Dienstag bekannt.

Erneutes Ausrufezeichen: Weitsprung-Entdeckung Alexandra Wester.
Erneutes Ausrufezeichen: Weitsprung-Entdeckung Alexandra Wester.
© imago

Zwei Wochen nach ihrem 6,95-Meter-Coup beim Hallen-ISTAF setzte Wester erneut ein Achtungszeichen: Die 21-Jährige vom ASV Köln holte sich mit 6,75 Metern ihren ersten Titel. "Mein Trainer findet's toll, eine deutsche Meisterin zu trainieren. Deshalb freue ich mich jetzt besonders", meinte das Hobby-Model, das vom früheren Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek betreut wird. Bei der Hallen-WM kann sich Wester weiteres Selbstvertrauen für die Sommersaison holen.

Heß landet punktgenau bei 17 Metern

Dreispringer Heß sicherte sich ebenfalls seinen ersten Titel und knackte mit einer Punktlandung auf 17,00 Meter sogar die WM-Norm. Der 19-Jährige aus Chemnitz übertraf seine persönliche Bestleistung gleich um 66 Zentimeter. "Ich kann das überhaupt nicht fassen, das ist unglaublich", sagte der Sachse.

Stabhochspringer Carlo Paech holte sich in Abwesenheit des verletzten Ex-Weltmeisters Raphael Holzdeppe seinen ersten Titel. Der Leverkusener setzte sich am Sonntag in Leipzig mit 5,60 Metern durch. Holzdeppe hatte sich kurz vor dem Wettkampf eine Verletzung am linken Sprunggelenk zugezogen und konnte nicht antreten. "Ich bin beim Einspringen umgeknickt, kurz vor dem Absprung. Jetzt haben wir erst mal Eis drauf gemacht", sagte Holzdeppe. "Ob es etwas Schlimmeres ist, kann ich jetzt noch nicht sagen. Morgen gehe ich zum Arzt."

Hürdensprinterin Cindy Roleder hatte am Samstag ihren Titel eindrucksvoll verteidigt. Die Leipzigerin gewann das Finale über 60 Meter Hürden in persönlicher und europäischer Saisonbestzeit von 7,88 Sekunden. Auf einen Start in Portland wird die WM-Zweite von Peking 2015 ebenfalls verzichten.

dpa

 

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