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17.01.2016, 12:00

NFL: Divisional Round 2016: Rodgers wirft "Hail Mary 2.0"

Patriots stoppen Chiefs - Spektakulärer Arizona-Sieg

Auf Rob Gronkowski und Tom Brady ist einfach Verlass! Die New England Patriots stehen dank ihrer Superstars im AFC-Conference-Finale. Der Titelverteidiger besiegte am Samstag (Ortszeit) in der Divisional Round Kansas City 27:20 und beendete damit nicht nur eine elf Spiele andauernde Siegesserie der Chiefs, sondern auch deren Saison. Derweil setzten sich die Arizona Cardinals einem spektakulären Spiel gegen die Green Bay Packers durch.

Touchdown: Rob Gronkowski von den New England Patriots ist nicht zu stoppen.
Touchdown: Rob Gronkowski von den New England Patriots ist nicht zu stoppen.
© Getty ImagesZoomansicht

Es war eine dieser beinahe märchenhaften Sport-Geschichten: Nach einem Horrorstart mit nur einem Sieg aus den ersten sechs Spielen und dem frühen Saisonaus für Star-Running-Back Jamaal Charles (Kreuzbandriss) hatten wohl nur noch die größten Optimisten einen Pfifferling auf die Kansas City Chiefs gewettet. Doch was dann passierte, war schier unglaublich: Die Chiefs gewannen elf Spiele in Reihe, darunter ein 30:0-Erfolg in der Wildcard Round bei den Houston Texans (der erste Play-off-Sieg seit 22 Jahren). Gegen Titelverteidiger New England endete die Reise dennoch, auch weil die Chiefs in Foxborough nicht ihre Bestform abriefen.

Vollmer nach Knöchelverletzung zurück

Ganz anders die Patriots: Der Titelverteidiger, der nach einem Bye in der ersten Play-off-Runde ins Geschehen der K.o.-Runde eingriff, sendete schon mit der Eröffnungsserie ein deutliches Zeichen an die Chiefs-Defense. Quarterback Tom Brady (28/42 Pässe, 302 Yards Raumgewinn, 2 TD-Pässe, ein Rushing-TD, kein "Sack"), der sein 30. Play-off-Spiel bestritt, baute in elf Spielzügen ausschließlich auf sein präzises Passspiel und überbrückte damit 80 Yards.

Der 37-Jährige wurde nicht nur in der Anfangsphase, sondern über die komplette Spielzeit aber auch von seinen Vorderleuten, darunter der deutsche Left Tackle Sebastian Vollmer, blendend abgeschirmt und hatte damit leichtes Spiel. Am Ende des Opening Drives stand ein Rob-Gronkowski-Touchdown zu Buche - und es sollte noch nicht der letzte des bulligen Tight Ends sein.

"Brady-Sneak" und "Gronk"-Rekord

Denn nach einem Fumble von Chiefs-Sprinter Knile Davis zu Beginn des dritten Viertels wechselte der Ballbesitz und fünf Spielzüge später fand Brady erneut den Mann mit der Nummer 87 in der Endzone - 21:6 Patriots. Für "Gronk" war es der achte Post-Season-Touchdown, was ihm eine neue Bestmarke unter allen Tight Ends bescherte. Zuvor in Q2 hatte Brady mit einem für ihn typischen "Sneak" die Endzone erreicht (14:3).

Mit dem Rücken zur Wand schlugen die Stehaufmännchen der Chiefs jedoch zurück. Quarterback Alex Smith (29/50, 246 Yards, ein TD) bediente im folgenden Drive Albert Wilson, der per Touchdown wieder verkürzte (13:21). Für die Gäste aus Kansas City war es der erste Endzonen-Spielzug der Partie, nachdem es in der ersten Hälfe trotz zumeist guter Startpositionen nur zu zwei Field Goals von Kicker Cairo Santos (34 und 52 Yards) gereicht hatte.

Gronkowski schnappt sich auch den Onside-Kick

Im Schlussviertel baute New England seine Führung erst durch zwei Stephen-Gostkowski-Field-Goals auf 27:13 aus, ehe Kansas City eine allerletzte Aufholjagd startete. Nach einem Touchdown von Charcandrick West verkürzten die Chiefs 73 Sekunden vor dem Ende noch einmal, allerdings vertrödelten sie bei diesem Drive auch viel zu viel Zeit. Der darauf folgender Onside-Kick schlug fehl - Gronkowski schnappte sich das "Ei" -, bevor Brady das Patriots-Schiff in den sicheren Hafen beförderte.

Larry Fitzgerald
Arizonas Matchwinner Larry Fitzgerald jubelt nach dem dramatischen Sieg über Green Bay.
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Fitzgerald lässt Arizona jubeln - Best Game ever?

Die Arizona Cardinals stehen erstmals seit 2009 wieder im NFL-Halbfinale. Die Mannschaft von Trainer Bruce Arians hatte in einem spektakulären Spiel gegen die Green Bay Packers das bessere Ende für sich und gewann 26:20 nach Verlängerung.

Die Gastgeber führten bis zur Schluss-Sekunde mit 20:13. Dann warf Packers-Quarterback Aaron Rodgers mit Green Bays letzter Offensiv-Aktion mit einem "Hail Mary Pass" über 41 Yards in die Cardinals-Endzone, den Wide Receiver Jeff Janis trotz zweier Gegenspieler zum Touchdown fing.

Für "Gunslinger" Rodgers - einer der besten Passer in der NFL-Geschichte - war es bereits der zweite spektakuläre Touchdown-Pass in der Schlussphase einer Partie. Am 3. Dezember warf Rodgers in der Partie bei den Detroit Lions mit Ablauf der Spielzeit einen unfassbaren 61-Yard-Pass, den Tight End Richard Rodgers zum 27:23-sieg in der Endzone fing.

Dieses Mal war es Janis, der das Ei in der Cardinals-Endzone aufnehmen konnte. Der 24-Jährige, der in seinen zwei bisherigen Spielzeiten bei den Packers in der regulären Saison noch nie einen Touchdown erzielte, kam auf das Feld, nachdem sich Wide Receiver Randall Cobb verletzte und nicht mehr weiterspielen konnte. Bereits im dritten Quarter fing Janis einen Acht-Yard-Pass von Rodgers zum Touchdown, ehe er mit dem Ablaufen der regulären Spielzeit den 41-Yard-Wurf von Rodgers fiel, obwohl er von Patrick Peterson und Rashad Johnson gedeckt war. Als anschließend Kicker Mason Crosby den Extra-Punkt verwandelte, erzwangen die Packers noch die Overtime.

Und selbst der Münzwurf, der darüber entscheidet, welches Team als erstes in der Verlängerung in Ballbesitz kommt, verließ außergewöhnlich. Denn Hauptschiedsrichter Clete Blakeman erklärte den ersten Münzwurf als ungültig, nachdem die Packers bemängelten, dass sich die Münze in der Luft gar nicht gedreht habe. Im zweiten Versuch entschied die Münze pro Arizona - wie allerdings bereits auch im ersten.

Fitzgerald gefeiert - Erster Play-off-Sieg für Palmer

Im ersten Spielzug der extra Schicht brachte Arizonas Larry Fitzgerald den Football mit einem sensationellen 75-Yard-Lauf tief in die Endzone der Packers. Und der Wide Receiver erzielte anschließend auch den Touchdown zum Heimsieg und avancierte so zum umjubelten Matchwinner. Mit Standing Ovations und "Larry, Larry"-Sprechchören feierten die 65.089 im Stadion der University of Phoenix ihren Wide Receiver.

Ein ganzer Felsbrocken dürfte auch Cardinals-Quarterback Carson Palmer vom Herzen gefallen sein. Der 37-Jährige, der in seiner bisherigen Karriere in der regulären Saison meistens solide Werte aufweisen kann, hatte bis Samstag (Ortszeit) noch nie ein Play-off-Spiel gewinnen können! Und auch gegen die Packers zitterten ihm zunächst die Hände, zwei Interceptions leistete sich Palmer. Doch dann behielt er die Nerven und fand Fitzgerald mit einem Fünf-Yard-Pass zum siegbringenden Touchdown.

Die Partie war nicht durchgehend hochklassig, aber an Dramatik wohl kaum zu überbieten. Schon während und insbesondere nach der Partie wurde in den sozialen Medien diskutiert, ob das Divisional-Game eine der besten Partien der Geschichte sein könnte. Ein Frage, die dann von den führenden US-Medien aufgegriffen wurde.

Im Halbfinale spielen die Cardinals gegen die Carolina Panthers oder die Seattle Seahawks.

Statistik Divisional Round

Samstag, 16.01.2016 (Ortszeit)
New England Patriots - Kansas City Chiefs 27:20
Arizona Cardinals - Green Bay Packers 26:20 OT
Sonntag, 17.01.206 (Ortszeit)
Carolina Panthers - Seattle Seahawks
Denver Broncos - Pittsburgh Steelers

ssc/jer/dpa

17.01.16
 
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