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10.01.2016, 12:58

NFL, Wild Card Round 2016: Steelers nutzen allerletzte Chance

Burfict versaut Bengals das Weiterkommen

Dass es im Football schnell gehen kann und gerade gegen Ende einer Partie reichlich wilde und spektakuläre Szenarien schon passiert sind, ist altbekannt. Was allerdings im zweiten Wild Card Game zwischen Cincinnati und Pittsburgh (16:18), den beiden AFC-North-Rivalen, geschehen ist, dürfte noch Wochen danach unbegreiflich sein. Denn Bengals-Läufer Jeremy Hill, Linebacker Vontaze Burfict und Cornerback Adam Jones leisteten sich kurz vor Schluss im heimischen Paul Brown Stadium Bärendienste, die für Trainer Marvin Lewis, die Fans & Co. schlichtweg unbegreiflich waren. "Steel City" hat's jedenfalls gefreut.

Cornerback Adam Jones hatte seine Nerven nicht im Griff und erwies seinen Cincinnati Bengals einen Bärendienst.
Cornerback Adam Jones hatte seine Nerven nicht im Griff und erwies seinen Cincinnati Bengals einen Bärendienst.
© Getty ImagesZoomansicht

Alles nimmt seinen Gang ...

Doch der Reihe nach: In einer zu Beginn äußerst zähen und defensivgeprägten Partie stand es bis 2:27 Minuten vor der Halbzeitpause noch sage und schreibe 0:0. Sieben Punts, ein Fumble von Pittsburgh und eine Interception von Cincinnati waren die Hauptereignisse. Dann brachte Steelers-Kicker Chris Boswell immerhin noch mit zwei Field Goals aus 39 und 30 Yards die ersten Punkte auf die Anzeigentafel - 6:0.

Das als "Dschungel" bekannte Paul Brown Stadium, natürlich größtenteils mit Bengals-Fans bestückt, war im dritten Viertel schließlich Austragungsort einer dominanten Phase der Gäste: Zunächst erhöhte Kicker Boswell aus 34 Yards auf 9:0, ehe der zweimalige Super-Bowl-Champion Ben Roethlisberger für zehn Yards Martavis Bryant in der Endzone fand - 15:0 (die versuchte Two-Point-Conversion) scheiterte. Quarterback "Big Ben" kam insgesamt auf für ihn eher durchschnittliche Werte von 18/31 Pässen, 229 Yards und einen Touchdown (keine Interception).

Cincinnati legt los

Es sah demnach alles für einen Sieg von "Steel City" aus, doch plötzlich startete das in der Saison mit 12:4 so starke und an diesem Abend immer noch ohne Spielmacher Andy Dalton (Daumenverletzung) besetzte Cincy einen Lauf. Running Back Jeremy Hill verkürzte über ein Yard zum 7:15, ehe Kicker Mike Nugent (36 Yards) und A.J. Green nach tollem 25-Yard-Zuspiel von Ersatz-Quarterback A.J. McCarron (23/41, 212 Yards, ein TD, eine Int.) genau 1:50 Minuten vor Ende die 16:15-Führung ermöglichten (Two-Point-Conversion scheiterte).

Mit drei Auszeiten Rest war nun ein letztes Mal Pittsburgh gefragt, dass zudem den leicht an der Schulter verletzten Roethlisberger schonte und Landry Jones aufs Feld schickte. Was passierte? Dieser leistete sich direkt beim ersten Pass eine Interception.

Im Freudentaumel versagen die Bengals-Nerven

Das Spiel schien entschieden - doch dann passierte das: Hill sollte mit einem Laufspiel lediglich die Uhr auslaufen lassen, verlor den Ball aber nach starker Arbeit von Steelers-Linebacker Ryan Shazier - Fumble. Somit hatten die Steelers erneut eine letzte Chance - dieses Mal mit Star "Big Ben". Dieser arbeitete sich sukzessive nach vorne, ehe das Verrückte geschah: Ein Pass auf Antonio Brown kam nicht an, doch Cincys Burfict rammte vollkommen unnötig seine Schulter in Brown - Foul und 15 Yards Strafe. Es entbrannten Diskussionen, bei denen schließlich Jones einen Schiedsrichter attackierte - Foul und 15 Yards Strafe. Somit hatte Kicker Boswell aus 35 Yards für den 18:16-Sieg keine Probleme.

"Wir haben das Spiel irgendwie gewonnen. Das allein zählt", brachte es Roethlisberger nach Spielschluss gut auf den Punkt, während die Hausherren kaum Beschreibungen für ihre Missetaten fanden. Hill: "Das alles ist schwer in Worte zu fassen. Worte helfen zu diesem Zeitpunkt auch nicht." Trainer Marvin Lewis, der eine katastrophale Play-off-Bilanz von 0:7 hat und insgesamt zu Hause gegen Pittsburgh bei 2:13 steht, ergänzte: "Wir haben uns selbst zerstört."

Statistik Wild Card Round


Wild Card Round 2016

Samstag, 9. Januar (Ortszeit)

Houston Texans - Kansas City Chiefs 0:30
Cincinnati Bengals - Pittsburgh Steelers 16:18

Sonntag, 10. Januar (Ortszeit)

Minnesota Vikings - Seattle Seahawks
Washington Redskins - Green Bay Packers

Markus Grillenberger

10.01.16
 
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