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04.12.2015, 08:59

NFL, Week 13, Thursday Night: Green Bay dreht 0:20-Rückstand

Hail Mary! Aaron Rodgers schafft das Wunder von Motor City

Kaum zu glauben! Green Bay spannte seine treuen Anhänger im Thursday Night Game in Detroit elend lange auf die Folter und schaffte es nach einem mehr als deutlichen 0:20-Rückstand tatsächlich noch, die November-Krise mit einem gewaltig nachhallenden 27:23-Sieg abzuschütteln. Der Name des Abends: Rodgers. Denn sowohl Packers-Quarterback Aaron Rodgers als auch Tight End Richard Rodgers legten nach einem jeweils starken Spiel schließlich nach Ablauf der Uhr ein unfassbares Play zum Sieg hin: eine "Hail Mary" über 61 Yards!

Die Großstadt Detroit hat das kleine Green Bay im Griff - zunächst

Zupacken im Getümmel: Richard Rodgers (li.) sicherte den Packers im letzten Moment den Sieg in Detroit.
Zupacken im Getümmel: Richard Rodgers (li.) sicherte den Packers im letzten Moment den Sieg in Detroit.
© Getty ImagesZoomansicht

Im Vorfeld des Thursday Night Games war den Fans vor den TV-Geräten ein Bericht gezeigt worden, der die Unterschiede zwischen Detroit und Green Bay darlegte: Hier die "Motown" - aufgrund der Automobilgeschichte (Ford) eine Großstadt mit über 600.000 Einwohnern, jedoch pleite und nach dem Rückgang der Produktionswerke aktuell im Strukturwandel befindlich -, da die beschauliche Käsestadt in Wisconsin mit rund 100.000 Einwohnern. Das Gegenteil im Sport: Während die Lions seit 1957 keinen NFL-Titel mehr im Museum präsentieren können (vier insgesamt), haben die Packers deren neun plus vier Super-Bowl-Siege eingefahren. Der letzte datiert vom 6. Februar 2011 gegen Pittsburgh (31:25).

Damals schon Quarterback von "The Pack": Aaron Rodgers. Der am 2. Dezember 32 Jahre alt gewordene Spielmacher ("Ich bin immer noch jung - und mein Team hält mich auch jung") soll sein Team wie so oft schon erfolgreich geglückt in die Play-offs und Richtung NFL-Finale führen. Dieses Unterfangen hatte nach einem souveränen 6:0-Saisonstart zuletzt aber mehr und mehr auf der Kippe gestanden.

Die vermeintliche "Krönung" der Negativphase mit vier Niederlagen im November (nur ein Sieg) erfolgte zum Auftakt von Week 13 beim NFC-North-Konkurrenten Detroit: Die Packers lagen beim Divisionsrivalen, der zuvor drei Erfolge am Stück verbucht hatte, überdeutlich mit 0:20 hinten. 0:20! Während dabei auf Seiten der Lions Spielmacher Matthew Stafford (insgesamt 220 Yards, keine Interception) seine beiden Touchdown-Pässe auf Eric Ebron und Calvin "Megatron" Johnson schleuderte, herrschte im anderen Lager tiefe Tristesse: Green Bay verzweifelte sowohl im Lauf- als auch im Passspiel an der Abwehr der Hausherren. Immerhin konnte die eigene Defensive nach dem zwischenzeitlichen 0:17 auftrumpfen und ermöglichte Detroit bis zum Spielende nur noch zwei Field Goals.

Zwei Fumbles in 98 Sekunden

Von der Offensive der Mannschaft von Trainer Mike McCarthy musste nun aber auch etwas kommen - und zwar etwas Gewaltiges, um an diesem Abend noch ein Comeback zu schaffen. Kurzum: Es wurde ein selten gesehenes, weil monströses Comeback, das die Lions-Fans mit runtergeklappten Unterkiefern und die Packers-Anhänger in Ekstase auf den Rängen hinterließ. Denn was in Halbzeit zwei alles passierte, hätte tatsächlich die Krimi-Ikone Alfred Hitchcock nicht spannender verfilmen können.

Das Ei für die Vitrine: ein stolzer Richard Rodgers nach Spielende.
Das Ei für die Vitrine: ein stolzer Richard Rodgers nach Spielende.
© Getty Images

Es begann mit einem Fumble von Running Back James Starks: Der Ball holperte über mehrere Yards in die anvisierte Endzone der Lions und wurde dort vom hellwachen Wide Receiver Randall Cobb gesichert - "nur" noch 7:20. Kurze Zeit später schnellte Julius Peppers in seiner 14. Saison an der Offensive Line vorbei und schlug das "Ei" von Quarterback Stafford frei - der nächste Fumble. Die Käsestädter waren endgültig zurück und Spielmacher Rodgers fand mit einem Pass in die Endzone Davante Adams für acht Yards - 14:20.

Rodgers leitet das Finale selbst ein und haut einen raus

Plötzlich war das Spiel wieder offen, doch nach Matt Praters drittem Field Goal an diesem Abend zum 23:14 lief Green Bay die Zeit davon. Die Gäste gaben allerdings nicht auf und verkürzten zunächst durch Aaron Rodgers höchstpersönlich auf 21:23. Der "Gunslinger" täuschte mehrmals Pässe an, lief dann aber selbst über 17 Yards in die Endzone. Kurios: Es war der längste Rush an diesem Abend für die Packers (Running Back Eddie Lacy erreichte mit fünf Carries nur vier Yards, John Crockett immerhin 22 Yards mit fünf Läufen). Und es war der 21. Rushing-TD in Rodgers' elfjähriger Karriere.

Mit nur noch 23 Sekunden auf der Uhr kamen die Käsestädter zu ihrer letzten Angriffsserie - und ganze 17 Sekunden passierte nichts. Dann fand Rodgers in der Mitte James Jones, die Uhr lief auf Null herunter. Doch Jones schaltete schnell und warf den Ball zurück. Letztlich landete das "Ei" wieder beim Quarterback, der von Devin Taylor am Gesichtsgitter touchiert wurde. Die Folge: 15 Yards Strafe und trotz Ablauf der Spielzeit noch einen Spielzug für die Packers. Es sollte ein Highlight für den Jahresrückblick werden: Aaron Rodgers (24/36, 273 Yards zwei TDs, eine Int.) schleuderte eine "Hail Mary" über 61 Yards in die Endzone. Dort stieg Tight End Richard Rodgers (acht Receptions, 146 Yards) hoch und ermöglichte mit seinem Catch das 27:23 - und viel wichtiger, den achten Sieg der Green Bay Packers (8:4).

Rodgers: "Das größte Spiel"

Aaron Rodgers
Bekam das Grinsen nach seinem Wahnsinnswurf nicht mehr aus dem Gesicht: Aaron Rodgers.
© Getty ImagesZoomansicht

Kein Wunder, dass sämtliche Trainer und Spieler direkt danach wild durcheinander übers Feld rannten und sich in den Armen lagen. Rodgers riss sich nach seinem Weltklasse-Pass den Helm vom Kopf und eilte ins Pulk zu seinem Namensvetter, ehe er sich noch auf dem Feld hechelnd zu einem ersten Interview stellte: "Ich bin vollkommen außer Atem. Was für ein Comeback! Ich habe den Ball einfach vorgeschleudert und nur noch gedacht: Catch it! Catch it! Dass es geklappt hat, fühlt sich großartig an. Es war eines der tollsten Spiele, an denen ich teilgenommen habe. Es war wohl das größte Spiel meiner Karriere - ausgenommen der Sieg Super Bowl."

Packers-Coach McCarthy fügte an: "Leider zählt das nur als ein Sieg. Es fühlt sich definitiv nach mehr an." Sein Gegenüber, Detroits Trainer Jim Caldwell, war dagegen verständlicherweise niedergeschlagen: "In dieser Liga ist es niemals vorbei. Es ist hart, so zu verlieren. Solche Spiele fressen dich auf."


Week 13

Donnerstag, 3. Dezember

Detroit Lions - Green Bay Packers 23:27

Sonntag, 6. Dezember

New York Giants - New York Jets

St. Louis Rams - Arizona Cardinals

Tampa Bay Buccaneers - Atlanta Falcons

Minnesota Vikings - Seattle Seahawks

Buffalo Bills - Houston Texans

Miami Dolphins - Baltimore Ravens

Cleveland Browns - Cincinnati Bengals

Tennessee Titans - Jacksonville Jaguars

Chicago Bears - San Francisco 49ers

San Diego Chargers - Denver Broncos

Oakland Raiders - Kansas City Chiefs

New Orleans Saints - Carolina Panthers

New England Patriots - Philadelphia Eagles

Pittsburgh Steelers - Indianapolis Colts

Montag, 7. Dezember

Washington Redskins - Dallas Cowboys

mag

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© Getty Images

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