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18.10.2015, 17:17

DTM-Champion wünscht sich Formel-1-Cockpit bei Mercedes

Greens Sieg im letzten Rennen - Wehrleins Wunsch

Jamie Green hat die Saison mit seinem vierten Saisonsieg abgeschlossen und sich Rang zwei der Gesamtwertung im Deutschen Tourenwagen Masters gesichert. Pascal Wehrlein wird seinen 21. Geburtstag so schnell nicht vergessen. Schon am Start des letzten Saisonrennens steht er als DTM-Champion fest - muss sich dann aber fast überrunden lassen. Nun erwarten alle einen Wechsel in die Formel 1.

Pascal Wehrlein
Der DTM-Champion 2015 will in die Formel 1: Pascal Wehrlein.
© imagoZoomansicht

Zeit zu genießen hat der jüngste Champion der DTM-Geschichte kaum. Wenige Tage nach dem goldenen Konfettiregen am Hockenheimring und der zur Titelfeier ausgebauten Geburtstagsparty am Sonntagabend geht es für Pascal Wehrlein schon weiter in die USA. Als Ersatzfahrer im Formel-1-Team von Mercedes hält er sich bereit, falls Nico Rosberg oder Lewis Hamilton in Austin nicht antreten können - und lernt weiter für seine eigene Karriere in der Königsklasse.

"Mein Ziel ist die Formel 1. Wann das passiert und ob das passiert, das kann ich nicht sagen", sagte Wehrlein an seinem 21. Geburtstag erneut. Hätte er jedoch einen Wunsch frei, "dann würde ich nächstes Jahr bei Mercedes in der Formel 1 fahren".

Wesentlich realistischer als ein Platz beim Konstrukteurs-Weltmeister ist für Wehrlein ein Stammcockpit bei Manor, einem zukünftigen Motorenkunden des schwäbischen Autobauers. Mit der Brechstange will Motorsportchef Toto Wolff eines der größten deutschen Talente aber nicht in die Formel 1 bekommen. "Es gibt verschiedene Alternativen. Aber wir werden nicht um jeden Preis den Pascal in so ein Auto pressen. Es muss auch gut sein", sagte Wolff am Samstagabend vor rund 800 Sponsoren, Mitarbeitern und Fans der Stuttgarter und kündigte für die kommenden Tage Gespräche an.

DTM-Champion 2015, das hört sich am Anfang schon komisch an.Wehrlein über seinen Titel

Mit Rang acht im Samstags-Rennen hatte Wehrlein zuvor den ersten Fahrertitel für Mercedes in der DTM seit 2010 vorzeitig perfekt gemacht. "DTM-Champion 2015, das hört sich am Anfang schon komisch an", erzählte er danach umringt von Reportern. "Es ist auf jeden Fall ein Traum. Ich bin für Mercedes Champion geworden. Das kann mir keiner mehr wegnehmen."

Tags darauf leistete sich Wehrlein die schlechteste Qualifikation der Saison und kam von Startplatz 17 beim verdienten vierten Saisonsieg von Audi-Mann Jamie Green nur auf Rang 20 ins Ziel. Beim Kreiseln vor den Fans fuhr sich Wehrlein dann auch noch fest und musste abgeschleppt werden. Mit Nico Müller (Audi) lieferte er sich zuvor eine unnötige Rangelei - der Schweizer fluchte daraufhin völlig undiplomatisch über "diesen Idioten". Wehrlein beschädigte sein C-Coupe so stark, dass er am Ende fast noch überrundet worden wäre.

Zur Siegerehrung schaffte er es aber rechtzeitig. Green als Gesamtzweiter mit am Ende 19 Zählern Rückstand auf Wehrlein und Mattias Ekström als Gesamtdritter duschten den Jungspund ohne große Rücksicht mit dem Siegerschampus.

Wehrleins schlechter Ruf unter den Kollegen

Besonders herzlich wirkten die Jubelszenen allerdings nicht, Wehrlein ist nicht sonderlich beliebt bei seinen Fahrerkollegen. Von seinem Vorgänger als DTM-Champion gab es etwa nur die nötigsten Glückwünsche und den Verweis auf Greens Pech nach drei Siegen aus den ersten vier Rennen. "Das hat Pascal sicher in die Karten gespielt", meinte Marco Wittmann in der ARD nach seinem frühen Ausfall im letzten Saisonrennen. An seinem BMW hatte sich die Motorhaube verabschiedet - kurz nach einer Berührung mit Wehrlein. Die Herstellerwertung gewann BMW dennoch knapp vor Audi.

Seinen schlechten Ruf unter den Kollegen versuchte Wehrlein mit seiner Einstellung zu erklären. "Ich bin an Rennwochenenden sehr ruhig, sehr fokussiert. Manche sagen, dass ich deshalb unfreundlich rüberkomme. Aber ich bin einfach so, das ist mein Charakter", meinte er. Trotz allem wird sich Wehrlein weder damit - noch mit dem ersten großen Titel seiner Karriere - wohl lange beschäftigen. «Bei mir ist es so, dass ich eher in die Zukunft schaue. Weil ich da noch viel erreichen will."

dpa

 

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