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30.05.2016, 22:46

"kicker.tv - Der Talk" - 5. Sendung

"Kroos' Laufwege? Glaubst du, Zidane interessiert das?"

Ob Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund, Daniel Stendel bei Hannover 96 oder Julian Nagelsmann bei 1899 Hoffenheim - es drängt sich der Eindruck auf, dass die Position des Bundesligatrainers einem Wandel unterzogen ist. Sind altgediente Coaches aus der Mode? Setzen die Klubs zusehends auf junge, vereinsnahe Lösungen? Konzepttrainer statt Feuerwehrmänner? Hans Meyer, Klopps Co-Trainer Peter Krawietz, kicker-Redakteur Frank Lußem und Bernhard Peters, Direktor Sport beim HSV, äußerten im "kicker.tv - Der Talk" eine klare Meinung.

Frank Lußem, Bernhard Peters, Hans Meyer und Peter Krawietz (v.l.)
Frank Lußem, Bernhard Peters, Hans Meyer und Peter Krawietz (v.l.) diskutierten über Trainerprofile.

Hans Meyer ist ein Trainer alter Schule. Der Fußball, sagt der 73-Jährige, sei von jeher simpel gewesen. Dass die Wissenschaft mehr und mehr Einzug in den Sport erhält, sieht er kritisch. Am Montagabend erklärte er beim Blick auf eine Grafik, die die Laufwege von Toni Kroos beim Champions-League-Finale erfasste: "Glaubst du, dass den Trainer von Real Madrid dieses Bild interessiert?"

Ein typischer Meyer. Das Gladbacher Präsidiumsmitglied vertrat klare Ansichten. Dass in der Bundesliga derzeit fünf Trainer angestellt seien, die keine Karriere im Oberhaus hinter sich haben, sei nicht der Rede wert, fand Meyer. "Für mich ist nicht das Problem, ob ich - wie Stefan Effenberg - ganz oben oder - wie Jürgen Klopp - in der 2. Liga gespielt habe. Wichtig ist, dass der Trainer weiß, was in und um eine Mannschaft passiert." Sprich: Ein Trainer sollte selbst Fußball gespielt haben.

Auch wenn es nachweislich immer mehr junge Trainer gibt, glaubt Meyer nicht, dass die altgedienten Kräfte sogleich ausgedient haben, denn: "Die Stuttgarter haben Huub Stevens auch ein Denkmal gesetzt." Der nun 62-jährige Niederländer hatte den VfB 2014/15 auf den letzten Metern zum Klassenerhalt geführt.

Für mich ist nicht das Problem, ob ich - wie Stefan Effenberg - ganz oben oder - wie Jürgen Klopp - in der 2. Liga gespielt habe.Hans Meyer

Der klassische Retter, da war sich auch Peter Krawietz sicher, wird auch künftig gefragt sein. Wenn alle Klubs einen fähigen Konzepttrainer einstellen würden, so werde der ein oder andere trotzdem "im Februar, März feststellen, dass man sich im Abstiegskampf befindet", erklärte Jürgen Klopps Assistent in Liverpool - und ergänzte: "Dann kommt der Feuerwehrmann zum Tragen." Auch zum statistischen Sezieren des Spiels hat Krawietz eine klare Meinung: "Die große Überschrift ist: Ist es sinnvoll oder nicht?" Sämtliche Erhebungen seien interessante Beiwerke, würden aber nicht die Kompetenz des Trainers ersetzen.

Wenn man ihm zutrage, einer seiner Spieler sei in 90 Minuten nur 6,3 Kilometer gelaufen, schob Meyer ein, könne man zwei Dinge schlussfolgern. Einerseits: Er sei "ein faules Schwein". Wenn er andererseits der spielentscheidende Mann gewesen sei, so würden die 6,3 Kilometer weniger ins Gewicht fallen. Auch Bernhard Peters erklärte, dass viele Statistiken "viel zu weit weg vom Spiel" seien und nur bedingt eine Aussagekraft besäßen.

Die Identität des Klubs darf nicht alleine vom Cheftrainer geprägt sein.Bernhard Peters, Direktor Sport beim HSV

Die Runde war sich einig: Authentizität, Fußballsachverstand und eine gute Menschenführung - derlei Attribute muss ein Coach mitbringen. "Ich glaube, dass Menschenfänger die besseren Trainer sind", warf kicker-Redakteur Frank Lußem ein - und führte das Beispiel Jupp Heynckes aus. Dieser sei auf der Zielgeraden seiner Trainerkarriere ein Großer geworden. Nicht zuletzt, da er zum Spielerversteher mutierte.

Vorzeitige Trainer-Abschiede? Meyer: "Eine gute Sache"

Lußem verwies auf Heynckes' Entlassung bei Real Madrid trotz des Champions-League-Triumphs 1998 - und Heynckes' selbstbestimmten Abschied von den Bayern nach dem Triplegewinn 2013. War Heynckes also ein Vorreiter des emanzipierten Trainers, der selbst über seine Zukunft entscheidet? In der Bundesliga häufen sich derlei Beispiele. Wie jüngst Ralph Hasenhüttl, der sich aus freien Stücken aus Ingolstadt zurückzog und bei RB Leipzig aufschlagen wird. Oder Markus Weinzierl und Dirk Schuster, die ihre Vereine zurücklassen werden.

HSV-Direktor Peters sieht in dieser Entwicklung keine Probleme, denn: "Die Identität des Klubs darf nicht alleine vom Cheftrainer geprägt sein. Im Idealfall hat der Klub seinen Spielstil - und sucht sich den dazu passenden Trainer." Meyer sprang ihm zur Seite und ergänzte: "Ich halte das für eine ausgesprochen gute Sache." Bislang seien Trainer Spielbälle ihrer Verträge gewesen. Zwei Niederlagen - und sie säßen auf der Straße.

lei

Video zum Thema
"kicker.tv - Der Talk" - Folge 5- 31.05., 00:35 Uhr
Neue Trainerwelt - das Ende der Feuerwehrmänner?
Die Trainerwelt verändert sich derzeit rasant, der Trend geht weg vom klassischen "Feuerwehrmann". Was muss ein Trainer heute können? Wie sollte er mit den Spielern umgehen? Wie wichtig sind die vielen Daten, die ihm heutzutage zur Verfügung stehen? Darum ging es in der am Montag "kicker.tv - Der Talk". Klopp-Assistent Peter Krawietz gab Einblicke in die Arbeit seines Chefs - Hans Meyer sorgte für ein paar Lacher. Die ganze Sendung gibt es hier noch einmal.
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