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02.05.2016, 21:11

"kicker.tv - Der Talk" - Premieren-Sendung

Was bleibt von Pep? "Respekt, aber keine Liebe"

Am Montagabend startete das neue Format "kicker.tv - Der Talk" in Zusammenarbeit mit Eurosport. Vor dem Halbfinal-Rückspiel des FC Bayern München gegen Atletico Madrid am Dienstag sprach Moderator Marco Hagemann mit einer hochkarätigen Experten-Runde über den scheidenden Bayern-Coach Pep Guardiola, mit dem zum Teil hart ins Gericht gegangen wurde.

Expertenrunde zum Thema Pep Guardiola: Christoph Daum (l.) und Felix Magath (r.).
Expertenrunde zum Thema Pep Guardiola: Christoph Daum (l.) und Felix Magath (r.).
© kickerZoomansicht

Pep Guardiola, ein Trainer, der Deutschland fehlen wird - oder etwa doch nicht? Diese Frage beschäftigte alle Beteiligten in der ersten Ausgabe unseres "kicker.tv - Der Talk". Oliver Kahn, Christoph Daum, Felix Magath und kicker-Chefreporter Karlheinz Wild diskutierten über den scheidenden Bayern-Coach.

In einem Punkt waren sich alle rasch einig: Auch wenn Guardiola unbestritten ein guter Trainer ist, so seien die Rahmenbedingungen für ihn stets bestens gewesen. "Guardiola hatte bei Barcelona die besten Spieler Europas", so Magath. Der Meistertrainer betont, dass der Spanier auch nach dem Wechsel zu Bayern auf ein funktionierendes Team traf, "das alles gewonnen hat", und selbst noch für eine stattliche Summe Spieler verpflichten lassen konnte. "Unter diesen Voraussetzungen wäre es daher eher verwunderlich gewesen, wenn er nicht deutscher Meister geworden wäre", so der erfahrene Coach.

Daher mahnte Magath bei der Beurteilung der Leistung von Guardiola "die Kirche im Dorf zu lassen" und lieber auf das internationale Abschneiden zu blicken. "Ohne Champions-League-Gewinn hätte das sicher auch ein anderer geschafft", sagte der 62-Jährige und war damit auf einer Linie mit Kahn und Wild. Dreimal deutscher Meister zu werden sei "eine Selbstverständlichkeit", meint Wild. "Das ist die Pflicht, aber die Champions League ist die Kür", an der der Coach gemessen werde. Und genau dort habe Guardiola stets gegen spanische Gegner Aufstellungen ins Rennen geschickt, über die man diskutieren müsse.

Dennoch habe Guardiola in den drei Jahren in München seine Qualitäten eingebracht. Der 45-Jährige Bayern-Trainer hat nach Aussage von Kahn "nicht nur die Bundesliga, sondern auch die Nationalmannschaft" bereichert. "Pep hat die Spielintelligenz seiner Spieler weiterentwickelt", fuhr der "Titan" fort. "Ich hätte auch nie gedacht, dass Lahm mal im Mittelfeld spielen kann." Das neu entdeckte Potenzial nehmen die Spieler dann auch mit in die Nationalmannschaft. Kahn ging sogar soweit zu sagen: "Pep hat auch Anteil daran, dass wir Weltmeister sind."

Guardiola fehlt das Zwischenmenschliche

Kritik gab es aber vor allem am Umgang mit den Spielern und der Zwischenmenschlichkeit des Trainers. Spieler wie Zlatan Ibrahimovic oder Mario Mandzukic zählen zu den prominenten Akteuren, die nicht gut auf den Spanier zu sprechen sind. Daum vertritt die Meinung, dass es Trainer "mit größerem Einfühlungsvermögen" gebe. "Für Guardiola war aber das System immer das Wichtigste." Auch Kahn merkte an, dass es vonseiten der Spieler José Mourinhos ausschließlich positive Anmerkungen zum Umgang mit ihnen gebe, das bei Guardiola aber weniger der Fall sei: "Bei Mourinho hört man: 'Für diesen Trainer würde ich durchs Feuer gehen.' Das bekommt Guardiola nicht so hin."

Auch Wild, der den FC Bayern seit über 30 Jahren eng verfolgt, meint, dass ein bisschen mehr Einfühlvermögen Guardiola ganz gut getan hätte - besonders im Fall Franck Ribery: "Wenn man Ribery den Ball gibt und menschlich ein bisschen einwattet, dann brennt der wie eine Fackel." Das tat er aber in letzter Zeit nicht und auch andere Spieler seien verunsichert, weil sie nicht wissen, woran sie beim Trainer Guardiola sind.

Der Einfluss Guardiolas auf das Team sei kein geringer gewesen - unter anderem hat er zahlreiche spanischsprechende Spieler geholt -, doch den Verein habe er dadurch nicht groß verändert, meint Kahn: "Mia san mia - das bleibt."

Daran wird man sich erinnern

Guardiola wird in diesem Sommer zu Manchester City weiterziehen, Carlo Ancelotti den Rekordmeister übernehmen. An was wird man sich in ein paar Jahren noch erinnern? "Es hängt vom Gewinn der Champions League ab, ob man in drei Jahren noch an Pep Guardiola denkt oder nicht", sagt Magath. Daum wird die Detailliebe des Katalanen vermissen und wünscht sich Nachahmer in Deutschland. Für Kahn bleiben "seine Aktionen an der Außenlinie" ebenso in Erinnerung wie das "Fußballerische, diese Flexibilität, die er Spielern abverlangt." Zum Schluss bleibt "Respekt", merkte Wild an, "aber keine Liebe."

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Video zum Thema
"kicker.tv - Der Talk", Folge 1- 02.05., 22:00 Uhr
kicker.tv - Der Talk: "Was bleibt von Pep?"
"Was bleibt von Pep?" war die Frage in der Premierensendung "kicker.tv - Der Talk". Felix Magath, Christoph Daum, Oliver Kahn und kicker-Chefreporter Karlheinz Wild diskutierten die Vor- und Nachteile des scheidenden Bayern-Coaches und gingen teilweise hart mit ihm ins Gericht. Hier sehen Sie die komplette Sendung noch einmal.
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weitere Infos zu Guardiola

Vorname:Josep
Nachname:Guardiola
Nation: Spanien
Verein:Manchester City

Vereinsdaten

Vereinsname:Bayern München
Gründungsdatum:27.02.1900
Mitglieder:290.000 (01.07.2018)
Vereinsfarben:Rot-Weiß
Anschrift:Säbener Straße 51-57
81547 München
Telefon: (0 89) 69 93 10
Telefax: (0 89) 64 41 65
E-Mail: service@fcb.de
Internet:http://www.fcbayern.de


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