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17.04.2009, 15:30

Kiel: Grünes Licht für Karabatic

THW fehlt noch ein Punkt

Nach dem 32:20 gegen den Stralsunder HV am Mittwoch fehlt dem THW Kiel nur noch ein Punkt zum Gewinn des 15. Meistertitels. Nach Feiern ist den Zebras derzeit allerdings kaum zumute. "Es ist schade, dass unsere Leistung so wenig zur Geltung kommt und nur über die Bestechungsvorwürfe gesprochen wird", sagte Christian Zeitz nach dem 27. Liga-Erfolg in Serie. Zudem fällt Kim Andersson wegen eines Mittelhandbruchs für den Rest der Saison aus.

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THW-Coach Alfred Gislason
Am Mittwoch mit Sprechchören gefeiert: THW-Coach Alfred Gislason.
© imago Zoomansicht

Andersson hatte sich die Verletzung am Karfreitag beim 34:25-Erfolg der Kieler bei den Füchsen Berlin zugezogen. Beim Sieg gegen Stralsund saß der Schwede am Mittwoch mit eingegipster Hand auf der Tribüne. Von dort sah er einen starken Auftritt der Kieler, für die Henrik Lundström in der 38. Minute den 1000. THW-Treffer der Saison erzielte. Und das bereits am 28. Spieltag, so früh wie noch nie. Ein weiterer Beweis der Ausnahmestellung der Kieler, die in dieser Saison alle Rekorde brechen und den 15. Meistertitel am Sonntag mit einem Punktgewinn beim TBV Lemgo unter Dach und Fach bringen können. In DHB-Pokal und Champions League steht der deutsche Rekordmeister zudem im Halbfinale.

Die Personalnot, die sich für den Saisonendspurt der Kieler unter der Woche angedeutet hatte, wurde am Freitag durch eine gute Nachricht abgeschwächt: Welthandballer Nikola Karabatic will trotz der Verletzung, die er sich am Mittwoch gegen Stralsund am rechten Knie zugezogen hatte, in Lemgo auflaufen.

Mit Sprechchören feierte das Kieler Publikum am Mittwoch schon einmal Trainer Alfred Gislason, in dessen erster Saison die Zebras gleich zum Triumphmarsch ansetzen. "Die Rufe waren mir wirklich peinlich und haben mich auf der Bank richtig aus dem Rhythmus gebracht. Der Trainer gehört in den Hintergrund", war Gislason das ganze ein bisschen unangenehm. "Wir haben einen Lauf. Einige legen sich schon flach auf den Rücken, wenn wir kommen", sagte Kapitän Stefan Lövgren.

Die Rufe waren mir wirklich peinlich und haben mich auf der Bank richtig aus dem Rhythmus gebracht. Der Trainer gehört in den Hintergrund. Alfred Gislason, THW Kiel

Die sportlichen Höchstleistungen könnten gar nicht hoch genug gewürdigt werden - wenn da nicht die Bestechungsaffäre und immer neue belastende Hinweise und Zeugenaussagen wären. Gegen Ex-Coach Noka Serdarusic und den inzwischen zurückgetretenen Geschäftsführer Uwe Schwenker wird nun auch wegen Betrugsverdachts ermittelt. Außerdem sehen sich Gesellschafter und Beirat Vorwürfen ausgesetzt, schon länger von Bestechungsvorwürfen gewusst zu haben. Die Spieler lassen sich auf dem Feld weiterhin nichts davon anmerken.

17.04.09
 
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