Löwen-Coach wird vor dem Start der Königsklasse deutlich

Jacobsen: "Bundesliga nicht mehr die beste Liga der Welt"

Handball - 11.09. 09:29

Vor dem Auftakt der Champions League schlägt Erfolgstrainer Nikolaj Jacobsen vom DHB-Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen Alarm. Seine Einschätzung zur aktuellen Lage ist unmissverständlich formuliert.

Nicht nur er sieht die hohe Belastung in der Bundesliga als großes Problem: Löwen-Coach Nikolaj Jacobsen. © imago

"In der Spitze ist die Bundesliga nicht mehr die beste Liga der Welt. Diese Zeiten sind vorbei", erklärt Jacobsen in einem Interview der Zeitung "Mannheimer Morgen" (Dienstag). Es sei schließlich kein Zufall, dass zuletzt zweimal in Folge keine deutsche Mannschaft beim Final Four der Champions League dabei war. "In dieser Saison sind Flensburg und wir auch nicht unbedingt die heißesten Anwärter darauf - und dann würde zum dritten Mal ein Bundesligist fehlen", sagte der Däne.

Die Hauptursache für die zunehmend leidende Konkurrenzfähigkeit der Bundesligisten auf internationalem Parkett sieht Jacobsen einmal mehr in der viel diskutierten hohen Belastung für die Spieler. "Die Stars gehen lieber nach Veszprem, Kielce, Barcelona, Nantes, Montpellier oder Paris. Dort bekommt man mehr Geld für weniger Strapazen. Das hat sich bei den Top-Spielern herumgesprochen", ist der 46-Jährige vor dem ersten Gruppenspiel der Mannheimer an diesem Mittwoch gegen den FC Barcelona besorgt.

Gensheimer und der "entscheidende Vorteil in Frankreich"

Dies sieht der deutsche Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer vom französischen Meister Paris Saint-Germain genauso. "Der entscheidende Vorteil in Frankreich ist die Terminierung der Spiele. Wir haben in Frankreich im Sommer bis zu vier Wochen mehr Pause, spielen nicht mehr nach Weihnachten und haben dadurch mehr Möglichkeiten zu regenerieren. Das Ganze bei gleichem oder teilweise sogar höherem Gehalt", verriet Gensheimer jüngst in einem Interview der "Handballwoche".

Die Stars würden sich über die Rahmenbedingungen intensiv untereinander austauschen und sich so immer öfter dagegen entscheiden, in Deutschland zu spielen. "Die Handball-Bundesliga muss sich deshalb sehr genau hinterfragen, warum sich die Spieler so entscheiden", stellte der 31 Jahre alte Weltklasse-Linksaußen in den Raum.

msc/dpa

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