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18.01.2018, 13:19

Vor zwei Jahren war er der tragische Held

Konstante und Ruhepol: Weinhold wichtiger denn je

Steffen Weinhold überzeugte als einer der wenigen im abschließenden Gruppenspiel bei der Handball-EM. Er ist im deutschen Team auch einer der wenigen Erfahrenen. Auf seine Qualitäten auf und neben dem Spielfeld wird es nun besonders ankommen.

Steffen Weinhold beim Wurf
Wenn Du denkst, es geht nicht mehr, dann kommt von irgendwo ein Stemmwurf her: Steffen Weinhold.
© imagoZoomansicht

Ein guter Steffen Weinhold allein reicht den deutschen Handballern nicht. Seit fast zehn Jahren spielt der stille Rückraumspieler nun in der Nationalmannschaft, vor Beginn der Hauptrunde bei der EM in Kroatien weiß der 31-Jährige daher ganz genau: "Wir müssen einfach ein paar Dinge besser machen." Weinhold war noch nie ein Profi der großen Worte, beim abschließenden Gruppenspiel gegen Mazedonien (25:25) aber einer der wenigen Hoffnungsträger eines verunsicherten Europameisters. Seine sieben Treffer verhalfen der Mannschaft zum Remis - und einer nun einigermaßen passablen Ausgangsposition für die nächste Turnierphase.

Um die Chance auf den angepeilten Einzug ins Halbfinale zu wahren, muss der Titelverteidiger am Freitag (18.15 Uhr/ZDF) Tschechien schlagen. Neben Olympiasieger Dänemark und Vize-Europameister Spanien gelten die Tschechen als nominell schwächster deutscher Gegner in der Hauptrunde. "Man kann natürlich sagen, die Tschechen haben von allen Mannschaften in der Hauptrunde am wenigsten zu verlieren. Die können ganz locker aufspielen", sagt Weinhold. Aber gerade das macht sie gefährlich, schon die Dänen hatten Tschechien in der Gruppenphase unterschätzt, was in einer überraschenden 27:28-Pleite mündete.

Weinhold der älteste Feldspieler im deutschen Kader

Weinhold weiß um die Gefahr, einen potenziellen Außenseiter zu unterschätzen. Anfang 2008 hatte der Rückraumspieler des THW Kiel bereits im Nationalteam debütiert, damals noch unter Heiner Brand. Er ist einer der wenigen sehr erfahrenen Akteure im 16-köpfigen EM-Aufgebot von Bundestrainer Christian Prokop, der zweitälteste nach Torhüter Silvio Heinevetter und neben Tobias Reichmann der einzige, der schon mal die Champions League gewonnen hat. Es gibt in einem Handball-Spiel nicht mehr viel, was Steffen Weinhold noch nicht erlebt hat. Er redet nur nicht so viel darüber.

"Steffen ist mit Sicherheit ein ruhiger Spieler, der nicht häufig das Wort ergreift", sagt Bundestrainer Prokop. "Aber wenn er was sagt, findet das großes Gehör." Prokop hält große Stücke auf den gebürtigen Franken. Keinen Spieler setzte er bei dem Turnier in Kroatien bisher häufiger im Rückraum ein, auf knapp über zwei Stunden Spielzeit kommt Weinhold in den drei Vorrundenpartien. Speziell ist seine Wurfweise, gerade wenn er gegen die Hand geht: Teilweise "drückt" Weinhold erst ab, wenn er schon beinahe auf dem Boden liegt und keiner mehr damit rechnet. Mitunter sieht das eher nach Verzweiflungstat aus, hat aber Kalkül - den Überraschungseffekt hat er dadurch häufig auf seiner Seite.

Weinholds beherzter Einsatz kostet ihn das Turnier

Schon beim sensationellen Titelgewinn vor zwei Jahren zählte der damalige Kapitän zu den Schlüsselspielern, dann verletzte er sich in der entscheidenden Turnierphase aber am Muskel. Das Zustandekommen sagt viel über ihn aus: Der Kapitän hatte sich im zweiten Hauptrundenspiel gegen Russland 15 Sekunden vor dem Ende für seine Mannschaft geopfert. Bei einem Gegenstoß der Russen warf sich Weinhold in den Weg von Dmitri Schitnikow, verhinderte dadurch den drohenden Ausgleich zum 30:30. Es war eben jener Zähler mehr, der das Halbfinale und später den Titel ermöglichte.

Nachdem zu Beginn des aktuellen Turniers zunächst die Defensive schwächelte, wurde sie mit Rückkehrer Finn Lemke gegen Mazedonien besser, stattdessen haperte es deutlich im Angriff. In der Offensive müsse man sich nun gegen Tschechien "noch ein bisschen steigern", so beschreibt Weinhold die Vorgabe - mit ruhigen Worten, wie fast immer.

dpa/las

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Die EM 2018 in Kroatien (12. bis 28. Januar) ist in vollem Gange: Mit Rune Dahmke, Fabian Wiede und Abwehrchef Finn Lemke hatte Christian Prokop vor dem Turnier drei Europameister gestrichen. Nach dem zweiten Spiel wurde Lemke allerdings für Bastian Roscheck nachnominiert. In der Hauptrunde rückte auch Dahmke nach.
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Europameisterschaft - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Frankreich87:736
 
2Kroatien88:804
 
3Norwegen96:874
 
4Schweden82:794
 
5Weißrussland76:900
 
6Serbien74:940
 
1Spanien85:604
 
2Dänemark83:784
 
3Deutschland72:694
 
4Mazedonien70:803
 
5Tschechien62:812
 
6Slowenien77:811

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