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15.01.2018, 20:01

Handball-EM 2018 in Kroatien

Nach Videobeweis-Drama: Remis für Deutschland

Die deutsche Nationalmannschaft hat den perfekten Start in die Handball-Europameisterschaft verpasst, vermied aber in einem dramatischen Spiel die erste Niederlage. Nach Videobeweis und vielen Diskussionen war es ein Siebenmeter, der letztlich doch noch zum 25:25 reichte.

Durchgetankt: Hendrik Pekeler beim Wurf.
Durchgetankt: Hendrik Pekeler beim Wurf.
© imagoZoomansicht

Im Vorfeld sprachen die Verantwortlichen von einem "Schlüsselspiel", der im ersten Spiel noch überragende Wolff erklärte gewohnt deutlich: "Wir haben bislang ein Spiel gewonnen, davon können wir uns noch nichts kaufen. Wenn wir jetzt gegen Slowenien verlieren, ist alles für den Arsch." Mit eben jenem Druck konnte die DHB-Auswahl wohl nicht so wirklich umgehen, auch die aufgeheizte Kulisse machte der Mannschaft von Bundestrainer Prokop zu schaffen. Nach zwölf Minuten lag man mit 3:5 zurück, wobei speziell Sloweniens Keeper Lesjak so langsam heiß lief.

Hinten bekam die deutsche Mannschaft keine Struktur in die 6:0-Deckung - und auch Kiels Spielmacher Zarabec überhaupt nicht in den Griff. Auch zwei Auszeiten des angefressenen Prokop zeigten nicht wirklich Wirkung: Slowenien zog sein Spiel gnadenlos durch, mit einem guten Torhüter und einer aggressiven Deckung ging es nach vorne. Zur Pause lag der WM-Dritte, gegen den die deutsche Mannschaft noch nie (!) bei einer EM verloren hatte, bereits mit fünf Toren vorne (15:10). Kapitän Gensheimer, der in der Anfangsphase unter anderem zwei Siebenmeter hatte liegen lassen, schöpfte im Halbzeit-Interview in der ARD dennoch Mut: "Wir haben schon gegen andere Mannschaften Rückstände umgebogen."

Furiose Aufholjagd nach der Halbzeit

Gensheimer sollte Recht behalten. Nach der Pause drehte die DHB-Auswahl gewaltig auf, während bei den Slowenen die zuvor an den Tag gelegte Sicherheit flöten ging. Vor allem die deutsche Abwehr präsentierte sich nun hellwach, was dazu führte, dass die Slowenen einige Bälle wegwarfen. Eine Schlüsselszene gab es in der 45. Minute, als Gensheimer beim Stand von 17:19 aus Sicht des Titelverteidigers zunächst einen Trickwurf leichtsinnig vergab, letztlich aber einen Siebenmeter zugesprochen bekam - zusätzlich gab es für Slowenien gleich zwei Zwei-Minuten-Strafen, für Kavticnik wegen des Fouls und gegen die Bank, die zu vehement protestiert hatte.

Videobeweis-Wirrwarr nach Abpfiff

Mit zwei Mann mehr kam Deutschland zum Ausgleich (19:19) und in der 51. Minute zur allerersten Führung im Spiel (21:20). Danach blieb es ein enges und vollkommen offenes Duell. Bitter war dabei ein Fehlwurf von Gensheimer in der 57. Minute, da im Gegenzug die Slowenen auf 23:21 davonzogen. Doch das Prokop-Team bewies abermals Moral und kam 90 Sekunden vor Schluss nach einem bärenstarken Ballgewinn von Kohlbacher zum 23:23. In der Schlussminute überschlugen sich die Ereignisse: Zuerst gab es eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Roscheck und Siebenmeter für Slowenien. Kavticnik traf, Prokop nahm den Keeper raus - und Drux glich aus. Dann ging es schnell: Slowenien gab Vollgas und traf noch. Doch dann wurde es verwirrend, die Schiedsrichter zogen den Videobeweis zurate.

Was war passiert? Die Slowenen hatten offenbar den Anwurf der Deutschen unterbunden. Der Regel nach hätte das Siebenmeter für Gensheimer & Co geben müssen. Doch die Entscheidung ließ lange auf sich warten, es wurde wild diskutiert, ehe die Entscheidung kam: Siebenmeter für Deutschland und Rot gegen Blagotinsek. Dann wurde es kindisch: Sloweniens Trainer Veselin Vujovic stellte sich ins Tor, wurde dann aber doch weggezogen. Reichmann trat an und traf sicher zum 25:25.


Statistik zum Krimi gegen Slowenien:

Slowenien - Deutschland 25:25 (15:10)
Slowenien: Lesjak, Skok - Zarabec (5), Mackovsek (4), Blagotinsek (4), Janc (4/1), Bezjak (3), Kavticnik (3/1), Mlakar (1), Cingesar (1)
Deutschland: Wolff (Kiel), Heinevetter (Berlin) - Gensheimer (Paris/7/2), Groetzki (Rhein-Neckar Löwen/4), Reichmann (Melsungen/4/3), Weber (Leipzig/3), Weinhold (Kiel/2), Pekeler (Rhein-Neckar Löwen/2), Häfner (Hannover/1), Kühn (Melsungen/1), Drux (Berlin/1), Kohlbacher (Wetzlar), Wiencek (Kiel), Janke (Leipzig), Roscheck (Leipzig), Fäth (Berlin).
Schiedsrichter: Gatelis/Mazeika (Litauen)
Zeitstrafen: 9:3
Siebenmeter: 4/2:9/5
Rote Karte: Blagotinsek (60.) wegen unsportlichen Verhaltens
Zuschauer in Zagreb: 10.000

msc/drm

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