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13.01.2018, 21:16

Gensheimer erzielt neun Tore gegen Montenegro

"Wenig auszusetzen" - Matchwinner und Sorgenkind Wolff

Deutschlands Handballer haben ihre EM-Auftakthürde locker gemeistert. Gegen Montenegro liefert die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop eine konzentrierte und souveräne Vorstellung ab.

Deutschland schlägt Montenegro
Gruß an die Fans: Kapitän Uwe Gensheimer (re.), Parick Wiencek und der Rest vom DHB-Team nach dem Kantersieg.
© imagoZoomansicht

Andreas Wolff humpelte nach dem furiosen 32:19 (17:9)-EM-Auftaktsieg der deutschen Handballer gegen Montenegro mit dick bandagiertem Knöchel zur Ehrung als "Man of the match", wenig später gab Bundestrainer Christian Prokop aber Entwarnung. "Ich denke, wir müssen uns keine Sorgen machen", sagte Prokop.

Wolff selbst, der 46 Prozent der auf ihn abgefeuerten Würfe hielt, äußerte sich überhaupt nicht zu seiner Blessur, sondern stellte erleichtert fest: "Ich bin überrascht, dass wir so hoch gewinnen konnten. Wir haben in der Abwehr überragend gespielt." DHB-Vizepräsident Bob Hanning prophezeite daher zuversichtlich: "Ich denke, dass uns diese Verletzung nicht länger als ein, zwei Tage beschäftigen wird."

"Souveräner Auftritt im Gesamtpaket"

So war die Stimmung nach dem erhofften Traumstart in die Europameisterschaft in Kroatien bei der DHB-Auswahl bestens. "Ich bin froh, dass wir so einen souveränen Auftritt im Gesamtpaket zeigen konnten", lobte Prokop nach seiner gelungenen EM-Premiere. "Es gab wenig auszusetzen in der Abwehr und im Angriff."

Es war eine große Anspannung zu spüren. Ich bin froh, dass wir das so geregelt haben.Bundestrainer Christian Prokop

In der mit 8000 Zuschauern rund halbvoll besetzten Arena Zagreb waren Kapitän Uwe Gensheimer mit neun Toren, davon fünf Siebenmeter, und Paul Drux mit fünf Treffern die besten Werfer für die DHB-Auswahl. "Von der Stimmung her war das nur ein laues Lüftchen", stellte Hanning fest.

Am Montag gegen den patzenden WM-Dritten Slowenien

Nächster Gruppengegner ist am kommenden Montag der WM-Dritte Slowenien. "Wenn wir so konzentriert auftreten und so aggressiv spielen, dann wird es für jeden Gegner schwer", sagte Gensheimer. Allerdings erwartet die DHB-Auswahl sowohl sportlich als auch stimmungsmäßig ein ganz anderes Kaliber. "Die Halle ist ausverkauft", sagte Prokop. Und Hanning warnte: "Slowenien wird eine ganz andere Hausnummer, das kann man nicht miteinander vergleichen. Deswegen warne ich auch jetzt vor zu viel Euphorie." Die Slowenen stehen am Montag schon gehörig unter Druck, verloren sie doch ihr Auftaktmatch gegen Mazedonien überraschend mit 24:25.

Nach der Nichtnominierung von Abwehrchef Finn Lemke bildeten Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek den Innenblock, zudem ließ Prokop EM-Neuling Maximilian Janke von Beginn an in der Defensive ran. Der Leipziger kassierte jedoch schon in den ersten zehn Minuten zwei Zeitstrafen und musste danach auf die Bank (in der Schlussminute sah er mit der dritten Strafe dann noch Rot).

Groetzkis spektakuläre Rettungstat

Wie zuletzt bei den überzeugenden Testspielsiegen gegen Island benötigte die DHB-Auswahl eine knappe Viertelstunde, um richtig warm zu werden. Doch dann ging die Post ab. Mit einem 9:0-Lauf zog der Turniermitfavorit vom 4:3 (12.) auf 13:3 (22.) davon und sorgte damit frühzeitig für klare Verhältnisse. In dieser Phase sorgte auch Rechtsaußen Patrick Groetzki mit einem Hechtsprung für die Szene des Spiels, als er spektakulär für Keeper Wolff rettete, der sein Tor zugunsten eines weiteren Feldspielers verlassen hatte.

Gegen den EM-Letzten von 2016, bei dem Torjäger Vuko Borozan vom Champions-League-Sieger Vardar Skopje und Torhüter Nebojsa Simic vom Bundesligisten MT Melsungen verletzt fehlten, wurde die DHB-Auswahl ihrer Favoritenrolle voll gerecht.

Wolff hatte morgens schon Schmerzen

Im Tor lieferte Wolff, der schon vor zwei Jahren beim Gold-Triumph in Polen der große Rückhalt war, eine überzeugende Partie und gab seinen Vorderleuten mit zahlreichen Paraden die nötige Sicherheit. Dabei hatte der Kieler schon am Morgen nach dem Aufstehen Schmerzen im Fuß verspürt. "Er hat nach dem Spiel gesagt, dass es nicht so schlimm ist. Er hatte das in der Partie zunächst nicht gemerkt, mit zunehmender Spielzeit wurde es dann aber stärker", begründete Prokop die Herausnahme des 26-Jährigen.

Vorne agierten die Prokop-Schützlinge variabel und ließen sich auch von der teilweise sehr offensiven Abwehr der Montenegriner nicht stoppen. Selbst im Vorgefühl des sicheren Sieges blieb die deutsche Mannschaft konzentriert, obwohl Prokop nun munter durchwechselte. "Es war wichtig für den Turnierverlauf, dass alle Spieler eingesetzt werden konnten", sagte der Bundestrainer.

aho/dpa/sid

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