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20.03.2017, 14:45

Dem 25:27 gegen Schweden folgt ein 25:25

Prokops Debüt - Hanning: "Man merkt, dass es passt"

Bundestrainer Christian Prokop hatte sich seinen Arbeitsantritt anders vorgestellt. Zwei Testspiele, nur ein Remis - das klingt nicht nach Katapultstart. Doch die unglückliche Terminplanung seiner Vorgesetzten inmitten der heißen Phase in der Champions League hatte dem Nachfolger von Europameister-Macher Dagur Sigurdsson fast nur Spieler aus der zweiten und dritten Reihe übrig gelassen.

Prokop bei der Ansprache
Auszeit: Die deutschen Handballer lauschen der Ansprache des neuen Bundestrainers Christian Prokop.
© imagoZoomansicht

So gab es ohne neun Leistungsträger gegen die ebenfalls geschwächte, weil nur aus Bundesliga-Profis bestehende Nationalmannschaft Schwedens mit 25:27 und 25:25 nicht den erhofften schwungvollen Einstieg des Neuen.

Prokop: "Das Positive überwiegt"

"Wir sind natürlich unzufrieden, weil kein Sieg gelungen ist. Aber das Positive überwiegt", sagte Prokop nach der zweiten Partie am Sonntag in Hamburg und stellte die Fortschritte heraus: "diszipliniert im Angriff", "in der Abwehr sehr viel richtig gemacht", "sehr stark im Zusammenhalt".

Die Funktionäre des Deutschen Handballbundes stellten sich schnell vor den neuen Coach. "Das war eine gute Woche", meinte DHB-Vizepräsident Bob Hanning und schloss den dreitägigen Lehrgang vor den Spielen ein. "Man merkt, dass es passt. Wir können uns auf eine schöne Zeit einstellen."

Man merkt, dass es passt. Wir können uns auf eine schöne Zeit einstellen.DHB-Vizepräsident Bob Hanning

Es war vermutlich auch das schlechte Gewissen, dass die Verantwortlichen beschlich, weil sie ihren Protagonisten mit der unglücklichen Terminierung in die betrübliche Lage gebracht hatten. "Wir wissen, dass wir mit Christian Prokop den richtigen Trainer ausgewählt haben", beteuerte Präsident Andreas Michelmann. "Mir hat der Einsatz der neuen Nationalmannschaft gefallen."

An der Qualifikation und dem Elan des Neuen besteht fürwahr kein Zweifel. Prokop ist ein engagierter, unglaublich akribischer Lehrer und messerscharfer Analytiker. "Schade, dass es heute schon vorbei ist", sagte der 38-Jährige, der auch Bundesligist SC DHfK Leipzig betreut, nach den beiden Länderspielen. Gern hätte er den Bad Boys seine Ideen von modernem Handball auch an den Folgetagen erläutert.

Eigeninitiative gefragt: "Intelligentes Abwehrsystem"

Prokop setzt auf ein "intelligentes Abwehrsystem", in dem die Spieler erkennen sollen, wo und wann offensiver und aggressiver reagiert werden muss. "Mir hat gefallen, wie die Abwehr unser Regelwerk verstanden und umgesetzt hat. Wenn weiter so gelernt wird im System, dann macht mich das optimistisch."

Die Akteure aus der zweiten Reihe kennen das nun, die Stammspieler jedoch nicht. "Es wird eine große Herausforderung, wenn die anderen wieder dabei sind", meinte der Bundestrainer. Am 1. Mai trifft sich das Europameister-Team, um sich in zwei Tagen auf das EM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien (3. Mai) vorzubereiten. Den Leistungsträgern will Prokop dann sein Spielsystem nahebringen.

Wolff und Dahmke als Zuschauer dabei

Einen optischen Eindruck verschaffen konnten sich bereits Torhüter Andreas Wolff und Linksaußen Rune Dahmke. Die Profis von Rekordmeister THW Kiel durften wegen des bevorstehenden Achtefinales in der Champions League gegen die Rhein-Neckar Löwen zwar pausieren, waren aber von Kiel nach Hamburg geeilt, um wenigstens als Zuschauer präsent zu sein. "Ich bin froh, dass sie gekommen sind und Autogramme geschrieben haben. Das ist etwas Positives", sagte Prokop. "Noch lasse ich sie in Ruhe, aber wir müssen noch Zeit finden, ihnen das neue System zu erklären."

dpa

 

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