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15.01.2018, 21:35

Deutschlands Siebenmeter gegen Slowenien war berechtigt

Diese fünf Regeln veränderten den Handball

Bereits seit dem 1. Juli 2016 gelten die vom Weltverband IHF ausgearbeiteten Regeländerungen: Genau eine dieser fünf "neuen" Vorschriften wurde bei der EM Deutschlands Gegner Slowenien zum Verhängnis. Eine Übersicht.

Neuerung 1: Der Torwart als Feldspieler

Reichlich Diskussionsbedarf wird es auch in der Bundesliga geben: Uwe Gensheimer (l.) und Christian Dissinger fragen beim Olympia-Referee nach.
Reichlich Diskussionsbedarf wird es auch in der Bundesliga geben: Uwe Gensheimer (l.) und Christian Dissinger fragen beim Olympia-Referee nach.
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Wie bis dato praktiziert kann der Torhüter weiterhin als siebter Feldspieler eingesetzt werden. Allerdings ist es nun nicht mehr notwendig, dass dieser Spieler ein Leibchen trägt. Aber: Falls ein siebter Feldspieler ohne Leibchen auf dem Parkett steht, darf dieser den eigenen Torraum nicht mehr betreten und muss erst gegen einen Keeper ausgetauscht werden. Trägt der siebte Feldspieler hingegen ein Leibchen, ist es weiterhin möglich, dass dieser als Torhüter agiert. Beide Varianten sind gestattet.

Diese erste - und wie bei Olympia mehrfach zu sehen - wohl einschneidenste Veränderung findet wenig Anklang. Während dem dritten deutschen Vorrundenspiel in Rio gegen Gastgeber Brasilien (30:33) ätzte Ex-Nationalspieler Kretzschmar via Twitter: "Ganz ehrlich? Diese neue Regel mit dem 7. Feldspieler nervt mich jetzt schon... Warum muss man unsere Sportart so verändern?"

Neuerung 2: Verletzter Spieler

Schmerzverzerrtes Gesicht: Löwen-Spielmacher Andy Schmid bleibt verletzt am Boden liegen.
Schmerzverzerrtes Gesicht: Löwen-Spielmacher Andy Schmid bleibt verletzt am Boden liegen.
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Wenn sich ein Akteur verletzt und deswegen medizinisch behandelt werden muss, ist er verpflichtet, das Spielfeld zu verlassen. Der angeschlagene Spieler darf erst zurück aufs Parkett, wenn seine Mannschaft drei Angriffe abgeschlossen hat. Definiert ist: Ein Angriff beginnt mit dem Ballbesitz und endet mit einem erfolgreichen Torabschluss oder einem Ballverlust. Missachtet der betroffene Spieler diese Vorgabe und betritt das Spielfeld zu früh, wird es als Wechselfehler geahndet und mit einer Hinausstellung bestraft.

Bei einem harten Foul mit progressiver Bestrafung oder einem Kopftreffer des Keepers, gilt diese Regel allerdings nicht. Jene Neuerung brachte 2016 noch vor dem Bundesliga-Start Kiels Coach Gislason auf die Palme, es könne den "Handball ruinieren". Mannschaften, die auf viel Härte Wert legen, würden so "massiv bevorzugt". In den "Kieler Nachrichten" verlieh der Isländer seiner Meinung Nachdruck: "Insgesamt sehe ich eine Sabotage an unserer Sportart."

Neuerung 3: Passives Spiel

Nach dem Anzeigen des Vorwarn-Zeichens (in Handballerkreisen als "Zeit" tituliert) hat die vorgewarnte Mannschaft sechs Pässe Zeit, um ihren Angriff abzuschließen. Wird dem Team in diesem Zeitraum beispielsweise noch ein Freiwurf zugesprochen, wird das Zählen der Pässe nicht (!) unterbrochen. Die Schiedsrichter können allerdings (wie bislang) auch früher abpfeifen und auf passives Spiel entscheiden, wenn die angreifende Mannschaft ohne Druck agiert und kein wirklicher Versuch erkennbar ist, einen Abschluss zu generieren.

Neuerung 4: Die Blaue Karte

Die Unparteiischen haben nun zusätzlich zur Gelben und Roten Karte auch noch eine Blaue Karte zur Verfügung, um bei Disqualifikationen keine Missverständnisse zuzulassen. Nach einer Roten Karte zeigen die Referees mit der Blauen Karte an, dass ein schriftlicher Bericht im Spielbericht aufgenommen wird und weitere Maßnahmen durch die Disziplinarkommission folgen (eine Sperre über einen längeren Zeitraum ist je nach Schwere des Regelvergehens möglich).

Neuerung 5: Die letzten 30 Sekunden

Für ein kleines Chaos (und einem damit verbundenen Wiederholungsspiel zwischen Meister Rhein-Neckar Löwen und MT Melsungen) sorgte diese Regel bereits im Pokal-Wettbewerb der Saison 2015/16. Seit Juli 2016 gilt einheitlich: Begeht ein Abwehrspieler in den letzten 30 Sekunden einer Partie eine grobe Regelwidrigkeit oder unterbindet entgegen der Regeln eine Wurfausführung wie Einwurf, Freiwurf, Abwurf oder Anwurf, bekommt er eine Rote Karte und die gegnerische Mannschaft automatisch einen Siebenmeter zugesprochen. Knackpunkt: Nicht jedes Foul wird als "grob" geahndet, sodass es in den letzten 30 Sekunden weiterhin auch normale Freiwürfe nach Fouls geben kann.

msc

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