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07.06.2016, 16:50

Ex-Kieler Palmarsson geistert weiter durch Gerüchteküche

THW: Nach 13 Jahren wieder titellos - und nun?

Was für ein ungewohntes Gefühl für den THW Kiel, der seit der Saison 2002/03 erstmals ohne Titel in eine Sommerpause geht. Die Zebras in der Krise? Mitnichten. Spurlos dürfte die Spielzeit aber nicht am deutschen Serienmeister vorbeigegangen sein. Zudem steht angesichts von acht Abgängen und vier feststehenden Zugängen ein größerer Umbruch an. Die Zukunft dürfte trotzdem den Norddeutschen gehören - nimmt Aron Palmarsson eine Rolle dabei ein?

Realistisch oder Utopie? Nur zu gerne würden die Kiel-Fans Aron Palmarsson wieder im THW-Dress sehen.
Realistisch oder Utopie? Nur zu gerne würden die Kiel-Fans Aron Palmarsson wieder im THW-Dress sehen.
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Viel schlimmer hätte die Zeit von Dominik Klein in Kiel nicht enden können. Zum Abschied gab es ein titelloses Jahr, das war der erfolgsverwöhnte Linksaußen so gar nicht gewohnt. Kein Wunder, dass zum Abschied auch bittere Tränen über seine Wangen liefen. Und das Urgestein ist nicht der einzige, der den Zebras nach der von Verletzungen, Rückschlägen und Enttäuschungen geprägten Saison den Rücken kehrt.

Denn: Der brasilianische Kreisläufer Rogerio Ferreira und das spanische Rückraum-Ass Joan Canellas werden den THW Richtung Vardar Skopje verlassen. "Ich bin sehr dankbar für mein erstes Jahr in Europa", sagte Ferreira zum Abschied. Auch Canellas geht mit einem weinenden Auge, bedankte sich speziell bei den treuen Fans: "Ihr seid das, was den Verein so besonders macht. Eure Unterstützung macht alles einfacher."

Viele Spieler auf dem Sprung

Da stimmten auch die eingesprungenen Igor Anic, Erlend Mamelund und Torsten Jansen ein. Letzterer kehrt nach einer durch Verletzungen völlig verkorksten Saison nach Hamburg zurück, wo er als A-Jugend-Trainer sein Glück versuchen will. Auf der Torwart-Position werden gleich zwei Planstellen frei, weil es Talent Dominik Plaue ebenfalls nach Hamburg zieht und Nikolas Katsigiannis zu Bundesliga-Aufsteiger HC Erlangen zurückkehren wird. "Wenn ich in 30 oder 40 Jahren gefragt werde, wo ich Handball gespielt habe, werde ich als erstes den THW Kiel nennen, weil ich sehr stolz auf meine Zeit hier bin", so der 33-Jährige, der ausgerechnet in der einzigen titellosen Saison seit 2003 beim THW zwischen den Pfosten stand.

Viel Arbeit also für Kiels Manager Thorsten Storm? Nicht wirklich, ein Großteil dieser Lücken sind bereits geschlossen. Im Tor dürfte der deutsche Nationalkeeper Andreas Wolff, der erst kürzlich zum "Torhüter der Saison" gewählt wurde und aus Wetzlar in den hohen Norden kommt, den Konkurrenzkampf ordentlich anheizen.

Neue Talentschmiede - Was ist an Palmarsson dran?

Frische Power für den Kieler Rückraum: Österreichs Nikola Bilyk (l.) und Schwedens Lukas Nilsson sind beide erst 19.
Frische Power für den Kieler Rückraum: Österreichs Nikola Bilyk (l.) und Schwedens Lukas Nilsson sind beide erst 19.
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Dazu kommen mit Linksaußen Raul Santos (VfL Gummersbach) und Rückraum-Rakete Nikola Bilyk (19) zwei der größten österreichischen Talente. Wer ebenfalls für eine rosige Zukunft des THW steht, ist das schwedische Rückraum-Juwel Lukas Nilsson (19), der bereits bei der Europameisterschaft in Polen im Januar für Furore gesorgt hatte. Dazu kommen die heimlichen Kieler Pläne, Veszprems genialen Spielmacher Aron Palmarsson zum THW zurückzuholen. Es ist bislang lediglich ein Gerücht, aber eines, das sich seit Monaten hartnäckig hält.

Was dagegen spricht, ist die finanzielle Komponente: Palmarsson hat überhaupt erst des Geldes wegen den THW verlassen, sein Gehalt dürfte bei Veszprem noch einmal deutlich höher sein als zuvor in Kiel. Der Isländer aber fühlte sich in Norddeutschland pudelwohl, ganz ausgeschlossen dürfte eine Rückkehr also nicht sein. Von dieser Personalie hängt in Kiel aber viel ab, ob eben kurz- oder dann erst mittelfristig der Erfolg wieder Einzug erhält.

Kommt Palmarsson, hätten die großen Talente in seinem Schatten genug Zeit, um sich zu entwickeln. Bleibt der Isländer in Veszprem, müsste sie Coach Alfred Gislason früher ins kalte Wasser werfen. Was aber den neuen THW auszeichnen dürfte: der große Hunger auf Erfolg. Kann Gislason aus den Alten und Neuen eine Einheit formen, dürften die Kieler mittelfristig auch international wieder um Titel mitspielen. Vorausgesetzt die Norddeutschen bleiben endlich vom lästigen Verletzungspech verschont.

msc

Zebras trotzen selten dagewesenem Verletzungspech
Kiels Krankenakte: "Eine Mannschaft am Stock"
Schmerzverzerrte Gesichter: Nicht nur Lackovic, Klein, Toft Hansen und Wiencek hat es beim THW erwischt.
Rückschlag folgt auf Rückschlag

Der THW Kiel schaffte es ins Final Four um den Champions-League-Titel - in den letzten Jahren sicherlich keine Seltenheit. Dass die Zebras aber an diesem Wochenende in Köln aufschlugen (scheiterten im Halbfinale an Veszprem), grenzt schon an ein kleines Wunder. Grund dafür ist das riesengroße Verletzungspech, dem die tapferen Norddeutschen trotzten. Ein Blick in die dicke Krankenakte des THW.
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3THW Kiel974:82250:14
 
4MT Melsungen910:82547:17
 
5Füchse Berlin910:82543:21
 
6Frisch Auf Göppingen888:82039:25
 
7TSV Hannover-Burgdorf891:88036:28
 
8SC Magdeburg895:88035:29
 
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13TBV Lemgo Lippe847:95318:46
 
14HBW Balingen-Weilstetten850:93415:49
 
15TVB 1898 Stuttgart783:92614:50
 
16ThSV Eisenach795:100210:54
 
17TuS N-Lübbecke801:9408:56
 
18HSV Hamburg0:00:0

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