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27.03.2016, 18:40

Flensburg fordert nun polnischen Topklub Kielce

SG im Viertelfinale: Zwischen Zaubern und Zittern

Nach dem THW Kiel ist mit der SG Flensburg-Handewitt auch der zweite deutsche Vertreter ins Viertelfinale der Champions League eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes, der einen Vereinsrekord aufstellte, spielte eine famose erste Hälfte. Im zweiten Abschnitt drehte Montpellier aber angeführt vom abschlusssicheren Dragan Gajic auf und ließ Flensburg noch einmal gehörig zittern (31:30). Im Viertelfinale wartet nun Kielce.

Stellte seine Klasse im Achtelfinal-Rückspiel eindrucksvoll unter Beweis: SG-Linksaußen Anders Eggert.
Stellte seine Klasse im Achtelfinal-Rückspiel eindrucksvoll unter Beweis: SG-Linksaußen Anders Eggert.
© imagoZoomansicht

Nach dem denkbar knappen 28:27-Hinspielerfolg wollte die SG Flensburg-Handewitt vor heimischem Publikum den Deckel auf den Viertelfinaleinzug draufmachen. In den ersten Minuten leistete besonders Linkshänder Holger Glandorf seinen Beitrag, fünf seiner sechs Versuche schlugen im Kasten von Montpellier ein (7:6). Die Gäste aus Südfrankreich blieben aber dran, ließen sich wie eine lästige Klette zu keiner Zeit abschütteln. In den zweiten 15 Minuten der ersten Hälfte drehten dann aber auch Rasmus Lauge, Lasse Svan und Johan Jakobsson auf - die SG verteilte die Verantwortung auf viele Schultern. Und das mit großem Erfolg: Eggert stellte per Konter die erste Sechs-Tore-Führung her (19:13), die auch bis zur Pause Bestand hatte. Ein Kempa von Rechtsaußen Svan auf Linksaußen Eggert besiegelte den 20:14-Halbzeitstand.

"Wir haben großen Druck entfacht, das war genau das, was wir wollten", erklärte Svan nach 30 Minuten auf Bezahlsender Sky. Das dürfte auch ganz nach dem Geschmack von SG-Coach Ljubomir Vranjes gewesen sein, der Schwede feierte sein 300. Pflichtspiel als Flensburger Trainer und stellte damit einen neuen Vereinsrekord auf. Das Lächeln verschwand mit Wiederanpfiff allerdings schnell aus seinem Gesicht, die SG schien gedanklich schon im Viertelfinale.

Kuriose Unterbrechung: Fan contra Franzosen

Mit einem 4:0-Lauf verkürzte Montpellier auf 20:18, der slowenische Rechtsaußen Dragan Gajic hatte dabei mit zwei Toren seinen Anteil. Ehe Mogensen den ersten SG-Treffer nach 7:46 Minuten beisteuerte, gab es eine kuriose Unterbrechung: Ein Flensburger Fan legte sich mit der französischen Bank an und provozierte eine längere Spielpause. Anschließend besannen sich die Norddeutschen wieder auf ihre Stärken und stellten dank des abschlusssicheren Eggert (achtes Tor im neunten Versuch) wieder auf vier Tore (22:18).

Sieben Minuten vor dem Ende brachte Gajic mit einem frechen Heber vom Punkt die Spannung zurück (27:26, 53.). Kreisläufer Ludovic Fabregas leistete seiner Mannschaft aber einen Bärendienst, flog nach einem Schubser gegen Jakobsson mit Rot vom Feld (54.). Ein frecher Dreher von Eggert entschied die Partie vorzeitig (30:27), am Ende hieß es 31:30.

Wir wollen unbedingt nach Köln, mit dem Gegner habe ich mich ehrlich gesagt aber noch gar nicht befasst.SG-Linkshänder Holger Glandorf über Kielce

Warum es im zweiten Abschnitt nochmal so richtig spannend wurde? "Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen. So ist Handball, es geht ganz schnell. Wir sind aber sehr froh, dass wir eine Runde weiter sind", resümierte Glandorf. In der Runde der letzten Acht wartet nun mit dem polnischen Topklub Kielce eine harte Nuss, die mit ihrem erfahrenen Coach Talant Dujshebaev und dem deutschen Europameister Tobias Reichmann daherkommt. Glandorf gesteht ein: "Wir wollen unbedingt nach Köln, mit dem Gegner habe ich mich ehrlich gesagt aber noch gar nicht befasst."


Der Flensburger-Viertelfinaleinzug im Stenogramm:

SG Flensburg-Handewitt - Montpellier HB 31:30 (20:14)
Tore für Flensburg: Eggert Magnussen (12), Glandorf (6), Schmidt (4), Svan (3), Gottfridsson (2), Jakobsson (2), Mogensen (1), Toft Hansen (1).
Tore für Montpellier: Gajic (12), Kavticnik (6), Dolenec (4), Bonnefond (3), Borges (3), Gaber (2).

msc

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