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24.03.2016, 17:00

20. Aufeinandertreffen mit Barça seit der Jahrtausendwende

THW: Das ewige Duell und Jichas heiße Rückkehr

Dass der THW Kiel nach dem durchwachsenen Achtelfinal-Hinspiel in Szeged ins Viertelfinale der Königsklasse einziehen würde, daran hatten selbst die Spieler nicht unbedingt geglaubt. Dank einem unglaublichen Niklas Landin stand am Ende aber ein 36:29 - und damit der zwölfte Viertelfinal-Einzug in Folge! Nun wartet ausgerechnet Barcelona, das mit mehreren Ex-Zebras anreist. Von Durststrecken, einem epischen Finale und gemischten Gefühlen.

Achtelfinal-Freuden und eine brisante Rückkehr: Der THW Kiel empfängt Filip Jicha (r.) und den FC Barcelona.
Achtelfinal-Freuden und eine brisante Rückkehr: Der THW Kiel empfängt Filip Jicha (r.) und den FC Barcelona.
© imagoZoomansicht

Beim Hinspiel gegen den ungarischen Vertreter aus Szeged waren die Kieler hinter den Erwartungen zurückgeblieben (29:33). Vor heimischem Publikum drehten die Zebras aber gewohnt auf und stellten den Faktor Sparkassen-Arena einmal mehr unter Beweis. Allen voran Schlussmann Niklas Landin löste Begeisterungsstürme aus. In einer hektischen Schlussphase entschärfte der dänische Nationaltorwart gleich drei Siebenmeter. "Er ist einer der besten Torhüter der Welt, er war überragend", lobte Gislason hinterher bei Bezahlsender Sky. Sinnbildlich dafür die 18. Minute, in der die Kieler erstmals die vier Tore aus dem Hinspiel wettgemacht hatten: Szeged spielte in Unterzahl mit dem sechsten Feldspieler, Landin fing einen Ball und verwandelte höchstpersönlich ins verwaiste Tor der Ungarn (11:7). Der Skandinavier gab sich nach den 60 emotionalen Minuten gewohnt bescheiden: "Das war nicht mein bestes Spiel, aber da waren sehr wichtige Paraden dabei."

Dahmke: "Wir haben nicht damit gerechnet, weiterzukommen"

Dass es am Ende 36:29 hieß, war auch den Schwächen der Gäste zu verdanken. "In den letzten zwölf Minuten haben wir heute drei Siebenmeter und zwei Gegenstöße liegen gelassen, hinzu kamen zwei technische Fehler. Das war zu viel", haderte Szegeds spanischer Coach Juan Carlos Pastor. Wie hoch die ungarische Hürde letztendlich war, zeigen auch die ehrlichen Worte von Linksaußen Rune Dahmke: "Man hat heute gesehen, was mit dieser Kulisse im Rücken, unbändigem Willen und absolutem Kampfgeist möglich ist. Nach dem Hinspiel in Ungarn haben wir nicht damit gerechnet, weiterzukommen." Mit dem 22-jährigen Europameister war Gislason erstmals in 2016 zufrieden. "Er hatte ein Leistungsloch nach der EM, heute hat er aber ein super Spiel abgeliefert", lobte der Isländer.

Im DHB-Team und in Kiel eine Wucht: Christian Dissinger (l.) und Rune Dahmke.
Im DHB-Team und in Kiel eine Wucht: Christian Dissinger (l.) und Rune Dahmke.
© imago

Viel kaufen können sich die Kieler für ihre insgesamt 18. Viertelfinal-Teilnahme in der europäischen Königsklasse nicht. Erst ein Einzug ins Final Four in Köln würde die Erwartungshaltung im Umfeld wohl stillen. Davor wartet in der Runde der letzten Acht aber ausgerechnet der ewige Rivale aus Barcelona. Das Hinspiel in Kiel, das für den 24. April angedacht ist, wird bereits das 20. Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften seit der Jahrtausendwende. Dabei könnte die Statistik ausgeglichener nicht sein: Neunmal gewannen die Zebras, neunmal die Katalanen und einmal trennte man sich unentschieden. So freundschaftlich die Zahlen klingen mögen, so erbittert ging es zumeist auf dem Feld zu.

Jichas Kampf gegen den Körper - und Jallouz

Hat für seine Größe eine unglaubliche Dynamik: Barcelonas Rückraum-Juwel Wael Jallouz.
Hat für seine Größe eine unglaubliche Dynamik: Barcelonas Rückraum-Juwel Wael Jallouz.
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Denke man nur an das epische CL-Finale 2010, in dem die Kieler eine sensationelle Aufholjagd mit dem zweiten Titel der Vereinsgeschichte krönten. Den 36:34-Endstand, dem eine wilde Rudelbildung mit Beschimpfungen folgte, markierte damals Filip Jicha. Ausgerechnet eben jener langjährige THW-Kapitän kehrt Ende April im Trikot des FC Barcelona an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der Tscheche reist wohl mit gemischten Gefühlen nach Kiel - und muss abwarten, wie die Fans ihn empfangen. Sein Wechsel habe damals finanzielle Gründe gehabt, im vergangenen Oktober machten THW-Coach Gislason und die Fans ihrem Unmut über die Begleitumstände des Transfers Luft.

Im Dezember unterzog sich Jicha einem Eingriff, der längst überfällig gewesen war: "Nun fühle ich mich viel besser. Die Operation war wichtig, weil ich mit den Schambeinproblemen nicht schmerzfrei spielen oder trainieren konnte." Beinahe ein ganzes Jahr habe er die Probleme mit sich rumgetragen, kein Spiel mit dem THW wirklich schmerzfrei genießen können, erklärte Jicha der spanischen Zeitung "AS". Nun will der 33-Jährige wieder an sein altes Leistungsniveau anknüpfen, die nötige Spielpraxis dafür kann er in der spanischen Liga sammeln. In der Königsklasse allerdings muss er erst einmal am zweiten Ex-Kieler in Barcelonas linkem Rückraum vorbei. Wael Jallouz, der eine starke Saison spielt und auch der deutschen Nationalmannschaft mit Tunesien im Januar neun Tore einschenkte, ist derzeit gesetzt.

In Kiel hat er die Sprache nicht gesprochen und kam auch weniger zum Einsatz.Filip Jicha über Konkurrent Wael Jallouz

Im Gegensatz zu seiner Zeit beim deutschen Serienmeister, wo Jallouz in der Spielzeit 2013/14 nie wirklich ankam (34 Spiele, 41 Tore). "Seine Situation hat sich sehr verändert. In Kiel hat er die Sprache nicht gesprochen und kam auch weniger zum Einsatz", weiß Jicha. Der dritte Ex-Kieler im Bunde ist Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson, der ab der kommenden Saison für die Rhein-Neckar Löwen auf Torejagd geht. Trotz des harten Brockens aus Katalonien, der wegen seines Gruppensiegs automatisch im Viertelfinale stand, ist man mit dem Los in Kiel alles andere als unzufrieden. "Ich bin dankbar für dieses Spiel", erklärte Gislason. "Das ist eine richtig gute Mannschaft mit einer richtig guten Geschichte und vielen Titeln", fügte Landin noch an.

Freuen darf man sich beim THW in jedem Fall. "Barcelona hat eine der besten Mannschaften seit langem", blickt Dahmke dem CL-Clinch entgegen: "Das wird ein Spiel gegen alte Freunde." Neben dem anvisierten Ziel des Final Fours haben die Norddeutschen noch etwas gutzumachen, der letzte Sieg über die Blaugrana war das Endspiel in Köln 2010. Seitdem trennte man sich einmal unentschieden, die letzten drei Vergleiche gingen allesamt verloren. Die Zeit für eine Revanche wäre also reif.

msc

 
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Vereinsdaten

Vereinsname:THW Kiel
Anschrift:Turnverein Hassee-Winterbek Kiel
Herzog-Friedrich-Straße 52
24103 Kiel
Telefon: 04 31 - 67 03 90
Telefax: 04 31 - 67 03 930
Internet:http://www.thw-provinzial.de/thw/


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