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04.03.2016, 10:15

Welcher Top-Star greift am Ende nach der Schale?

Die Meistermacher: Schmid, Duvnjak und Lauge

Der in den vergangenen Jahren doch recht einseitige Titelkampf ruft in dieser Spielzeit gar drei ambitionierte Anwärter auf den Plan. Die Rhein-Neckar Löwen, der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt liefern sich Spieltag für Spieltag brisante Fernduelle. Mehr und mehr kristallisierten sich dabei in den letzten Wochen drei Schlüsselspieler heraus, die am Ende den Ausschlag geben könnten. Ein Portrait.

Der unangefochtene König der Löwen

Spielmacher, Mann ohne Schmerzen und Kraftpaket: Andy Schmid, Domagoj Duvnjak und Rasmus Lauge.
Spielmacher, Mann ohne Schmerzen und Kraftpaket: Andy Schmid, Domagoj Duvnjak und Rasmus Lauge.
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Spitzenreiter sind aktuell die Rhein-Neckar Löwen, die mit 38:6-Punkten (um neun Treffer besseres Torverhältnis als Verfolger Kiel) vom Platz an der Sonne grüßen. Während die deutschen Fans zumeist den im Sommer nach Paris abwandernden Kapitän Uwe Gensheimer als entscheidendes Puzzleteilchen sehen, ist der Kopf des Löwenrudels doch ein anderer. Der Schweizer Andy Schmid ist auf der Spielmacher-Position für das Team von Trainer Nikolaj Jacobsen unverzichtbar. Fällt der 32-Jährige mal aus, macht sich das im Spiel der Nordbadener unmittelbar bemerkbar.

Sein blindes Verständnis mit dem vor der Saison nach Skjern gewechselten Kreisläufer Bjarte Myrhol stellte die hiesige Konkurrenz vor scheinbar unlösbare Probleme. Und es spricht für Schmid, dass der im Sommer nachverpflichtete Rafael Baena beinahe nahtlos in diese Rolle schlüpfen durfte. Nicht aber nur das Zusammenspiel mit dem Kreis oder seine grandiose Übersicht machen den 153-maligen Schweizer Nationalspieler (672 Tore!) in diesem Jahr so stark.

Sein Drang zum Tor und der unbändige Wille nach der ersten Meisterschaft mit den Löwen seit seinem Wechsel 2010 aus Dänemark (Bjerringbro-Silkeborg) verleihen ihm Flügel. Bereits 110 Bundesligatore hat Schmid markiert, seine Formkurve im neuen Kalenderjahr zeigt steil nach oben. 10 Treffer steuerte er beim 28:27-Sieg in der Königsklasse gegen Skopje bei, derer 11 beim 26:19 über Göppingen und gar 13 am Donnerstagabend gegen Melsungen (34:24). Nicht umsonst wählten ihn die Kollegen sowohl in der Spielzeit 2013/14 als auch in der abgelaufenen Saison zum wertvollsten Spieler der Bundesliga.

"Dules" unwiderstehliche Antwort

Nimmt nicht immer nur den leichtesten Weg: Kiels Domagoj Duvnjak.
Nimmt nicht immer nur den leichtesten Weg: Kiels Domagoj Duvnjak.
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Ein Spieler, der diesen Titel in absehbarer Zeit auch noch einmal (nach 2012/13) gewinnen könnte, ist Domagoj Duvnjak. Der kroatische Spielmacher des THW Kiel kennt keinen Schmerz, geht immer an seine Leistungsgrenze und hin und wieder auch darüber hinaus. Die vielen Verletzungen, die der deutsche Serienmeister in diesem Jahr aufzufangen hat, kompensiert Duvnjak in so manchen Spielen quasi im Alleingang. Vor allem dem Welthandballer von 2013 haben es die Zebras zu verdanken, dass man überhaupt noch so dick im Titelrennen dabei ist.

Nach seinem Wechsel im Sommer 2014 aus Hamburg, wo er mit dem HSV 2013 gar die Champions League gewonnen hatte, brauchte "Dule" gewisse Anlaufzeit. Es wurden bereits Stimmen laut, dass der viermalige kroatische Handballer des Jahres (2012-15) über den Zenit seines Schaffen hinaus sei. Der mittlerweile 27-Jährige schüttelte diese Kritik aber sichtlich unbeeindruckt aus den Kleidern - und ist nun der Anführer im Zebra-Tross. Dass man seinen Vertrag, der noch bis Sommer 2017 gegolten hätte, im Dezember des vergangenen Jahres vorzeitig bis 2020 verlängern konnte, ist eine der wichtigsten Personalien beim THW. In der letzten Saison trug er bereits seinen Teil zur 20. deutschen Meisterschaft der Kieler bei - und in diesem Jahr?

Lauge: Eine eindrucksvolle Rückkehr

Löwenbändiger: Rasmus Lauge hat Flensburg neuen Mut gegeben.
Löwenbändiger: Rasmus Lauge hat Flensburg neuen Mut gegeben.
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Der dritte Spieler im Bunde hat Kieler Vergangenheit, als eines der größten Talente in ganz Europa gehandelt, kam Rasmus Lauge aus seiner dänischen Heimat in den hohen Norden. Sein großes Verletzungspech (zwei Kreuzbandrisse binnen fünf Monaten) verhinderte aber den ganz großen Durchbruch. Im Schatten von Filip Jicha & Co. fühlte sich Lauge nicht unbedingt wohl, wollte mehr Spielzeit und mehr Verantwortung. Also entschied er sich im vergangenen Sommer für den Schritt zum Nordrivalen nach Flensburg.

Nicht die schlechteste Variante, wie sich nur ein halbes Jahr später herausstellte. Lauge genießt von Trainer Ljubomir Vranjes uneingeschränktes Vertrauen - und zahlt das regelmäßig mit bärenstarken Leistungen zurück. Seine Dynamik, sein Zug zum Tor und seine Entschlossenheit tun dem Flensburger Spiel sichtlich gut. So wurde etwa der Rivale aus Kiel in der Königsklasse Mitte Februar mit zehn Toren Unterschied heimgeschickt (37:27), Lauge alleine traf neunmal. Genauso häufig netzte der Däne beim für einen offenen Meisterschaftskampf so wichtigen 25:22 bei den Rhein-Neckar Löwen ein.

Auch von CL-Titelanwärter Veszprem war Lauge Ende Februar bei der unglücklichen 28:29-Pleite kaum zu stoppen (acht Tore). In der Liga netzte er in 22 Vergleichen bislang 76-mal ein. Die zwei Punkte Rückstand auf das Spitzenduo scheinen kein entscheidender Nachteil zu sein - auch wenn man einen Blick auf die Formkurve von Antreiber Lauge wirft.

msc

HSV-Ausverkauf hilft: Das hat sich im Winter in der Bundesliga getan
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© picture alliance, imago

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Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Rhein-Neckar Löwen618:49438:6
 
2THW Kiel680:56538:6
 
3SG Flensburg-Handewitt652:55136:8
 
4MT Melsungen654:58334:12
 
5Füchse Berlin659:60029:17
 
6HSG Wetzlar607:58229:17
 
7Frisch Auf Göppingen592:53727:17
 
8TSV Hannover-Burgdorf645:64626:20
 
9VfL Gummersbach626:61524:22
 
10SC Magdeburg608:61221:23
 
11SC DHfK Leipzig603:64919:27
 
12TBV Lemgo622:68514:32
 
13TVB 1898 Stuttgart566:64413:31
 
14HBW Balingen-Weilstetten587:65311:33
 
15Bergischer HC575:6629:37
 
16ThSV Eisenach568:6908:36
 
17TuS N-Lübbecke554:6486:38
 
18HSV Hamburg0:00:0

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