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20.01.2016, 17:52

Handball-Bundesliga entzieht Hamburg die Spielerlaubnis

Lizenzentzug! Das HSV-Aus ist besiegelt

Die Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga hat ihr Urteil über den insolventen HSV Hamburg gefällt - und dieses fiel erwartungsgemäß nicht positiv aus: Aufgrund "gravierender Verstöße gegen zwingend einzuhaltende Verpflichtungen aus dem Lizenzierungsverfahren und dem Lizenzvertrag" wird den Hanseaten die Spielberechtigung zum Ende der laufenden Saison entzogen. Das erklärte die HBL am Mittwochnachmittag.

Pascal Hens
Das Ende naht: Pascal Hens und dem HSV Hamburg wurde die Lizenz zum Saisonende entzogen - ob sie überhaupt noch weiterspielen, ist fraglich.
© imagoZoomansicht

Mit der Entscheidung, gegen die der Klub Einspruch einlegen kann, schöpft die Kommission das maximal mögliche Strafmaß aus, das die Lizenzrichtlinien bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen vorsehen, hieß es in einer HBL-Erklärung. Dem HSV wird die Teilnahme am Spielbetrieb zum Ende der Saison 2015/16 entzogen. Treten die Hamburger bis dahin dreimal nicht an, wird der Spielbetrieb eingestellt. Alle bis dahin ausgetragenen Spiele der Hanseaten würden nicht gewertet werden.

Ob sich die insolventen Norddeutschen die Fortsetzung der Saison überhaupt leisten können, ist allerdings fraglich. Der HSV-Kader ist längst in Auflösung begriffen. Ex-Nationalspieler Adrian Pfahl (Göppingen), die Torhüter Johannes Bitter (Stuttgart) und Jens Vortmann (Leipzig) sowie Kreisläufer Ilija Brozovic (Kiel) haben schon neue Klubs gefunden. Der Däne Hans Lindberg steht vor einem Wechsel zu den Füchsen Berlin, unklar ist die Zukunft des früheren Weltmeisters Pascal Hens.

Zusatzvereinbarung war der HBL nicht bekannt

Die Entscheidung der HBL liegt in einem Schriftstück begründet, dass die ehemalige Geschäftsführung um den inzwischen freigestellten Christian Fitzek der Liga offenbar vorenthalten hatte. Zu einer Verpflichtungserklärung des ehemaligen Mäzens Andreas Rudolph über eine Absicherung von rund 2,5 Millionen Euro gab es eine vertragliche Einschränkung - bei der Erteilung der Lizenz hatte die HBL davon keine Kenntnis.

Neubeginn nicht in 1. oder 2. Liga

Nur wegen dieser Verpflichtungserklärung hatte die HBL den Hamburger die Lizenz aber - unter erheblichen Auflagen - erteilt. Diese Entscheidung sei somit "nicht auf der Grundlage vollständig und wahrheitsgemäß vorgelegter Unterlagen erfolgt". Von der Zusatzvereinbarung zwischen Rudolph und dem HSV hatte HBL demnach erst am vergangenen Wochenende Kenntnis erhalten. Damit sei gegen die grundlegenden Voraussetzungen eines ordnungsgemäßen Lizenzierungsverfahrens verstoßen worden.

Einen Neubeginn müssten die Hamburger in der Drittklassigkeit starten. Die Lizenz für die 1. und 2. Handball-Bundesliga kann der HSV nicht beantragen.

Folgen für die Liga schon jetzt schwer - Was machen Minden & Co.?

Die Folgen für die Liga wiegen jetzt schon schwer. "Solch eine Situation gab es auch noch nicht", sagte Bohmann dem SID: "Fakt ist, dass es eine Reihe von geschädigten Klubs, Unternehmen und Personen gibt. Jeder, der sein Geld nicht bekommen hat, wird überlegen, wie er damit umgeht." Dies gilt für den Zweitligisten GWD Minden, der nach heutigem Kenntnisstand nicht hätte absteigen müssen und der seine juristischen Optionen bereits prüft. Im wahrscheinlichen Falle eines Rückzugs gilt es aber auch für die Klubs, die den HSV in der Rückrunde eigentlich noch begrüßen sollten.

ski/sid/dpa

20.01.16
 
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Vereinsdaten

Teamname:HSV Hamburg
Gründungsdatum:01.01.1999
Vereinsfarben:blau, weiß, schwarz
Anschrift:Handball-Sport-Verein Hamburg
Hellgrundweg 50
22525 Hamburg
Telefon: 0 40 - 30 98 76 0
Telefax: 0 40 - 30 98 76 76
Internet:http://www.hsvhandball.com