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18.01.2016, 22:35

DHB-Auswahl darf sich bei ihrem Torhüter bedanken

Mit Wolff und Herz: Deutschland ringt Schweden nieder

Die ersten zwei deutschen Punkte bei der Europameisterschaft in Polen mussten zwingend mit einem Namen verbunden werden: Andreas Wolff. Der Wetzlarer Keeper, der im Sommer zum THW Kiel wechselt, zog nach seiner Einwechslung den Schweden den Zahn. Dennoch war die DHB-Auswahl zu inkonstant, sodass es auf einen wahren Schweden-Krimi hinauslief (27:26). Auch Tobias Reichmann überzeugte in der Wahlheimat.

War der Fels in der deutschen Brandung: Der überragenden DHB-Schlussmann Andreas Wolff.
Der Fels in der deutschen Brandung: Der überragende DHB-Schlussmann Andreas Wolff.
© imagoZoomansicht

"Das war ein heißes Spiel. Wir wussten, dass es bis zur letzten Sekunde eng wird. So ist es auch gekommen", erklärte Bundestrainer Dagur Sigurdsson hinterher in der ARD. Bedanken konnte sich die mit 14 EM-Debütanten angetretene DHB-Elite bei Wolff und Rechtsaußen Reichmann (spielt im polnischen Kielce), der mit neun Toren zum besten Werfer avancierte.

Mit der Energieleistung und dem bestandenen Stresstest hat das deutsche Team nach der Auftaktniederlage gegen Spanien (29:32) Kurs auf die Hauptrunde genommen. Am Mittwoch (17.15 Uhr, LIVE! bei kicker.de) genügt gegen den WM-Achten Slowenien schon ein Punkt, um die zweite Turnierphase zu erreichen.

Wolff: "Jetzt kehrt eine gewisse Erleichterung ein"

"Die Freude ist groß, jetzt kehrt eine gewisse Erleichterung ein", sagte der zum Spieler des Spiels gewählte Wolff. "Jetzt kommen die Spiele, die wir gewinnen müssen", hatte Teammanager Oliver Roggisch bereits vor dem Duell mit dem Olympia-Zweiten erklärt. Erste Mission erfüllt. Sigurdsson hatte dafür seine gegen die Spanier nicht überzeugende Abwehrformation in der Halbzeit geändert. Der Isländer ließ im Handball-Klassiker gegen den WM-Zehnten nach einer 6:0- eine 4:2-Deckung spielen.

War für neun Treffer am Montagabend verantwortlich: Rechtsaußen Tobias Reichmann.
War für neun Treffer am Montagabend verantwortlich: Rechtsaußen Tobias Reichmann.
© imago

Die taktische Maßnahme zahlte sich vor 6000 Zuschauern allerdings nicht aus. Die deutsche Abwehr hatte erneut große Probleme und bekam besonders Johan Jakobsson von der SG Flensburg-Handewitt in der ersten Hälfte überhaupt nicht in den Griff. Torhüter Carsten Lichtlein war ebenfalls kein Faktor, im Angriff agierte die DHB-Auswahl zudem viel zu hektisch und lud die abwehrstarken Schweden durch Fehlwürfe und technische Fehler immer wieder zu Tempogegenstößen ein.

Sigurdsson wechselt den Sieg ein

Nach dem 6:9 (11. Minute) reagierte Sigurdsson. Der Bundestrainer brachte Wolff für Lichtlein. Kurzzeitig wurde das deutsche Spiel gegen die mit acht Bundesliga-Legionären angetretenen Schweden besser. Steffen Fäth glich mit seinem ersten Tor zum 10:10 (18.) aus, doch ein Wechselfehler und unnötige Zeitstrafen warfen die unerfahrene deutsche Mannschaft wieder zurück (10:14/23.). "Wir brauchen mehr Ruhe", forderte Sigurdsson in einer Auszeit.

Der Flensburger Mattias Andersson wurde im Tor der Schweden von Minute zu Minute aber immer stärker. Der erste verworfene Siebenmeter von Reichmann in der letzten Aktion der ersten Halbzeit passte ins Bild. "Es sind viele Sachen, an denen wir arbeiten müssen", sagte Roggisch in der Halbzeitpause.

Leistungssteigerung nach der Pause

Fieberten außen stets mit: Die deutsche Bank feiert einen Treffer der Kollegen.
Fieberten außen stets mit: Die deutsche Bank feiert einen Treffer der Kollegen.
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Und das ersatzgeschwächte deutsche Team kam wie verwandelt aus der Kabine. Die Abwehr agierte nun deutlich aggressiver, im Angriff wurden die Fehler minimiert und die Chancen besser verwertet. Torhüter Wolff trieb die Schweden zudem zur Verzweiflung. Reichmann gelang nach längerer Zeit mal wieder der Ausgleich (18:18/36.).

Es folgte der große Auftritt von Steffen Weinhold. Der Kapitän sorgte mit zwei Treffern für die erste Führung der DHB-Auswahl. Nach dem 23:20 in Unterzahl durch Jannik Kohlbacher ließ Sigurdsson an der Seitenlinie seinen Gefühlen freien Lauf und brüllte seine Freude lautstark heraus. Doch das Wechselbad der Gefühle ging weiter. Nach einer 26:22-Führung (48.) ließ das DHB-Team Schweden wieder bis auf ein Tor herankommen (27:26/56.). Doch Wolff hielt den Sieg in einer hektischen Schlussphase fest.


Deutschland - Schweden 27:26 (13:17)


Deutschland: Wolff (HSG Wetzlar), Lichtlein (VfL Gummersbach) - Sellin (MT Melsungen), Lemke (SC Magdeburg) 1, Reichmann (KS Vive Kielce/Polen) 9/5, Wiede (Füchse Berlin) 2, Pekeler (Rhein-Neckar Löwen) 1, Weinhold (THW Kiel) 5, Strobel (HBW Balingen-Weilstetten), Schmidt (TSV Hannover-Burgdorf), Fäth (HSG Wetzlar) 3, Dahmke (THW Kiel) 4, Ernst (VfL Gummersbach), Pieczkowski (TuS N-Lübbecke), Dissinger (THW Kiel) 1, Kohlbacher (HSG Wetzlar) 1.
Schweden: Andersson, Appelgren - Olsson, Källmann 2, Ekberg 4, Lukas Nilsson 5, Konradsson 1, Karlsson, Jakobsson 8, Petersen 1/1, Stenmalm, Cederholm, Östlund 2, Zachrisson, Andreas Nilsson 3, Nielsen.
Zuschauer: 6000
Schiedsrichter: Gubica/Milosevic (Kroatien)
Strafminuten: 8 / 4
Disqualifikationen: Dissinger (56.) grobes Foulspiel / -

msc/sid

Handball-EM: Bilder zum Spiel gegen Schweden
Zweites Spiel, erstes Glück
Rune Dahmke und Schwedens Johan Jakobsson (re.)
Zweites Spiel, erstes Glück

Spannender geht kaum. Deutschland hat sich im zweiten Spiel der EM 2016 in Polen gegen Schweden rehabilitiert und hat nun wieder gute Aussichten auf das Erreichen der nächsten Runde. Gegen die Skandinavier musste die DHB-Auswahl zuvor eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchlaufen, ehe sie sich in dem Krimi durchsetzte.
© Getty Images

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