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10.01.2016, 17:23

Niederlage gegen Island - Sigurdsson bangt um Fäth

"Luft nach oben": DHB-Team verpatzt EM-Generalprobe

Die deutschen Handballer haben ihre Generalprobe für die Europameisterschaft verpatzt und müssen sich bis zum Auftaktspiel mächtig steigern. Fünf Tage vor EM-Beginn verlor der weiter verjüngte WM-Siebte am Sonntag in Hannover sein letztes Testspiel gegen Island mit 24:27 (12:15). "Wir haben noch Luft nach oben bis zur Europameisterschaft", stellte Kapitän Steffen Weinhold fest.

Schwerer Stand: DHB-Kapitän Steffen Weinhold wird von der Isländer Abwehr bearbeitet.
Schwerer Stand: DHB-Kapitän Steffen Weinhold wird von der Isländer Abwehr bearbeitet.
© Getty ImagesZoomansicht

Vor 10 050 Zuschauern in der ausverkauften Arena warfen Linksaußen Rune Dahmke und Weinhold je fünf Tore für die deutsche Mannschaft, die in der Schlussviertelstunde auf Steffen Fäth verzichten musste. Der Rückraumspieler war bei einem Sprungwurf auf den Rücken gefallen und konnte nicht mehr weitermachen. "Da müssen die Trainer jetzt die Köpfe zusammenstecken und überlegen, ob sie jemanden nachnominieren", sagte Hanning. Bundestrainer Dagur Sigurdsson will erst die ärztlichen Diagnosen abwarten, bevor er eine Personalentscheidung trifft. "Wir warten ab, was rauskommt", sagte er. Zudem ließ er offen, ob er 16 oder 17 Spieler mit zur EM nach Breslau nimmt. "Wir gehen davon aus, dass wir mit 16 Spielern reisen. Die Zusammensetzung hängt davon ab, wer topfit ist. Aber es kann sein, dass wir das ändern, wenn einer halb und halb ist", meinte der Isländer.

"Man hat gesehen, Island und Deutschland sind beide auf einem sehr guten Weg zur EM. Das hat keinen Freundschaftsspiel-Charakter gehabt. Das war vom Kampf auf EM-Niveau", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson zum Spiel selbst. Bei der EM ist am Samstag in Breslau Spanien erster Vorrundengegner in der Gruppe C. Die weiteren Kontrahenten sind Schweden und Slowenien. Die ersten drei Teams erreichen die Hauptrunde.

"Wir dürfen nie zufrieden sein", sagte Teammanager Oliver Roggisch. Angesichts der ersten Halbzeit im zweiten Spiel gegen Island gibt es dafür auch keinen Anlass. Im Angriff lief im deutschen Team erstaunlich wenig zusammen. Es fehlte an Dynamik, Laufwege passten nicht. Das gesamte Spiel war zu behäbig und statisch. Dadurch war die DHB-Auswahl berechenbar in ihren Aktionen - auch für Islands Torhüter Björvin Gustavsson, der viele Würfe von Fäth und Co. entschärfte.

Auszeit sorgt nur kurz für Besserung

Zudem düpierten die Gäste mit Hüft- und Unterarmwürfen ein ums andere Mal die deutschen Abwehrriesen um den 2,10-Meter-Riesen Finn Lemke. "Da muss man sich besser hinstellen", hatte Sigurdsson dies schon im ersten Vergleich als Schwachstelle ausgemacht. So geriet der Gastgeber mit 5:9 (15.) ins Hintertreffen. Nach einer Auszeit und mahnenden Worten des Bundestrainers zog die deutsche Mannschaft das Tempo an und verkürzte auf 8:9 (18.). Allerdings stellte sich dies nur als Strohfeuer heraus, die Aufholjagd war schnell beendet. Nach vier Gegentreffern hintereinander wuchs der Rückstand auf 8:13 (21.). Sigurdsson nahm seine zweite Auszeit, in deren Folge sich die Mannen im Kapitän Weinhold noch einmal strafften und bis zur Pause auf 12:15 verkürzten.

Die deutsche Mannschaft, die abermals ohne den mit Leistenproblemen gehandicapten Spielmacher Nical Pieczkowski auskommen mussten, konnte sich auch in der zweiten Halbzeit nicht steigern. Vor allem fehlte es an der letzten Konsequenz beim Torwurf. Island bestrafte die Fehler eiskalt, das DHB-Team geriet mit 15:21 in Rückstand und konnte das Spiel trotz kämpferischen Aufbegehrens nicht mehr wenden. 24 Stunden zuvor hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Kassel noch einen knappen 26:25 (15:13)-Erfolg gegen den Olympia-Zweiten von 2008 erkämpft, nachdem es zum Auftakt der EM-Vorbereitung gegen Tunesien ein 37:30 gegeben hatte.

Deutschland - Island 24:27 (12:15)

Deutschland: Lichtlein (VfL Gummersbach), Wolff (HSG Wetzlar) - Sellin (MT Melsungen) 1/1, Lemke (SC Magdeburg), Reichmann (KS Vive Kielce), Wiede (Füchse Berlin) 3, Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Weinhold (THW Kiel) 5, Strobel (HBW Balingen-Weilstetten) 2, Schmidt (TSV Hannover-Burgdorf), Fäth (HSG Wetzlar) 2, Häfner (TSV Hannover-Burgdorf) 2, Dahmke (THW Kiel) 6, Ernst (VfL Gummersbach) 1, Dissinger (THW Kiel) 1, Kohlbacher (HSG Wetzlar) 1
Island: Gustavsson, Edvardsson - Svavarsson 3, Kristjansson 3, Palmarsson 7, Karason 3, Hallgrimsson 2, Atlason 2, Sigurdsson 2/1, Gudjonsson, Gudmundsson 2, Arnor Gunnarsson 1, Petersson 2, Robert Gunnarsson, Sigurmansson, Konradsson, Bjarki Gunnarsson, Helgason
Schiedsrichter: Birch/Stenrand (Dänemark)
Zuschauer: 10 050
Strafminuten: 2 / 6

dpa

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