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26.01.2015, 13:10

Schiedsrichter-Diskussion bei der WM neu entfacht

Aus gegen Katar: Österreich fühlt sich verpfiffen

Nach dem knappen WM-Aus gegen Gastgeber Katar am Sonntag kochten bei den österreichischen Handballern die Emotionen hoch. Im Zentrum der Kritik steht die Leistung der Schiedsrichter, die vor allem in der Schlussphase umstrittene Entscheidungen gegen die Österreicher fällten. "Vielleicht muss man das erwarten", sagte Kapitän Viktor Szilagyi: "Ich kann das schwer akzeptieren."

Patrekur Johannesson
Stadien der Verzweiflung: Österreichs Trainer Patrekur Johannesson beim Spiel gegen Katar.
© imagoZoomansicht

Patrekur Johannesson schlug die Hände über dem Kopf zusammen, verdrehte die Augen oder reagierte mit einem höhnischen Lachen: Bei der 27:29-Achtelfinalpleite gegen Gastgeber Katar - damit potenzieller Viertelfinalgegner der deutschen Handballer - drückte Österreichs Trainer in Gestik und Mimik sein Unverständnis über etliche Schiedsrichter-Entscheidungen aus. "Ich glaube, Katar wird Weltmeister", meinte er vielsagend. Zum Auftritt der Kroaten Boris Milosevic und Matija Gubica wollte er sich besser nicht äußern - aus Angst vor daraus resultierenden Sanktionen für das kommende Spiel in der EM-Qualifikation gegen Finnland. "Ich will auch das nächste Spiel gegen Finnland mit meiner guten Mannschaft zusammen machen", sagte der Isländer und ergänzte: "Sie sind eigentlich ein gutes Paar. Aber heute hatten sie einen schlechten Tag."

Das sah ganz bestimmt auch sein Torhüter Thomas Bauer vom TBV Lemgo so, der nach der Schlusssirene auf die Schiedsrichter losgestürmt war: "Ich hab ihnen nur mitgeteilt, dass sie bis zur 55. Minute die besten Referees des Turniers waren. Den Rest kann man sich denken."

Diskussion neu befeuert

Die Beschwerden aus dem Team Österreich kommen nicht von ungefähr und haben lediglich eine Schiedsrichter-Diskussion neu befeuert, die bereits im Abklingen begriffen war. Seit Turnierbeginn stehen die Unparteiischen von vielen Seiten in der Kritik. Die Regelauslegung für Stürmerfoul, fürs Trikotziehen oder das Abwehrverhalten auf den Außenpositionen sorgt für Unverständnis und Verwunderung auch im deutschen Lager.

"Wir hatten ein Spiel gegen Saudi-Arabien, wo null Hektik und Stress war. Trotzdem hatten wir elf Zeitstrafen. Das ist für mich nicht so normal", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson und wünschte sich, dass die Schiedsrichter die Spiele auf dem Niveau der Bundesliga leiten: "Es wäre sehr gut, wenn es ein bisschen so in diese Richtung geht."

Der Weltverband IHF hat vor dem Turnier alle Mannschaften davon unterrichtet, dass die Angriffsspieler mehr geschützt werden. Betroffen sind das Spiel der Kreisläufer, das Schubsen von Rückraumspielern im Sprung oder Trikotziehen. In der Umsetzung aber ist das ebenso notwendige wie löbliche Vorgehen gegen rüde Fouls ins Gegenteil umgeschlagen.

Wir haben sehr, sehr viele Offensivfouls gemacht, in der zweiten Hälfte vor allem. Da haben die Katarer anscheinend gut gedeckt.
Österreichs Viktor Szilagyi mit einer gehörigen Portion Sarkasmus

Oliver Roggisch, zu seiner aktiven Zeit als Abwehrspezialist selbst kein Kind von Traurigkeit, erinnerte daran, dass auch bei vorangegangenen WM-Turnieren anfangs im Zweifel immer einmal mehr gepfiffen wurde. "Aber jetzt ist die Vorrunde vorbei und es wird immer noch relativ kleinlich gepfiffen. Gerade bei Schiedsrichtern, die noch nicht das Standing haben und noch nicht so erfahren sind. Die lassen sich wahrscheinlich mehr beeinflussen als die alten Hasen, die einfach ihr Ding durchziehen und so pfeifen wie sie immer pfeifen", sagte der deutsche Team-Manager.

Kapitän Viktor Szilagyi
"Ich kann das schwer akzeptieren": Österreichs Kapitän Viktor Szilagyi nach dem 27:29 gegen Katar.
© imago

"Ich weiß nicht, ob das gut für den Handball ist", sagte Österreichs Kapitän Szilagyi, der in der Bundesliga beim Bergischen HC spielt. Seinen Mitspielern und ihm war allerdings auch bewusst, dass sie erst durch die teils schlechte Chancenverwertung anfällig dafür waren, durch Schiedsrichter-Entscheidungen beeinflussbar geworden zu sein. "Wir haben vielleicht zu viele Bälle verworfen in einigen freien Situationen, um am Ende gewinnen zu können. Wir haben sehr, sehr viele Offensivfouls gemacht, in der zweiten Hälfte vor allem", sagte der Spielmacher und fügte süffisant an: "Da haben die Katarer anscheinend gut gedeckt."

dpa/sid/ski

 

6 Leserkommentare

rogerburns
Beitrag melden
27.01.2015 | 00:57

Schiedsrichter pfeifen gut

Ja es stimmt. Die Schiris pfeifen schnell bei der Handball WM und machen damit das, was dringend geboten [...]
fandessvwilhelmshaven
Beitrag melden
26.01.2015 | 23:34

@ rogerburns

Du hast das Spiel zwischen Katar und Österreich nicht gesehen, oder? Anhand deines Kommentars schließe [...]
Robrob1112
Beitrag melden
26.01.2015 | 23:33

Ich kann rogerburns Meinung nicht ganz nachvollziehen. Ich denke, dass bisher genau das Gegenteil gemacht [...]
eadulf
Beitrag melden
26.01.2015 | 23:33

@ bolzfreund

erstens: du kannst Fussball nicht wirklich mit Handball vergleichen (grösseres Feld, nur ein Schiedsrichter, [...]
bolzfreund
Beitrag melden
26.01.2015 | 23:09

Die Leistung der Schiedsrichter ging 52 Minuten voll in Ordnung.
Gegen Ende wurde dann mit 3-4 Entscheidung[...]

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