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09.07.2013, 16:27

Spanischer Hauptstadt-Klub bestätigt seinen Rückzug

Schock für den Handball: Atletico löst sich auf

Vergangenen Sommer erschütterte die Insolvenz von AG Kopenhagen den europäischen Handball, nun verschwindet der nächste Top-Klub von der Bildfläche. Der dreimalige Champions-League-Sieger BM Atletico Madrid bestätigte seinen Rückzug aus dem Spielbetrieb am Dienstag offiziell. Zahlreiche Profis, darunter der deutsche Nationalspieler Christian Dissinger, müssen sich nun einen neuen Arbeitgeber suchen.

Plötzlich arbeitslos: Trainer Talant Dujshebaev und die Spieler von Atletico Madrid.
Plötzlich arbeitslos: Trainer Talant Dujshebaev und die Spieler von Atletico Madrid.
© imagoZoomansicht

"Der Handball-Club CB Neptuno teilt allen Anhängern und Unterstützern von Atlético de Madrid mit, dass die Gesellschaft wegen der aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten entschieden hat, ihre sportlichen Tätigkeiten nicht fortzusetzen und alle Abteilungen zu schließen", teilte der Verein auf seiner Internetseite mit. Das Fehlen von Sponsoren und die mangelnde Unterstützung von öffentlicher Seite werden in der von Klubpräsident Domingo Díaz de Mera Lozano unterzeichneten Erklärung als Gründe für die Pleite genannt. Die Führungskräfte des Vereins seien nach den bisherigen Verlusten nicht mehr in der Lage, weitere Gelder in den Klub zu stecken. Spanischen Medienberichten zufolge hat der Klub eine Million Euro Steuerschulden.

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Erst in der Saison 2011/12 war der Traditionsverein Ciudad Real, bzw. dessen Lizenznehmer CB Neptuno, wegen hoher Schulden unter das Dach des Namens- und Geldgebers Atletico Madrid gewechselt. 2006, 2008 und 2009 hatte der Klub die Champions League gewonnen. Dort sollte Atletico in der neuen Saison in einer Gruppe mit dem deutschen Meister THW Kiel spielen, daraus wird aber nichts. Der spanischen Liga droht nun Langeweile: Zuletzt war Atletico das einzige Team gewesen, das noch halbwegs mit dem FC Barcelona mithalten konnte.

Neben zahlreichen weiteren Top-Spielern steht jetzt auch Star-Trainer Talant Dujshebaev plötzlich ohne Klub da. "Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Ich fühle mit den Spielern und den Fans", sagte der frühere Welthandballer. Er sei um die Welt gereist, um neue Sponsoren für die Rettung des Klubs zu generieren: "Doch ich habe keinen Erfolg gehabt."

Ein Schock ist die Meldung auch für Christian Dissinger (21). Die deutsche Nachwuchshoffung hatte sich vor einigen Wochen zu einem Wechsel von den Kadetten Schaffhausen zu Atletico entschieden.

Das Aus der Spanier wird Auswirkungen auf die Bundesliga haben. HSV-Präsident Matthias Rudolph kündigte an, Kontakt zum spanischen Weltmeister Joan Canellas aufzunehmen, der eigentlich erst 2014 nach Hamburg wechseln sollte. "Die Sachlage hat sich verändert", sagte Rudolph der "Hamburger Morgenpost": "Wir werden uns damit beschäftigen und müssen uns Gedanken machen." Ein sofortiger Wechsel gilt nach dem Abgang von Marcin Lijewski als wahrscheinlich. Auch ein Transfer des Franzosen Xavier Barachet könnte beim HSV wieder zum Thema werden.

09.07.13
 
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