Vertraglich ist Kraus noch bis Sommer 2014 an den HSV gebunden, doch schon ein Jahr zuvor geht es zurück zu den Wurzeln: "Wir haben uns mit Michael Kraus und Göppingen auf seinen vorzeitigen Wechsel zur neuen Saison verständigt", erklärte HSV-Geschäftsführer Christoph Wendt am Montag in einer Pressemitteilung. Trainer Martin Schwalb stellte fest: "Mimi hat tolle Spiele für den HSV gezeigt. Seinen Wunsch, zurück zu Frisch Auf zu gehen, respektieren wir und wollen ihm diesen Schritt ermöglichen."
Kraus, der nach zahlreichen Verletzungen zuletzt wieder ansteigende Form bewies, kündigte an, bis zum Sommer alles für die Hamburger zu geben, für die er in 104 Pflichtspielen bislang 300 Treffer erzielte. Die Rückkehr nach Göppingen sei eine "Herzensangelegenheit". Kraus: "Ich habe zur richtigen Zeit den Schritt zum HSV gemacht: Die deutsche Meisterschaft war für den Verein und auch für mich persönlich einfach das Größte." 2011 hatte Hamburg erstmals den Meistertitel gewonnen.
In der Heimat freut man sich auf den verlorenen Sohn: "Michael Kraus hat seine Wurzeln in Göppingen und der Region, in seinen Adern fließt grün-weißes Blut", meinte Geschäftsführer Gerd Hofele: "Mit 29 hat er seine beste Zeit noch vor sich. Michael war von Anfang an bereit, sich im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten zu bewegen." Trainer Velimir Petkovic verriet, dass eine erneute Zusammenarbeit schon seit Jahren in seinem Kopf herumgespukt sei: "Michael soll in der kommenden Saison in unserer Mannschaft den Ton angeben."
Für Frisch Auf hatte der gebürtige Göppinger Kraus schon von 2002 bis 2007 gespielt. Nach drei Jahren beim TBV Lemgo ging es dann weiter nach Hamburg. 2007 wurde Kraus mit der deutschen Nationalmannschaft im eigenen Land Weltmeister. Die hohen Erwartungen als Zukunftsfigur des deutschen Handballs konnte er im DHB-Dress, auch aufgrund zahlreicher Verletzungen, danach allerdings nicht erfüllen. Unter Bundestrainer Heiner Brand und dessen Nachfolger Martin Heuberger spielte der 114-malige Nationalspieler zuletzt keine Rolle mehr.
Auch das soll sich jedoch ändern, wenn es nach Geschäftsführer Hofele geht: "Es würde uns sehr freuen, wenn wir unseren Beitrag dazu leisten können, dass Michael Kraus wieder für die deutsche Nationalmannschaft aufläuft."
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