Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?

22.01.2013, 13:51

WM 2013, Viertelfinale: DHB-Team trifft am Mittwoch auf Spanien

Roggisch will die Frischlinge in den Tunnel führen

Nun also Spanien. Viel härter hätte es die deutsche Handball-Nationalmannschaft im Viertelfinale der WM (Mittwoch, 19 Uhr im ausführlichen LIVE!-Ticker) kaum treffen können. Der Gastgeber ließ am Montag das Spitzenteam aus Serbien mit 31:20 (20:12) abblitzen, hat einen erfahrenen und kampferprobten Kader, zudem fast die ganze Halle im Rücken. Dem DHB-Team um den wieder aufgeblühten Oliver Roggisch ist trotzdem nicht bange - zumal auch der Respekt beim Gegner durchaus vorhanden ist.

Oliver Roggisch und Martin Heuberger
Nachbarn, nicht nur an der Seitenlinie: Oliver Roggisch und Martin Heuberger kennen sich seit einer Ewigkeit.
© imagoZoomansicht

Was Spanien gegen Serbien ablieferte, war durchaus beeindruckend. Mit einer aggressiven Abwehr kauften die Iberer dem Vize-Europameister früh den Schneid ab, ein Gegenstoß nach dem anderen rollte auf Keeper Darko Stanic zu. Schon zur Pause war die Partie so gut wie gelaufen.

Martin Heuberger verfolgte das Spiel in Saragossa gemeinsam mit seinem Team in der Halle, schließlich wird auch das Viertelfinale im "Pabellón Príncipe Felipe" ausgetragen. Der Bundestrainer war hörbar beeindruckt: "Die Spanier haben das Spiel gegen die Serben klar beherrscht und wirklich eine tolle Dominanz an den Tag gelegt - vor allem mit ihrer sehr flexiblen Abwehrspielweise haben sie die Serben vor richtige Probleme gestellt." Zwar habe er von Serbien mehr erwartet, aber es sei auch "wirklich schwierig, gegen diese aktive Abwehr zu spielen. Das haben wir auch im Vorfeld gewusst. Aber bereits in der Vorrunde hatten wir ähnlich Abwehrsysteme zu bespielen und haben da immer wieder gute Lösungen gefunden."

Wenn nicht, hagelt es auch für das DHB-Team Gegenstöße - und die Halle könnte wie am Montag zum Tollhaus werden. Respekt hat sich die deutsche Mannschaft jedenfalls schon erarbeitet. "Die Deutschen haben ein Superteam", sagte der spanische Nationaltrainer Valero Rivera. "Bei den Deutschen opfern sich alle Spieler für die Mannschaft auf, und sie spielen sehr schnell." Auch Kreisläufer Gedeón Guardiola, der im Verein bei den Rhein-Neckar Löwen seine Brötchen verdient, nimmt das DHB-Team nicht auf die leichte Schulter. "Die Deutschen sind im Laufe des Turniers immer besser geworden. Sie haben sich seit der Europameisterschaft enorm gesteigert."

Die Gründe dafür sind vielfältig. Der Kader ist ausgeglichener, die Chemie in der Truppe besser, das Angriffsspiel variabler - und die Abwehr kompakter. Zweifellos auch ein Verdienst von Oliver Roggisch, der mit seinen 34 Jahren frischer wirkt als je zuvor - und sogar Tore wirft. Vier Zeitstrafen (für "The Rogg" erstaunlich wenig) stehen vier Treffer, erzielt aus Gegenstößen und zweiter Welle, gegenüber. "Und die Schiedsrichter müssen nicht mal mehr Zeitspiel anzeigen, bis er vorne ist", witzelte Heuberger.

- Anzeige -

Roggischs Erfolgsrezept: Vertrauen, Trotz und die Binde

Ganz ernst meint es Heuberger aber, wenn er vom "besten Roggisch aller Zeiten" spricht. Er muss es wissen. Der 48 Jahre alte Bundestrainer kennt den 34-Jährigen von kleinauf, die Familien wohnen in Schutterwald keine fünf Minuten voneinander entfernt. "Ich weiß, dass ich ihm vertrauen kann, und andersrum genauso. Dieses Vertrauensverhältnis tut uns gut und ist gut für die Mannschaft", sagt Roggisch. Dessen Leistungsexplosion basiert aber auch auf einer Trotzreaktion. Viele hatten den Weltmeister von 2007 schon abgeschrieben. "Ich wollte es ein paar Leuten noch einmal beweisen. Und mir selbst natürlich auch." Zusätzliche Motivation scheint der leidenschaftliche Tauchsportler aus der Spielführerbinde zu ziehen. "Kompliment, wie er als Kapitän hier agiert", lobt Heuberger.

Das ist eine schöne Motivation für uns.Dominik Klein zum drohenden "Hexenkessel" gegen Spanien

Roggisch, dazu Michael Haaß, Carsten Lichtlein und Dominik Klein - der Kreis der Weltmeister von 2007 ist immer kleiner geworden. Könnte die mangelnde Erfahrung beim "Auswärtsspiel" in Spanien dem DHB-Team zum Verhängnis werden? Laut Roggisch nicht: "Davor ist mir nicht bange. Die ganz jungen Spieler und die mit wenig Länderspielen werden wir noch ein bisschen darauf vorbereiten", erklärte er. "Aber wenn man einmal bei einem Spiel im Tunnel drin ist, nimmt man das sowieso nicht so wahr. Und deshalb habe ich davor auch keine Angst." Optimist Klein sowieso nicht. Der Linksaußen dreht die Fakten kurzerhand zugunsten der eigenen Truppe um. "Die Atmosphäre war sehr heißblütig, das spiegelt sich auch in der Mannschaft wider: Die Spieler treiben die Fans immer wieder an, laut zu sein. Das ist eine schöne Motivation für uns, in der Halle zu bestehen."

DHB-Team schlägt Mazedonien und steht im Viertelfinale
Wenn einer hält und alle treffen ...
Deutsche Fans
Farbenfroh

Die Vorfreude auf das Achtelfinale gegen Mazedonien war im deutschen Fan-Lager riesig.
© Getty Images

vorheriges Bild nächstes Bild
22.01.13
 
- Anzeige -
Seite versenden
zum Thema
- Anzeige -

- Anzeige -