Atletico hatte mit Kiel noch ein Hühnchen zu rupfen. Schließlich musste sich der Nachfolge-Verein von Ciudad Real im Finale der Königsklasse 2012 den Zebras geschlagen geben, der Erfolg im Finale des weniger prestigeträchtigen Weltpokals vor vier Wochen wog dagegen eher gering. In der riesigen Stierkampfarena Palacio Vistalegre sollte die CL-Revanche gelingen. Doch daraus wurde nichts.
Die Zebras stellten einmal mehr ihre Abgezocktheit unter Beweis - und waren sofort hellwach. Beim Stand von 3:7 (9.) entschied sich Trainer Talant Dushebaev bereits für die erste Auszeit. Auch die Einwechslung von Star-Neuzugang Ivano Balic trug nicht allzu viele Früchte. Mit einem 17:15-Vorsprung (Toft Hansen hatte kurz vor der Sirene getroffen) für die Zebras ging es in die Pause.
Und auch in Hälfte zwei hatten die Kieler immer eine Antwort parat auf die wütenden Angriffe der Rot-Weißen. Und das, obwohl Toft Hansen kurz nach Wiederanpfiff wegen der dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah. Die starken Torleute Thierry Omeyer und Andreas Palicka hatten entscheidenden Anteil, dass die Mühen der Kieler nicht umsonst waren. Mit drei Toren in Unterzahl vom 23:22 (44.) zum 26:22 (45.) stellte der Titelverteidiger die Weichen endgültig auf Sieg, es wurde hinten raus nicht mehr eng. Erfolgreichster Kieler Werfer beim 32:27-Erfolg war der Filip Jicha mit sieben Toren. Für Madrid erzielte Kiril Lazarov sechs Treffer.
Mehr Mühe als erwartet hatte zuvor Berlin mit den Gästen aus Minsk. Der Final-Four-Teilnehmer der Vorsaison musste erstmals im Velodrom am Prenzlauer Berg antreten, da die Schmeling-Halle bei der Terminbekanntgabe bereits belegt war. Auf dem ungewohnten Terrain taten sich die Füchse vor 3813 Zuschauern zunächst schwer, zur Pause stand es trotz einer zwischenzeitlichen 8:5-Führung (14.) nur 13:13. Auch in der zweiten Hälfte hielten die Weißrussen über weite Strecken mit. Erst mit der Hereinnahme von Iker Romero fanden die Berliner zu ihrem Spiel. Jaszka markierte das 27:25 anderthalb Minuten vor Schluss - die Vorentscheidung zugunsten der Hauptstädter.
Nationalspieler Sven-Sören Christophersen fand trotz des Erfolgs deftige Worte. "Im Fußball würde man so etwas als Grottenkick bezeichnen. Das war nicht akzeptabel. Wichtig sind nur die beiden Punkte. Wir müssen daran arbeiten, dass wir auf europäischem Niveau besser in die Spur kommen." Ivan Nincevic war mit acht Toren der beste Werfer der Berliner. Ihm folgte Bartlomiej Jaszka mit fünf Treffern.
Tore Atlético Madrid: Lazarow 6/2, Canellas 4, Källmann 4, Romero 4, Masachs 3, Barachet 2, Jurkiewicz 2, Parrondo 2
THW Kiel: Jicha 7, Klein 5, Vujin 4/3, Ilic 4, Palmarsson 4, Narcisse 3, Toft Hansen 3, Sprenger 1, Ahlm 1
Zuschauer: 8853
Strafminuten: 4 / 16
Disqualifikation: - / Toft Hansen (36./3. Zeitstrafe)
Tore Füchse Berlin: Nincevic 8/4, Jaszka 5, Bult 4/1, Richwien 4, Romero 3, Christophersen 2, Laen 2, Pevnov 1
Dinamo Minsk: Atman 5/2, Sevaljevic 5/2, Nikulenkow 4, Babitschew 4, Rutenka 3, Stezjura 3, Onufrijenko 1
Zuschauer: 3813 Strafminuten: 2 / 6
| Heim | Gast | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Chehovski Medve | - | Partizan Belgra | 38:31 | |
Flensburg | - | Montpellier HB | 37:37 | |
IK Sävehof | - | Constanta | 35:31 | |
Kadetten Schaff | - | FC Barcelona | 23:33 | |
MKB Veszprem KC | - | Celje Pivovarna | 32:22 | |
Osiguranje Zagreb | - | Pick Szeged | 30:27 | |
Reale Ademar | - | Hamburg | 26:28 | |
RK Gorenje Vele | - | St. Petersburg | 35:22 | |
Berlin | - | HC Dinamo Minsk | 29:25 | |
Vive Kielce | - | Bjerringbro-Silkeborg | 35:26 | |
Atl. Madrid | - | Kiel | 27:32 | |
Chambery S. | - | RK Metalurg Sko | 30:33 | |