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25.08.2012, 12:31

Die große HBL-Vorschau auf die Saison 2012/13

Wer kann Kiel holen?

Die Zahlen stehen da wie eingemeißelt: 68:0. Der THW Kiel gab in der vergangenen Saison nicht einen einzigen Zähler ab, holte nebenbei noch die Champions-League-Trophäe und den DHB-Pokal an die Förde. Trampeln auch die personell neu formierten Zebras erneut über die Konkurrenz hinweg? Der HSV Hamburg und die Rhein-Neckar Löwen müssen inzwischen jedenfalls kleinere Brötchen backen, die Berliner Füchse rüsteten hingegen weiter auf. Eine Vorschau auf die am Freitagabend beginnende Saison...

THW Kiel
Der erste Titel ist schon eingetütet: Am Dienstag gewann der THW Kiel den Supercup gegen Flensburg.
© getty images

Alfred Gislason hat die neue Saison offenbar schon einmal durchkalkuliert. Sein Ergebnis: "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir wieder ein Spiel verlieren, ist ziemlich hoch."

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Wie tröstlich für die Konkurrenz. Doch von Mannheim bis Flensburg macht man sich ohnehin nichts vor. "Ein paar Spele werden die Kieler vielleicht verlieren. Aber ich sehe keine Mannschaft, die sie stoppen könnte", sagt SG-Manager Dierk Schmäschke. "Der THW ist und bleibt die bester Vereinsmannschaft der Welt, eine Titelverteidigung wäre also nur logisch", ergänzt Thorsten Storm, Manager der Rhein-Neckar Löwen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt aber für die Rivalen. Nämlich der, dass die Zebras den Mini-Umbruch nicht so recht verdauen könnten.

Mit Kim Andersson hat schließlich ein jahrelanger, wenn auch nicht immer unumstrittener Leistungsträger den Verein verlassen, auch Abwehr-Ass Daniel Kubes (Melsungen), Routinier Henrik Lundström (Redbergslids IK), Youngster Tobias Reichmann (Wetzlar) und Kreisläufer Milutin Dragi?evi? (HCM Constanta) haben den Klub verlassen. Doch Kiel wäre nicht Kiel, wenn nicht neue Stars längst das Erbe angetreten hätten. Der serbische Rückraumshooter Marko Vujin (27) nimmt Anderssons Platz ein, die Verpflichtung des isländischen Weltklasse-Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson (33, Bundesliga-Torschützenkönig 2006) sowie der beiden Kreisläufer Rene Toft Hansen (27, Dänemark) und Patrick Wiencek (23, kam aus Gummersbach) lassen keinen Qualitätsverlust erkennen. Dennoch sagt Gislason: "Das ist alles nicht so einfach. Wir müssen uns erst finden, daher sollte man keine Wunderdinge erwarten."

Flensburg: Glandorf wieder da, Weinhold neu dabei

Einen kleinen Vorgeschmack auf die neuen Zebras erhielt am Dienstagabend Erzrivale Flensburg im Supercup, die SG musste sich mit 26:29 (14:14) geschlagen geben. Im Duell zwischen dem Meister und Cupsieger aus Kiel gegen den Pokalfinalisten und Vizemeister war Linkshänder Vujin gleich mal bester THW-Werfer (9/4). Flensburgs erfolgreichste Schützen waren Anders Eggert (6/3) und der sechsmalige Torschütze Holger Glandorf (siehe Statistik unten).

Die Flensburger nahmen trotzdem positive Erkenntnisse mit nach Hause - allen voran Glandorf. Der Nationalspieler feierte nach 136 Tagen Pause wegen einer Fersenverletzung sein Comeback und wusste dabei zu überzeugen. "Für mich ist es eine Erleichterung, dass ich wieder auf dem Spielfeld stehen darf. Jetzt geht es weiter", sagte der 29-Jährige, der allerdings auch einräumte: "Der Alte bin ich noch lange nicht. Das wird noch einige Wochen und Monate dauern." Nur gut, dass die Flensburger mit Nationalspieler Steffen Weinhold (kam vom TV Großwallstadt) auf einen zuverlässigen zweiten rechten Rückraumspieler bauen können.

Füchse Berlin: Igropulo und Lund verstärken den Kader

Erfahrene Füchse: Konstantin Igropulo und Börge Lund.
Erfahrene Füchse: Konstantin Igropulo und Börge Lund.
© imagoZoomansicht

Auch die Füchse Berlin haben mit dem Russen Konstantin Igropulo vom FC Barcelona und dem Norweger Börge Lund von den Rhein-Neckar Löwen hochkarätige Neuzugänge an Bord. Die Hauptstädter haben sich nach Platz drei in der Liga und der Qualifikation für das Final Four der Champions-League endgültig einen Namen in der weiten Handballwelt gemacht. Beim prestigeträchtigen internationalen Handballturnier in Ehingen (früher Schlecker-Cup) setzten sich die Berliner durch, wenn auch nur denkbar knapp. Dementsprechend skeptisch begegnet Bob Hanning dem Erfolg: "Man hat gesehen, dass noch ein wenig Sand im Getriebe ist, es lief noch nicht alles ruhig."

HSV-Präsident Matthias Rudolph: "Auch wir müssen sparen"

Beim Rest der Spitzenteams lautet das Motto - wie übrigens auch in Flensburg - unmissverständlich: Sparen, sparen, sparen. Zum Beispiel beim Meister von 2011, dem HSV Hamburg. Die Hanseaten müssen den Abgang der Gilles-Brüder verkraften, holten unter anderem die schwedischen Olympia-Zweiten Andreas Nilsson und Fredrik Petersen. Nach dem Rückzug von Ex-Präsident Andreas Rudolph, der mehrere Millionen Euro in den Klub schoss, wurde der Etat allerdings in erheblichem Maße auf 8,1 Millionen Euro gesenkt. "Auch wir müssen sparen", sagte der neue Präsident Matthias Rudolph, Sohn von Andreas Rudolph, zumal die erneute Teilnahme an der Champions League noch lange nicht feststeht. Im Wild-Card-Turnier am 8. September im Palais des Sports Saint-Raphael trifft der HSV zunächst auf den polnischen Vizemeister Wisla Plock. Im zweiten Spiel stehen sich ab 19.00 Uhr Gastgeber Saint-Raphael Var Handball und RK Cimos Koper gegenüber. Die Sieger ermitteln tags darauf ab 19.00 Uhr den Teilnehmer an der Königsklasse.

Viele neue Gesichter bei den Löwen

Rhein-Neckar Löwen
Neues Löwen-Rudel: Trainer Gudmundur Gudmundsson (vorne links) mit den zahlreichen Verstärkungen der Kurpfälzer.
© picture allianceZoomansicht

Bei den Rhein-Neckar Löwen kam der Rotstift ebenso zum Einsatz. Nach dem Rückzug von Geldgeber Nielsen wurde der Etat um zwei Millionen reduziert, die starke Nachwuchsabteilung soll den Klub weiter im Spitzenfeld halten. "Wir haben die jüngste Mannschaft, die es bei uns je gab", sagt Storm, der trotz der neuen Zurückhaltung mit dem Dänen Niklas Landin, den spanischen Brüdern Gideon und Isaias Guardiola, dem Isländer Alexander Petersson (von den Füchsen Berlin) sowie dem bei der EM in Serbien bärenstarken Schweden Kim Ekdahl du Rietz einige namhafte Spieler von internationalem Format an den Neckar lockte, aufgrund der Abgänge von u.a. Bielecki, Cupic, Fritz, Gunnarsson, M. Müller oder K. Lijewski allerdings auch musste.

Mit 9,5 Millionen Euro Etat hat wie beinahe immer der THW Kiel die größten Ressourcen, dazu den stärksten Kader, das beste Umfeld, die meiste Erfahrung - die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen. Die Konkurrenz wird also vielmehr wie so oft "Kiel holen" müssen, als Kiel einholen zu können. Das wissen auch die Zebras selbst. Es klingt wie eine Mischung aus Selbstverständlichkeit und Drohung, wenn Gislason sagt: "Wir wollen alles gewinnen. Deswegen sind wir der THW Kiel."


DHB-Supercup in München: THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt 29:26 (14:14)

Tore für THW Kiel: Vujin 9/4, Jicha 6, Narcisse 3, Sprenger 3, Palmarsson 3, Sigurdsson 2, Zeitz 1, Ilic 1, Klein 1

SG Flensburg-Handewitt: Glandorf 6, Eggert 6/3, Svan Hansen 3, Knudsen 3, Djordjic 2, Heinl 2, Kaufmann 2, Weinhold 1, Mogensen 1

Zuschauer: 6149

Strafminuten: 6 / 12

25.08.12
 
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