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09.08.2012, 00:09

Viertelfinals: Harte Arbeit für Frankreich und Kroatien

Ungarn und Schweden überraschen

Zum Auftakt der Viertelfinals sorgte Ungarn beim olympischen Handballturnier für eine Überraschung. In einem wahren Krimi setzten sich die Magyaren nach zweimaliger Verlängerung gegen Island durch, das sich als ungeschlagener Gruppensieger für die Runde der letzten Acht qualifiziert hatte. Frankreich zitterte sich gegen Spanien weiter. Im Nordduell überraschte Schweden Dänemark, Kroatien tat sich gegen Tunesien schwerer als erwartet.

Ungarn jubelt in London
Hart erkämpfter Jubel: Ungarn feiert die Überraschung gegen Island.
© Getty ImagesZoomansicht

Zum Start der Viertelfinalspiele kamen die Zuschauer gleich in den Genuss eines echten Thrillers. Die Rollen schienen dabei eigentlich klar verteilt zu sein, schließlich hatten die Isländer alle ihre Gruppenspiele gewonnen, darunter auch die Neuauflage des olympischen Finals von 2008 gegen Frankreich. Ungarn hingegen hatte sich erst im letzten Spiel gegen Serbien Platz vier in seiner Gruppe gesichert.

Island kam jedoch nur ganz schwer in die Gänge. Nach einem schnellen 1:5-Rückstand fing sich der Favorit und ging nach 20 Minuten erstmals in Führung (9:8). Was folgte, war ein offener Schlagabtausch, in dem sich die Ungarn zur Pause hin wieder Vorteile erarbeiten konnten. Das hatten sie in erster Linie ihrem stark auftrumpfenden Torhüter Fazekas zu verdanken, der schon im ersten Durchgang zehn Bälle parierte. Mit der Pausensirene stellte Rückraumstar Nagy, der vom FC Barcelona wieder zurück in die Heimat nach Veszprem wechselt, den 16:12-Halbzeitstand her.

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Nach der Pause steigerte sich Island in der Abwehr, erzwang zahlreiche Ballverluste und brauchte nur sieben Minuten um zum 17:17 auszugleichen. Es blieb ein Kampf auf des Messers Schneide. Kurz vor Schluss sah es so aus, als ob doch die Isländer siegreich daraus hervorgehen würden: Palmarsson setzte seinen künftigen Kieler Teamkollegen Sigurdsson in Szene, der an seinem 33. Geburtstag zum 27:26 traf. Für die Entscheidung hätte Gudjonsson sorgen können, der 14 Sekunden vor dem Ende zum Siebenmeter antrat. Doch Fazekas parierte und den Gegenstoß schloss Lekai zum 27:27 ab - Verlängerung!

Und auch diese hatte Überlänge. 30:30 stand es am Ende der ersten zehn Extra-Minuten. Es ging in die zweite Verlängerung - und dort avancierte Nagy zum Matchwinner! Mit drei Treffern schraubte der 31-Jährige (insgesamt neun Tore) das Ergebnis auf 33:31 hoch. Es blieb eine Nervenschlacht, doch als Fazekas den letzten Wurf von Palmarsson parierte und den 34:33-Erfolg sicherte, war die Sensation perfekt. Im Halbfinale treffen die Ungarn nun auf Schweden.

Accambray lässt Frankreich Sekunden vor Schluss jubeln

Auch im zweiten Halbfinale ging es dramatisch zu. Im Duell zweier Weltmeister zwischen Frankreich und Spanien waren es die Iberer, die besser in die Partie kamen. Vor allem Torhüter Sterbik war glänzend aufgelegt. Die Folge: Dem amtierenden Olympiasieger Frankreich gelang in der Anfangsviertelstunde nur ein einziger Treffer - per Siebenmeter! Die Franzosen fingen sich aber und fanden allmählich zu ihrer Linie. Da die Spanier aber kaum nachließen, nahmen sie eine 12:9-Führung mit in die Kabine.

Nach dem Wechsel wurde die Partie noch intensiver, Frankreich war jetzt voll auf der Höhe. Wie so oft lief Torhüter Omeyer in der entscheidenden Phase zu großer Form auf. Nachdem der Olympiasieger schon auf 20:17 davongezogen war, wurde es aber doch noch einmal spannend. Kurz vor Schluss stand es 22:22. Das Spiel war nichts für schwache Nerven: Abalos Tor wurde wegen eines Schrittfehlers die Anerkennung verweigert, auf der anderen Seite verfehlte auch Canellas das Tor.

William Accambray
Krönte seine überragende Leistung mit dem Siegtreffer: William Accambray.
© Getty Images

Den Franzosen blieben 23 Sekunden für den Siegtreffer - und sie hatten das Fortune auf ihrer Seite. Gegen gut stehende Spanier nahm Karabatic einen Verzweiflungswurf, den Sterbik parierte. Der Abpraller landete jedoch bei Accambray, der drei Sekunden vor Schluss zum 23:22 einwarf. Die Franzosen sprangen jubelnd umher, die Spanier sanken enttäuscht zu Boden. Accambray war erst vor dem Viertelfinale nachnominiert worden. Im zweiten Durchgang gelangen ihm sieben Treffer, inklusive dem wichtigsten überhaupt. Ein mehr als gelungener Schachzug von Nationaltrainer Claude Onesta!

Gegner der Franzosen am Freitag im Halbfinale ist Kroatien, das am Mittwoch als letzte Mannschaft ins Halbfinale des olympischen Handballturniers einzog. Die Kroaten von Trainer Slavko Goluza bezwangen am späten Mittwochabend Tunesien nur knapp mit 25:23 (11:12).

Schweden düpiert Dänemark

Anders als der Weltmeister ist Europameister Dänemark schon ausgeschieden. In keiner Phase beim 22:24 (9:11) gegen Schweden wurden die Dänen ihrer Favoritenrolle gerecht. Zwar konnten sie einen zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand in der zweiten Halbzeit wettmachen, verloren aber in der hektischen Schlussphase den Überblick. Niklas Ekberg sorgte mit zwei Treffern kurz vor dem Ende für die Entscheidung zugunsten der Schweden, die nun auf Ungarn treffen.

Matchwinner bei den Schweden war Dalibor Doder mit sechs Treffern. Dänemark scheiterte immer wieder am hervorragend parierenden schwedischen Keeper Johan Sjostrand. 30 Sekunden vor Schluss vergab Mikkel Hansen den möglichen Ausgleich: Weil Zeitspiel angezeigt war, musste der Superstar aus schlechtem Winkel werfen. Insgesamt nahmen die Schweden den Welthandballer mit ihrer offensiven 5:1-Deckung weitgehend aus dem Spiel.

Kroatien muss gegen Tunesien Schwerstarbeit verrichten

Das letzte Halbfinalticket sicherte sich Kroatien, das gegen Tunesien allerdings mehr gefordert wurde als erwartet. Der knappe 25:23-Erfolg war hart umkämpft. Rechtsaußen Ivan Cupic (ehemals Rhein-Neckar Löwen) traf achtmal für die Kroaten. Die Afrikaner agierten in einer emotionsgeladenen Partie - schon im ersten Durchgang kam es auf dem Parkett zu einer Rudelbildung - über weite Strecken auf Augenhöhe und führten zur Pause sogar mit 12:11.

Nach dem Wechsel übernahmen die Kroaten aber zunehmend die Kontrolle und führten nach 44 Minuten klar mit 21:16. Die Tunesier kamen noch einmal bis auf zwei Tore heran, konnten diesen Rückstand aber nicht weiter verkürzen. 25:23 hieß es am Ende für den Titelanwärter, dem gegen Frankreich nun so etwas wie das vorgezogene Finale bevorsteht.

09.08.12
 
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