In der spanischen Hauptstadt boten Atletico Madrid und die Füchse Berlin vor einer schwachen Kulisse - das Palacio Vistalegre war kaum besucht - eine schwache Anfangsphase. Beide Mannschaften agierten vor allem in der Offensive nicht konzentriert genug, außerdem erwischten beide Torhüter einen guten Tag. So scheiterten die Rojiblancos ein ums andere Mal an Füchse-Keeper Petr Stochl. Doch auch sein Gegenüber José Javier Hombrados, spanischer Nationaltorwart, war auf der Höhe und sorgte mit einigen Paraden für Verzweiflung bei den Berlinern.
Kurz vor der Halbzeit lagen die Madrilenen mit 12:9 vorne, doch der Bundesligist verkürzte den Rückstand zur Pause auf 12:13. Nach dem Seitenwechsel erwischten die Füchse einen vielversprechenden Start, wurden dann aber kalt erwischt. Kapitän Torsten Laen kassierte eine Zwei-Minuten-Strafe, die Atletico prompt nutzte, um einen Zwei-Tore-Rückstand wieder wett zu machen. Danach drehten die Spanier auf und legten eine 7:0-Serie hin. Das war der Nackenschlag für die Gäste, die die 27:32 (12:13)-Niederlage danach nicht mehr abwenden konnten.
Iker Romero war gegen seinen Ex-Klub mit sechs Toren treffsicherster Werfer bei den Füchsen. Für die Madrilenen traf der Schwede Jonas Källman ebenso oft.
Trotz der Niederlage beim Spitzenreiter der Gruppe B haben die Berliner weiterhin gute Aussichten, das Achtelfinale zu erreichen. Dafür ist allerdings am kommenden Samstag ein Sieg gegen Schlusslicht Bjerringbro-Silkeborg (Dänemark) Pflicht.
Am Abend hatte der THW Kiel das spanische Spitzenteam Ademar Leon zu Gast - im Hinblick auf den Gruppensieg ein eminent wichtiges Spiel. Gegen die Kastilier bewiesen die "Zebras" einmal mehr ihre Heimstärke. Nach einer halben Stunde führte der THW mit 19:13. Die Spanier kamen dabei vor allem eigene Ballverluste teuer zu stehen. In der ersten Hälfte verlor Leon siebenmal den Ball und kassierte sieben Tempogegenstöße. Nach dem Seitenwechsel brachten die Gäste zwar mehr Struktur in ihr Spiel, die Kieler ernsthaft in Bedrängnis bringen konnten sie jedoch nicht. Schlussendlich behauptete sich der deutsche Rekordmeister mit 38:28 (19:13) und verteidigte damit seinen Platz an der Sonne in der Hammergruppe D.
Trotz des klaren Sieges haben die Kieler Platz 1 noch nicht sicher. Die Entscheidung wird erst am letzten Spieltag in Kopenhagen fallen - immerhin reicht dem THW in Dänemark ein Remis.
Tore Atletico Madrid: Källman 6, Markussen 6, Parrondo 5, Lazarov 4/1, Guardiola 3, Canellas 2/1, Entrerrios 2, Davis 2, Aginagalde 1, Chema 1
Füchse Berlin: Romero 6/2, Laen 4, Sellin 4, Pewnow 4, Jaszka 3, Nincevic 2, Christophersen 2, Löffler 1, Bult 1
Zuschauer: 4500
Strafminuten: 4 / 6
Disqualifikation: - / -
Tore THW Kiel: Ilic 10/4, Klein 6, Jicha 5, Narcisse 5, Andersson 4, Reichmann 3, Ahlm 2, Kubes 1, Palmarsson 1, Zeitz 1
Ademar León: Ruesga 8/3, Borges 5, Baena 4/1, Cabanas 3, Cutura 2, Ferrer 2, Garcia 2, Andreu 1, Goni 1
Zuschauer: 9800
Strafminuten: 12 / 12
Disqualifikation: - / Andreu (3. Zeitstrafe)