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25.01.2012, 21:37

Heuberger-Team verpasst Halbfinaleinzug

Aus und vorbei: Polen schlägt das DHB-Team

Zwei Chancen hatte das DHB-Team, das EM-Halbfinale in Serbien zu erreichen - doch nach der Niederlage gegen Dänemark war auch gegen Polen nichts zu holen. Die Heuberger-Truppe kämpfte sich in der Schlussphase zwar noch einmal heran und ging sogar kurzzeitig in Führung, am Ende hatten jedoch die Polen die Nase vorn. Das Halbfinale ist somit nicht mehr zu erreichen - und auch die Hoffnung auf Olympia ist am Abend geplatzt.

Strobel gegen Krzysztof Lijewski
Fünfmal erfolgreich: Bartosz Jurecki stellte das deutsche Team vor einige Probleme.
© picture allianceZoomansicht

Im Gegensatz zur Partie gegen Dänemark begann Klein für Gensheimer auf Linksaußen. Der Kieler sollte mittels seiner Schnelligkeit versuchen, eine Gegenstoßflut wie gegen Dänemark (26:28) zu verhindern. Auf der anderen Außenseite erhielt Groetzki für Sprenger den Vorzug, Kaufmann begann auf der "Königsposition" halblinks. Erstmals mit im Kader: der nachnominierte Martin Strobel.

Nur wenige Zuschauer hatten sich am Nachmittag in die riesige Belgrad-Arena begeben - sie sahen eine durchwachsene Anfangsphase der deutschen Mannschaft. Schon nach drei Minuten erhielt Roggisch seine erste Zeitstrafe. Die Polen erarbeiteten sich einen kleinen Vorsprung (5:3, 7.), auch weil Keeper Heinevetter im Gegensatz zu seinem starken Pendant Wyszomirski bis zu diesem Zeitpunkt noch keine einzige Parade gezeigt hatte.

Handball-EM in Serbien

Deutschland blieb zunächst dran: Kaufmann (11.) gelang der Ausgleich zum 6:6, Kreisläufer Theuerkauf kam am Kreis immer wieder zum Zug. In der Defensive hatte das Heuberger-Team jedoch so seine Schwierigkeiten. Nach einem klasse Unterhandwurf von Krzysztof Lijewski (Rhein-Neckar Löwen) zum 10:7 für die Polen nahm Heuberger die erste Auszeit (15.) - und beim Stand von 12:9 für die Wenta-Truppe musste der glücklose Heinevetter für Lichtlein vom Platz (19.). Und als Kaufmann beim Stand von 10:14 zwei Minuten sah, drohte dem DHB-Team die Partie zu entgleiten. Doch nun machten die Polen die Fehler. Klein "stahl" zweimal in kurzer Zeit den Ball, gemeinsam mit seinem Kieler Mannschaftskollegen Sprenger brachte er Deutschland zurück in die Partie - und ab der 26. Minute (15:15) war wieder alles offen. Pausenstand: 18:17 für Polen.

Zeitstrafen brechen dem DHB-Team das Genick

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Die Partie blieb in der Anfangsphase der zweiten Hälfte lange auf des Messers Schneide, die Polen wussten allerdings mit zunehmender Spieldauer zuzulegen. In der 41. Minute zog das Wenta-Team um den starken Lijewski auf drei (22:25) und später auf vier Tore weg (24:28), das DHB-Team brachte sich mit Zeitstrafen wiederholt in die Bredouille. Doch die Polen machten den Sack nicht zu. Zehn Minuten vor Schluss hielt die Hoffnung wieder Einzug beim deutschen Team. Hens und Sprenger verkürzten gegen in Unterzahl spielende Polen auf 28:29 (53.), Haaß traf kurz darauf zum Ausgleich - und Kapitän Hens sorgte für die erste Führung überhaupt (30:29, 55.).

Kopf an Kopf ging es in die entscheidende Phase, in der das deutsche Team beinahe durchgehend durch teils umstrittene Zeitstrafen in Unterzahl spielte und auf den verletzten Haaß (Sprunggelenk) verzichten musste. Heuberger nahm beim Stand von 31:32 85 Sekunden vor Schluss die letzte Auszeit. Doch Kaufmanns Ausgleichstreffer reichte nicht mehr. Eine Minute vor Spielende traf Mihal Jurecki zum 33:32, das DHB-Team kam im letzten Angriff nicht mehr zum Abschluss - vorbei der Traum vom Halbfinale.

"Das haben die Jungs nicht verdient. Für diesen Kampf hätten wir mindestens mit einem Punkt belohnt werden müssen", sagte ein zerknirschter Heuberger nach der Partie. Auch Klein konnte es kaum glauben. "Wir haben ein Ziel verpasst, das wir vor Augen hatten. Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine Analyse. Ich bin ganz schön verärgert", sagte der Kieler, der zwei Minuten vor dem Ende wegen wiederholten Foulspiels die Rote Karte sah. Am Abend wurde der Gemütszustand nicht mehr besser: Durch das 24:24 zwischen Ungarn und Kroatien kann das DHB-Team das Olympia-Qualifikationsturnier nicht mehr erreichen.


Polen - Deutschland 33:32 (18:17)

Polen: Wichary, Wyszomirski - Jaszka 3, Lijewski 4, Kuchczynski 5, Tkaczyk 1, Bielecki 4, Wisniewski 4, Bartosz Jurecki 5, Michal Jurecki 2, Tluczynski 2/1, Jurkiewicz, Syprzak 3, Kwiatkowski, Zaremba, Orzechowski
Deutschland: Lichtlein (TBV Lemgo), Heinevetter (Füchse Berlin) - Hens (HSV Hamburg) 2, Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 2, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen) 1, Klein (THW Kiel) 7, Pfahl (VfL Gummersbach), Wiencek (VfL Gummersbach), Theuerkauf (TBV Lemgo) 5, Glandorf (SG Flensburg-Handewitt) 2, Christophersen (Füchse Berlin) 1, Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) 1, Strobel (TBV Lemgo), Kaufmann (SG Flensburg-Handewitt) 3, Sprenger (THW Kiel) 7, Haaß (Göppingen) 1
Schiedsrichter: Lopez/Ramirez (Spanien)
Zuschauer: 2000
Strafminuten: 8 / 14
Disqualifikation: - / Klein (57./grobes Foulspiel)

DHB-Team verliert gegen Polen
Halbfinale verspielt - und Haaß verloren
Jurecki trifft
Mauer Beginn

20.000 Zuschauer fasst die Belgrad-Arena. Wie im Hintergrund zu sehen ist, fanden am Nachmittag nur wenige Zuschauer in die Halle. Noch nicht ganz da war auch das DHB-Team, hier markiert Bartosz Jurecki einen seiner fünf Treffer. Lichtlein, schon früh für den schwachen Heinevetter gekommen, ist machtlos.
© getty images

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