
Nach der Niederlage Polens im Nachmittagsspiel gegen Mazedonien hätte den deutschen Handballern schon ein Remis gegen Dänemark zum Einzug in die Vorschlussrunde gereicht. Vor etwa 5000 Zuschauern in der Belgrad-Arena erwischte die deutsche Mannschaft mit dem genesenen Hens (nach Magen-Darm-Infekt) und Sprenger in der Anfangsformation auch einen hervorragenden Start. Aufmerksam in der Deckung und konsequent im Abschluss präsentierten sich die Heuberger-Schützlinge und kamen so schnell zu einer 6:2-Führung.
Doch die Form der ersten Minuten konnten die DHB-Spieler nicht halten. Insbesondere im Angriff taten sie sich schwer gegen die Dänen, die immer wieder zu schnellen Gegenstößen und damit leichten Toren kamen: In Minute 13 fiel so der Ausgleich zum 6:6, acht Minuten später ging der Vize-Weltmeister erstmals in Führung (10:11). Auch mit Kaufmann statt Hens blieb die deutsche Mannschaft im Angriff oft zu ungeduldig, schlechte Würfe führten umgehend zu Tempogegenstößen. Mit 14:17 ging es in die Halbzeit.
Eine entscheidende Wende gelang dem DHB-Team im zweiten Durchgang nicht mehr, das sich zu viele einfache Ballverluste leistete. Mit großer Moral kämpfte sich der Weltmeister von 2007 dennoch heran, kam nach einem Fünf-Tore-Rückstand (17:22) noch einmal heran. Zwei Tore in eigener Unterzahl ließen den Abstand bis zur 48. Minute auf nur noch einen Treffer schmelzen (23:24). Doch in der Schlussphase war es auch ein starker dänischer Schlussmann Niklas Landin, der den Nordeuropäern den zweiten Erfolg in der Hauptrunde sicherte. Beste deutsche Werfer waren Michael Haaß, Uwe Gensheimer, Lars Kaufmann und Christoph Theuerkauf, die jeweils viermal trafen.
Den ersten Matchball hat die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger somit vergeben, verloren ist aber damit noch nichts. Nach der zweiten Turnierniederlage kommt es nun am Mittwoch gegen Polen zu einem echten Endspiel: Mit einem Sieg stünde das DHB-Team im EM-Halbfinale und hätte gute Chancen auf ein Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier. "Das ist unser zweiter Matchball, den müssen wir nutzen. Da zählt alles oder nichts", hakte Lars Kaufmann die Schlappe gegen Dänemark unmittelbar nach dem Spiel ab und blickte direkt nach vorne.
Dänemark: Landin, Cleverly - Mogensen 4, Mads Christiansen, Lauge 1, Lars Christiansen, Markussen 2, Eggert 7/2, Spellerberg, Svan Hansen, Lindberg 5/1, René Toft Hansen 2, Søndergaard 2, Henrik Toft Hansen 1, Mikkel Hansen 4, Nielsen
Deutschland: Lichtlein (TBV Lemgo), Heinevetter (Füchse Berlin) - Hens (HSV Hamburg), Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 4/2, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Klein (THW Kiel) 2, Pfahl (VfL Gummersbach), Wiencek (VfL Gummersbach) 2, Theuerkauf (TBV Lemgo) 4, Glandorf (SG Flensburg-Handewitt) 3, Christophersen (Füchse Berlin), Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Kaufmann (SG Flensburg-Handewitt) 4, Sprenger (THW Kiel) 3, Haaß (Frisch Auf Göppingen) 4
Schiedsrichter: Krstic/Ljubic (Slowenien) -
Zuschauer: 5000
Strafminuten: 4/ 6
Disqualifikation: - / -
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