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20.01.2012, 22:05

Kroatien leistet Schützenhilfe

Frankreich steht vor einer "Mission Impossible"

Schock für Frankreich! Der Titelverteidiger, Weltmeister und Olympiasieger geht mit 0:4 Punkten in die Hauptrunde. Die Franzosen unterlagen im letzten Gruppenspiel den Ungarn und haben jetzt ganz schlechte Karten im Hinblick auf das Halbfinale. Eine weitere Überraschung schaffte Slowenien, das als Außenseiter die nächste Runde erreichte. Der slowenische Erfolg hätte fast für ein Fiasko auf Island gesorgt, allerdings kamen die Kroaten den Skandinaviern zu Hilfe - zum Leidwesen der Norweger.

Konstantin Igropulo
Am Boden zerstört: Konstantin Igropulo schied mit Russland bereits in der Vorrunde aus.
© Getty ImagesZoomansicht

Misserfolge im Handball sind die Russen mittlerweile gewohnt (Platz 16 bei der WM 2009, Platz 12 bei der EM 2010, nicht qualifiziert für die WM 2011) - und dennoch dürfte das blamable Vorrundenaus ohne einen einzigen Sieg für heftige Diskussionen im Land der immer noch erfolgreichsten Handball-Nation aller Zeiten sorgen. Im abschließenden Spiel in der Gruppe C unterlag die Sbornaja Spanien am Ende verdient mit 27:30 (11:17) und muss so frühzeitig die Segel streichen. Bester Werfer der Partie war der beim FC Barcelona tätige Konstantin Igropulo mit acht Treffern. Für die Iberer traf Roberto Garcia sechsmal und damit am häufigsten.

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Durch die russische Niederlage standen bereits vor dem Abendspiel zwischen Frankreich und Ungarn bereits zwei Dinge fest: Einerseits ziehen die Spanier mit 3:1 Punkten in die Hauptrunde ein, andererseits werden sie dabei von den Franzosen und den Ungarn begleitet. Blieb nur noch eine Frage offen: Wie viele Zähler nehmen diese beiden Mannschaften mit? Alles andere als ein Sieg der klar favorisierten Franzosen wäre eine Sensation gewesen - und es sollte ein geschichtsträchtiger Abend aus Sicht der Ungarn werden! Die Magyaren boten Frankreich einen packenden Kampf und standen am Ende als verdienter Sieger da. Durch das 26:23 (12:14) nehmen die Ungarn wie die Spanier 3:1 Punkte in die nächste Runde mit. Die Franzosen hingegen stehen dagegen mit leeren Händen da und haben wohl eine "Mission Impossible" vor sich.

Nikola Karabatic (li.) und seine Franzosen gehen mit null Punkten in die Hauptrunde
Gestrauchelt: Nikola Karabatic (li.) und seine Franzosen gehen mit null Punkten in die Hauptrunde.
© Getty Images

Gajic und Skube führen Slowenien in die Hauptrunde

In Gruppe D schaffte Slowenien die Sensation und zog in die nächste Runde ein. Die Slowenen setzten sich in einem spannenden Match mit 34:32 gegen Island durch und dürfen nun weiter in Serbien verweilen und ihre Zelte zukünftig in Novi Sad aufschlagen. Dragan Gajic und Sebastian Skube waren mit jeweils sieben Toren die besten Schützen der Slowenen, während der ehemalige Bundesligaspieler Gudjon Valur Sigurdsson (TUSEM Essen, VfL Gummersbach und Rhein-Neckar Löwen) mit neun Treffer erfolgreichster Schütze der Begegnung war.

Island war damit auf Schützenhilfe angewiesen, denn nur ein Sieg der Kroaten hätte die Skandinavier im Turnier gehalten. Und die Kroaten taten ihnen den Gefallen. Das Team um das Hamburger-Trio Domagoj Duvnjak, Igor Vori und Blazenko Lackovic gewann abgeklärt gegen Norwegen mit 26:20 (14:12) und ist damit die einzige Mannschaft bei der EM, die noch über eine blütenweiße Weste verfügt - drei Spiele, drei Siege!

Die Hauptrundengruppe II startet am kommenden Sonntag. Frankreich muss dann gegen Slowenien unbedingt gewinnen, Kroatien könnte mit einem Sieg über Spanien die Tür zum Halbfinale bereits ganz weit aufstoßen. Ungarn bekommt es mit dem punktlosen Island zu tun.

20.01.12
 
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