Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist wieder im Rennen um ein Ticket für das olympische Turnier in London. Zwei Tage nach der 24:27-Niederlage gegen Tschechien gewann das Team am Dienstag in Nis sein zweites Turnierspiel bei der Europameisterschaft gegen Mazedonien mit 24:23 (12:12) und feierte im siebten Spiel unter Bundestrainer Martin Heuberger den zweiten Sieg.
Im Hexenkessel von Nis - die mazedonischen Fans bildeten in ausverkaufter Halle das Gros der 4800 Zuschauer - startete das deutsche Team im Gegensatz zur Auftaktpartie gegen Tschechien in aufgeheizter Atmosphäre gut und ging mit 3:0 in Führung. Die Nerven sollte dies aber nicht beruhigen, Mazedonien nutzte angeführt vom spielstarken Superstar Lazarov die Fehler der deutschen Auswahl nach 16 Minuten zur ersten Führung (7:6).
Heuberger reagierte mit Umstellungen: Mit Lichtlein für Heinevetter und Kaufmann für Kapitän Hens wurde es abschnittsweise besser, vor allem der Flensburger Rückraumschütze war mit vier Toren dafür verantwortlich, dass es mit 12:12 in die Halbzeit ging.
Kampf blieb auch nach dem Wechsel Trumpf. Immer wieder mussten die isländischen Schiedsrichter das Spiel unterbrechen, da Feuerzeuge und Münzen vom mazedonischen Anhang aufs Feld flogen.
Mazedonien setzte sich nach leichten Ballverlusten der deutschen Mannschaft, die immer wieder zu sehr über die Mitte angriff, in der 40. Minute erstmals mit zwei Toren ab (17:15), doch in der wenig hochklassigen Partie kämpfte sich das Heuberger-Team wieder zurück. Während Hens weiter auf der Bank schmorte, glich Kaufmann in der 43. Minute wieder aus. In der spannenden Schlussphase musste das deutsche Team ohne Abwehrchef Oliver Roggisch auskommen, der in der 50. Minute nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah.
Nach einigen guten Paraden des für den angeschlagenen Lichtlein zurückgekehrten Heinevetter und Gensheimers Treffer zum 24:23 blieb der Abwehrverbund beim letzten Angriff Mazedoniens bis wenige Sekunden vor Schluss stabil. Und dann stand auch das Glück Pate, als der letzte Verzweiflungswurf des Gegners von der Unterkante der Latte ins Feld zurückprallte.
Lars Kaufmann war mit sechs Toren der beste Werfer in der deutschen Auswahl, bei den Mazedoniern traf Lazarov siebenmal. Letzter Gegner des DHB-Teams bei der EM-Vorrunde in Serbien ist am Donnerstag Schweden.
Mazedonien: Ristovski, Angelov - Manaskov 2, Stoilov 6, Alushovski 1, Kiril Lazarov 7/2, Mitkov, Jonovski, Angelovski 2, Temelkov, Mirkulovski 1, Markoski, Mojsoski 4, Mojsovski, Filip Lazarov, Dimovski
Deutschland: Lichtlein (TBV Lemgo), Heinevetter (Füchse Berlin) - Hens (HSV Hamburg), Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 3/1, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Klein (THW Kiel), Pfahl (VfL Gummersbach) 2, Wiencek (VfL Gummersbach) 2, Theuerkauf (TBV Lemgo) 3, Glandorf (SG Flensburg-Handewitt) 2, Christophersen (Füchse Berlin) 2, Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) 1, Kaufmann (SG Flensburg-Handewitt) 6, Sprenger (THW Kiel) 2, Haaß (Frisch Auf Göppingen) 1
Schiedsrichter: Leifsson/Palsson (Island)
Zuschauer: 4800 (ausverkauft)
Strafminuten: 8 / 14
Disqualifikation: - / Roggisch (50./3. Zeitstrafe)
| Heim | Gast | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Mazedonien | - | Deutschland | 23:24 | |
Tschechien | - | Schweden | 29:33 | |
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Schweden | 59:55 | 3 |
| 2 | ![]() | Tschechien | 56:57 | 2 |
| 3 | ![]() | Deutschland | 48:50 | 2 |
| 4 | ![]() | Mazedonien | 49:50 | 1 |