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15.01.2012, 19:13

Gruppe B: Tschechien siegt verdient mit 27:24 (14:9)

Konfuses DHB-Team verschläft den EM-Start

Nervös, ängstlich, phasenweise desolat - der erste EM-Auftritt des DHB-Teams gegen Tschechien stimmt bedenklich. Das Team von Trainer Martin Heuberger verschlief die Anfangsphase der Partie in Nis gegen Tschechien komplett. Trotz einer Steigerung nach der Pause reichte es nicht, die aggressiven Tschechen in Bedrängnis zu bringen. Damit steht das DHB-Team vor dem Spiel gegen Mazedonien (Dienstag, 18.15 Uhr) bereits unter argem Zugzwang.

Patrick Wincek und Filip Jicha
Hängende Köpfe: Das Team von Trainer Martin Heuberger enttäuschte vor allem in der ersten Hälfte.
© imagoZoomansicht

Die EM begann für das deutsche Team, wie die WM aufgehört hatte: konfus. Martin Heuberger, der auf die erwartete Start-Sieben mit Heinevetter, Klein, Hens, Haaß, Glandorf, Groetzki und Theuerkauf (in der Abwehr kam Roggisch) setzte, wollte mit Klein als vorgezogenem Abwehrspieler die Kreise von Welthandballer Jicha einengen. Doch dem DHB-Team gelang weder in der Abwehr noch im Angriff das Geringste. Beste Gelegenheiten ließ der Weltmeister von 2007 ungenutzt, auch weil Petr Stochl glänzende Reaktionen zeigte - unter anderem hielt der Keeper der Berliner Füchse zwei Siebenmeter von Gensheimer. In der Defensive boten sich Lücken, die Tschechen kamen zudem oft über Gegenstöße nach technischen Fehlern zu leichten Toren. Auch eine frühe Auszeit änderte nichts am traurigen Trend. Zwischenstand in der 12. Minute: 3:9, ein einziger Treffer gelang Hens & Co. bis dato aus dem Spiel heraus.

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Immerhin: Die Abwehr stand in der Folgezeit kompakter, das Experiment mit der 5:1-Deckung hatte Heuberger schon nach wenigen Minuten aufgegeben. Doch was das deutsche Team in der Offensive fabrizierte, war mitunter desolat. Zu wenig Bewegung, überhastete Würfe, schwache Abschlüsse, riskante Anspiele, technische Schwächen - die Fehlerkette war ellenlang. Sechs Tore standen nach 25 Minuten für das DHB-Team auf der Anzeigetafel, auch wenn Christophersen und Kaufmann ein wenig frischen Wind brachten. Erst zum Ende der ersten Hälfte legte das deutsche Team ein wenig zu, so dass es "nur" mit 9:14 in die Pause ging.

DHB-Team holt auf und lässt wieder abreißen

Kaufmann blieb zu Beginn des zweiten Abschnitts für Hens auf dem Parkett, das DHB-Team setzte die Partie wesentlich konzentrierter fort. Nun machten die Tschechen, die ebenfalls noch auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London hoffen, die Fehler: Die Heuberger-Truppe kam bis auf 16:17 (40.) heran, vergab dann jedoch gute Ausgleichsgelegenheiten (Klein scheiterte im Gegenstoß an Stochl). In Unterzahl hieß es schnell wieder 16:19, der Drei-Tore-Rückstand hatte bis zur 49. Minute Bestand - ehe Jicha den Vorsprung sogar auf 23:19 ausbaute.

Sieben Minuten vor Ende schien die Partie gelaufen. Deutschland lag in Unterzahl liegend wie zu Beginn der zweiten Hälfte mit fünf Toren zurück, Heinevetter mit etlichen Paraden und Kaufmann mit zwei Treffern zum Zwischenstand von 22:25 ließen noch einmal hoffen - Pfahl legte dreieinhalb Minuten vor Schluss sogar noch einmal nach. Doch immer wenn Deutschland dran war, schlichen sich üble Fehler ein, die letzten drei Angriffe verschenkte das DHB-Team mehr als leichtfertig. Den Todesstoß setzte schließlich Stehlik mit einem Unterhandwurf 90 Sekunden vor Schluss zum 23:26, am Ende stand ein 24:27 auf der Anzeigetafel.

"Wir sind immer wieder in Gegenstöße gelaufen und haben selber die Bälle nicht reingeschossen", so Kapitän Hens nach der Partie. "Das war nicht das, was wir zeigen wollten, aber das heißt noch nicht, dass jetzt alles vorbei ist. Wir müssen jetzt nach vorne gucken." Am Dienstag (18.15 Uhr) steht das zweite Match gegen Mazedonien an, das Schweden beinahe bezwungen hätte. "Ich bin mir sicher, dass wir am Dienstag eine Mannschaft sehen werden, die fightet und alles tut, um gegen Mazedonien zu gewinnen", versicherte Heuberger.


Deutschland - Tschechien 24:27 (9:14)

Deutschland: Lichtlein (TBV Lemgo), Heinevetter (Füchse Berlin) - Hens (HSV Hamburg), Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 3/2, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen) 1, Klein (THW Kiel) 1, Pfahl (VfL Gummersbach) 3/1, Wiencek (VfL Gummersbach), Theuerkauf (TBV Lemgo) 3, Glandorf (SG Flensburg-Handewitt) 2, Christophersen (Füchse Berlin), Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) 2, Kaufmann (SG Flensburg-Handewitt) 5, Sprenger (THW Kiel), Haaß (Frisch Auf Göppingen) 4
Tschechien: Stochl, Galia - Nocar 2, Vitek, Vrany 2, Kubes, Motl, Jicha 7/1, Filip 4, Sobol, Horak 3, Mraz, Juricek 3, Stehlik 3, Hynek, Sklenak 3/1
Schiedsrichter: Abrahamsen/Kristiansen (Norwegen)
Zuschauer: 4800 (ausverkauft)
Strafminuten: 6 / 6

DHB-Team rettet die Olympia-Perspektive
Nach Stotterstart wird der Turbo gezündet
DHB-Jubel
Riesenfreude

Unfassbar groß war die Freude der deutschen Handball-Nationalmannschaft nach dem abschließenden Gruppenspiel in Nis gegen Schweden. Hatte man soeben den Rekordeuropameister mit 29:24 (15:10) bezwungen und sich trotz des verkorsten Starts in die EM 2012 für die Hauptrunde qualifiziert.
© picture-alliance

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Pl. VereinTorePkte.
1 Tschechien27:242
 
2 Mazedonien26:261
 
  Schweden26:261
 
4 Deutschland24:270
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