Auch wenn der THW Kiel in der diesjährigen Königsklasse seine Probleme hatte, so waren die "Zebras" vor dem Duell gegen das punktlose Partizan Belgrad haushoher Favorit, zumal man in der heimischen Sparkassen-Arena spielte. Die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason erlebte gegen den krassen Außenseiter im ersten Durchgang aber ihr blaues Wunder. Die Serben spielten frech auf, zeigten sich treffsicher und standen hinten stabil. Beim THW hakte es hingegen in vielen Bereichen - vor allem aber in der Abwehr, die lange Zeit keinen Zugriff auf den gegnerischen Rückraum bekam. Zur Halbzeit führte Partizan fast schon sensationell mit 18:17.
Nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Kieler allerdings und konnten sich zudem auf Keeper Thierry Omeyer verlassen. Der Franzose war sichtlich heiß und brachte die Serben mit starken Paraden zur Verzweiflung. Und auch in der Offensive lief es nun besser: Angriffe wurden konzentrierter ausgespielt und cooler abgeschlossen. Zwischen den 31. und der 48. Minute hatte der THW elf Tore markiert, Belgrad dagegen nur vier. Mittlerweile führten die Kieler demnach mit 28:22 - die Gastgeber konnten durchatmen. Hinzu kam, dass die Kräfte bei Partizan sichtlich nachließen. Dadurch hatte der THW in den Schlussminuten leichtes Spiel und gewann am Ende verdient mit 36:28 (17:18). Henrik Lundström (8), Momir Ilic (7) und Kim Andersson (6) waren die besten Werfer auf Seiten der Kieler. Für Belgrad traf Ivan Dimitrijevic achtmal und damit am häufigsten.
"Wir haben zu lässig angefangen. Wir waren uns einfach zu sicher und dachten, dass wir zuhause nicht verlieren können. Die ersten 30 Minuten waren schwach, die zweiten waren besser", sagte Marcus Ahlm nach dem Spiel. Momir Ilic lobte dagegen den Gegner und hob vor allem den Kampfgeist hervor, betonte aber, dass "die größere Qualität" sich durchgesetzt hat.

Am Samstag fuhr der deutsche Meister, HSV Hanmburg, beim polnischen Meister Wisla Plock einen 30:26 (14:13)-Sieg ein. Die Hamburger taten sich am 51. Geburtstag ihres Trainers vor 5500 Zuschauern in der ausverkauften Orlen Arena lange Zeit durchaus schwer gegen hochmotivierte Polen, die nach den ersten 30 Minuten mit nur einem Treffer hinten lagen. Nach dem Seitenwechsel steigerte sich der HSV allerdings zusehends und erspielte sich eine komfortable Führung. In der 38. Spielminute betrug diese erstmals fünf Tore.
Danach hatten die Hanseaten leichtes Spiel mit nunmehr resignierenden Gastgebern. Die Norddeutschen bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus und standen nach 45 Minuten bereits als Sieger fest, da sie zu diesem Zeitpunkt schon mit 24:17 vorne lagen. Allerdings schlich sich beim HSV in Schlussphase der Schlendrian ein, was Plock unmittelbar bestrafte. Die Polen kamen wieder auf drei Tore ran, konnten die Wende dann aber doch nicht mehr herbeiführen. Zwei Minuten vor dem Ende sorgte Michael Kraus mit dem Treffer zum 30:26 für die Entscheidung. Pascal Hens war mit acht erfolgreichen Würfen gefährlichster Schütze der Gäste.
Trotz des 14. Pflichtspielsieges in Serie dürfte bei den Hamburger nach dem Spiel nicht alles eitel Sonnenschein gewesen sein, zu schwer wog die Knöchelverletzung von Marcin Lijewski, die er sich beim Auftritt in seinem Heimatland zuzog.
In der Tabelle der Gruppe C liegt der HSV Hamburg mit der Maximalausbeute von zehn Punkten auf Platz eins. Erster Verfolger ist RK Cimos Koper aus Slowenien, der sechs Zähler auf der Habenseite hat.
Wisla Plock: Kubisztal 5, Toromanovic 4, Bäckström 3, Eklemovic 3, Spanne 3, Kavas 2, Paczkowski 2, Chrapkwoski 1, Kwiatkowski 1, Wisniewski 1, Zolotenko 1
HSV Hamburg: Hens 8, Jansen 3, Lijewski 3, Vori 3, Vugrinec 3, Duvnjak 2, Flohr 2, Lindberg 2, Schröder 2, Kraus 1, Lackovic 1
Zuschauer: 5500
Strafminuten: 8/4
Disqualifikation: - / -
THW Kiel: Lundström 8, Ilic 7/6, Andersson 6, Dragicevic 4, Jicha 3, Narcisse 3, Palmarsson 2, Sprenger 2, Reichmann 1
Partizan Belgrad: Dimitrijevic 7, Nemanja Ilic 6, Mandic 6, Milosevic 3, Kostadinovic 2, Mester 2, Vanja Ilic 1/1, Potic 1
Zuschauer: 9500
Strafminuten: 8 / 6
Disqualifikation: - / -
| Heim | Gast | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Reale Ademar | - | Kiel | 28:28 | |
AG Kopenhagen | - | Montpellier HB | 31:29 | |
Partizan Belgra | - | Pick Szeged | 23:29 | |
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | AG Kopenhagen | 98:78 | 6 |
| 2 | ![]() | Montpellier HB | 127:115 | 6 |
| 3 | ![]() | Reale Ademar | 130:125 | 5 |
| 4 | ![]() | THW Kiel | 89:78 | 3 |
| 5 | ![]() | SC Pick Szeged | 110:132 | 2 |
| 6 | ![]() | Partizan Belgrad | 103:129 | 0 |