Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?

24.08.2010, 16:02

Forderung nach mehr Kommunikation und Mitspracherecht

Handballer stellen Spieler-Gewerkschaft vor

Bis zu 100 Spiele im Jahr, Terminflut und viele Verletzungen: Nach Jahren des stillen Protests wollen sich die Handballer endgültig zur Wehr setzen. Zeichen des erstmals deutlich formulierten Widerstands ist die neu gegründete Spielergewerkschaft GOAL (Gemeinschaftliche Organisation Aller Lizenzhandballer), die sich am Dienstag am Rande des Supercups zwischen dem THW Kiel und dem HSV Hamburg in München offiziell präsentiert.

Marcus Rominger
Fordert Veränderungen: Marcus Rominger, Vorstandsmitglied von GOAL.
© imagoZoomansicht

Primäre Ziele der Organisation sind unter anderem, bei der Handball-Bundesliga (HBL) und den internationalen Verbänden (IHF/EHF) ein Mitspracherecht in punkto Terminkalender, Lizenzierung und Anti-Doping-Bestimmungen zu erhalten. "Von einem Erfolg unserer Interessensgemeinschaft kann man sprechen, wenn wir regelmäßig an Gesprächen mit den Gremien der Verbände teilnehmen, weil die Anzahl unserer Mitglieder uns dazu legitimiert", sagte GOAL-Vorstandsmitglied Marcus Rominger dem SID. Er hofft mittelfristig auf "150 bis 200 Mitglieder". In der stärksten Liga der Welt sind rund 300 Spieler aktiv.

- Anzeige -

Der 37-jährige Rominger ist maßgeblich an der Entstehung der neuen Gewerkschaft beteiligt. Bereits vor Jahren wollte der Torhüter des TV Großwallstadt ein solches Organ ins Leben rufen, stieß allerdings nur auf geringe Resonanz. Rominger: "Die Idee war immer da, doch die Nationalspieler zogen damals nicht mit. Aber im Laufe der letzten Jahre sind die Belastungen immens geworden". Die Auswahlspieler können in einer Saison sogar auf knapp 100 Partien kommen. "Es muss einfach etwas passieren", fordert Rominger.

Ein Schlüsselerlebnis gab es vor einigen Monaten: Als die HBL einen Spieltag der neuen Saison auf den 1./2. Januar 2011 legte, regte sich Widerstand in Form einer Unterschriftenliste. "Nach zehn Tagen hatten wir die Listen von allen Vereinen zurück - komplett unterschrieben", berichtete Rominger, der neben seiner sportlichen Karriere als Architekt arbeitet.

In Spanien, Frankreich oder Dänemark sind die Handballer längst organisiert

Nationaltorhüter und Vorstandsmitglied Johannes Bitter (HSV Hamburg) meinte zu der Aktion: "Wir haben gesehen, dass wir etwas bewegen können." Der Spieltag wurde zwar nicht ausschließlich, aber auch auf Druck der Profis verlegt. Daraufhin trafen sich die Initiatoren mit erfahrenen "Gewerkschaftlern": In Spanien, Frankreich oder Dänemark sind die Handballer längst organisiert wie in Deutschland unter anderem die Fußballer oder die Basketballer.

Uns geht es nicht um Konfrontation, wir wollen Kommunikation.Marcus Rominger

Die HBL reagierte gelassen auf die neue Spielervereinigung, die in Aschaffenburg gegründet wurde, in Wiesbaden sitzt und derzeit eine Bürokraft beschäftigt. "Sicher birgt das auch Konfliktpotenzial. Aber ich begrüße die Gründung außerordentlich, weil es überfällig war, dass sich auch die Spieler als fundamentaler Bestandteil des Handballs eine Stimme geben. Dass sie ihre zum Teil wirklich berechtigten Forderungen auch formulieren", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dem SID.

Zusammen mit den europäischen Partnervereinigungen will GOAL, das sich in erster Linie durch Mitgliedsbeiträge finanziert, für die Rechte der Athleten eintreten. Geplant ist auch die Einrichtung eines Netzwerks, in dem die Mitglieder beispielsweise Hilfe bei Rechts- oder Steuerfragen bekommen können. Den Begriff Gewerkschaft hört Rominger übrigens gar nicht gerne: "Das Wort ist etwas negativ besetzt. Uns geht es nicht um Konfrontation, wir wollen Kommunikation."

24.08.10
 
- Anzeige -

Facebook

- Anzeige -

Schlagzeilen

Livescores Live

kicker-Sportmagazin

TV Programm

Zeit Sender Sendung
- Anzeige -

- Anzeige -