Eines ist bereits sicher, das Spiel wird Geschichte schreiben: "Es ist das erste Mal, dass ein Handballspiel in den USA live im Fernsehen übertragen wird. Ich erwarte mir deshalb einen großen Push für die Sportart", erklärte Horst-Dieter Esch. Der Deutsche ist der Aufsichtsratsvorsitzende des US-Handballverbandes. Seit Montag rührt das Team von Bundestrainer Heiner Brand in Chicago bereits die Werbetrommel.
Auf Initiative der Handball-Bundesliga (HBL) sowie des amerikanischen Verbandes ist es überhaupt zu diesem Duell gekommen. Zusammen mit Esch, der auch der bedeutendste Finanzier des US-Verbandes ist, war HBL-Aufsichtsratsmitglied Ralf Uhding seit einem Jahr mit diesem Promotion-Projekt beschäftigt. "Wir betreten Neuland und leisten in den USA Pionierarbeit. Das wird eine spannende Sache", sagte Uhding.
Neben der Verbreitung des Sports liegt die Motivation der HBL vor allem darin, den lukrativen amerikanischen Sportmarkt zu erobern und bestenfalls Fernseh- und Lizenzrechte dorthin zu verkaufen. Seit Anfang 2009 besteht eine Kooperation zwischen der HBL und dem US-Verband. Diese befasst sich mit einem kontinuierlichen Transfer von "Know-how" in Bereichen wie Marketing und Marken-Kommunikation sowie Organisation und die Ausbildung von Trainern, Schiedsrichtern und Nachwuchsspielern.
Bei der "Battle of Chicago" treten mit Polen und Deutschland zwei Mannschaften an, die zu den besten der Welt gehören. Für die Neuauflage des WM-Finals von 2007, das die DHB-Auswahl damals mit 29:24 (17:13) gewonnen hatte, nominierte Brand die 18 Spieler, die sich im Juni bei der WM-Qualifikation gegen Griechenland durchgesetzt hatten. Mit dabei ist auch wieder Kapitän Pascal Hens, nur Torhüter Johannes Bitter und Torsten Jansen (beide HSV Hamburg) fehlen. Das Zuschauerinteresse ist jedenfalls groß. In der Arena der Universität von Illinois rechnet man am Samstag mit rund 9000 Zuschauern - darunter fast 6000 in der Umgebung lebende Polen.
Auch wenn die Nationalspieler nach der langen Saison zuletzt kaum Zeit hatten, sich zu regenerieren, ist die Motivation dennoch groß. "Verlieren wollen wir gegen Polen auf keinen Fall", erklärte Kreisläufer Sebastian Preiß (Lemgo). Trotzdem kann eine gewisse Urlaubsatmosphäre nicht vollends bestritten werden, so reiste Oliver Roggisch mit fast 60 Kilogramm Tauchausrüstung als Sondergepäck an. Der Abwehrchef der Rhein Neckar Löwen kam direkt von Coco Island nahe der Galapagos-Inseln. Lemgos Spielmacher Michael Kraus dagegen hatte seinen Flug von San Francisco nach Chicago verpasst und kam es verspätet an.
Neben dem möglichen Imagegewinn erhofft sich Brand von der USA-Reise noch einen weiteren positiven Aspekt. Während dieser Woche will der Bundestrainer seine Mannschaft langsam auf die WM 2011 in Schweden (13. bis 30. Januar) vorbereiten. "Wir wollen das Beste aus dieser Reise herausziehen, an unserer Taktik feilen und das bei den Übungseinheiten festigen", sagte der Erfolgscoach.
| Zeit | Sender | Sendung |
|---|---|---|
| 06:15 | SKYBU | Fußball: Bundesliga |
| 07:00 | SP1 | Poker |
| 07:15 | SKYS1 | Fußball: DFB Pokal |
| 07:30 | SKYBU | Fußball: Bundesliga |
| 08:30 | SKYS2 | Golf - European Tour |