Mit einem knappen 29:28-Vorsprung aus dem Hinspiel im Rücken empfing der THW Kiel die Rhein-Neckar Löwen zum Viertelfinal-Rückspiel. Es sollte eine ganz knappe Angelegenheit werden. Zunächst waren die Zebras das bessere Team, doch die Mannheimer wussten sich zu steigern, mit 13:12 lag die Lindgren-Truppe zur Pause sogar in Führung. Die Löwen hatten einen 8:11-Rückstand in eine 13:11-Führung gedreht. Es war Keeper Thierry Omeyer zu verdanken, dass der THW nicht noch höher in Rückstand geriet.
Mitte der zweiten Halbzeit zogen die Kieler das Tempo wieder an und setzte sich mit drei Toren ab (23:20). Doch die Löwen ließen sich nicht abschütteln. Fünf Minuten vor Spielende glich der DHB-Pokalfinalist beim 27:27 noch einmal aus, ehe der THW die Weichen auf Sieg stellte. In Überzahl setzte sich Kiel auf 30:27 ab, am Ende stand es 31:30 für den amtierenden Meister von der Förde.
Überragender Werfer beim Champions-League-Sieger von 2007 war Rückraum-Ass Filip Jicha (9/3). Auf Seiten der Löwen traf der polnische Nationalspieler Karol Bielecki (6) am häufigsten.
Für den HSV reichte es dagegen nicht. Die Hamburger verspielten ihren Vier-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel bei Ciudad Real und mussten damit die gleiche Erfahrung verkraften wie Kiel im Finale des Vorjahrs: Den "Zebras" hatte im Hexenkessel der Quijote-Arena damals nicht einmal ein Fünf-Tore-Polster gereicht. Nach dem sensationellen 26:22-Sieg im Hinspiel, der ersten Niederlage der Spanier nach 38 Pflichtspielen, konnte der HSV eigentlich nur in der Anfangsphase mithalten, in der 18. Minute waren die Hausherren unter lautstarker Unterstützung erstmals mit fünf Toren weggezogen (10:5).
Obwohl beide Lijewskis mitwirken konnten - die Brüder waren bis kurz vor Spielbeginn fraglich -, fanden die Schwalb-Schützlinge keine Mittel gegen Reals Offensivmaschinerie, nach zwischenzeitlichem 8:18 (26.) verbesserte sich der HSV zumindest noch auf 11:18 bis zur Pause. Spannend wurde es trotzdem nicht mehr - dafür hektisch: Nach einer Rangelei mussten Julen Aguinagalde (Real) und Igor Vori (HSV) mit der Roten Karte vom Parkett (41.). Spätestens mit Alberto Entrerrios' Tor zum 35:26 rund 40 Sekunden vor Schluss konnten die Ciudad-Fans erleichtert jubeln. Endstand: 35:27 (18:11). Marcin Lijewski (vier Treffer) war vor 5800 Zuschauern der erfolgreichste Hamburger Werfer.
Damit ist mit Kiel nur ein deutscher Teilnehmer in Köln dabei, wenn am 29./30. Mai per Final Four der Champions-League-Sieger gesucht wird. Neben Ciudad Real reisen noch der FC Barcelona, der bei MKB Veszprem auch das Rückspiel gewann (34:33 nach 33:27), und Medwedi Tschechow ins Rheinland. Die Russen zitterten sich nach dem 32:27 im Hinspiel zu einer 33:37-Niederlage. Die Halbfinalpaarungen werden am 4. Mai ausgelost.
Tore THW Kiel: Jicha 9/4, Zeitz 6, Narcisse 6, Ilic 3, Ahlm 3, Sprenger 2, Klein 1, Lundström 1
Rhein-Neckar Löwen: Myrhol 8, Bielecki 6, Stefánsson 4, Müller 3, Gensheimer 3, Manojlovic 2, Groetzki 2, Gudjonsson 1, Tkaczyk 1
Zuschauer: 10 250 (ausverkauft)
Strafminuten: 10 / 12
Disqualifikationen: - / Manojlovic (56.)
Tore BM Ciudad Real: Canellas 7, Entrerrios 5, Abalo 5, Morros 3, Källmann 3, Garcia 3, Davis 2, Aguinagalde 2, Metlicic 2, Rodriguez 1, Fernandez 1, Jewdokimow 1
HSV Hamburg: Marcin Lijewski 4, Hens 3, Guillaume Gille 3, Lackovic 3, Schröder 3, Duvnjak 2, Vori 2, Lindberg 2, Krzysztof Lijewski 2, Jansen 1, Flohr 1, Bertrand Gille 1
Zuschauer: 5800 (ausverkauft)
Strafminuten: 8 / 10
Disqualifikationen: Aguinagalde (grobes Foulspiel) / Vori (3. Zeitstrafe)
| Zeit | Sender | Sendung |
|---|---|---|
| 21:35 | SP1 | Darts |
| 22:45 | SKYS1 | Wrestling: WWE |
| 22:45 | SKYBU | Fußball: Bundesliga |
| 23:00 | EURO | Poker |
| 23:35 | SKYS1 | Wrestling: WWE |