
"Wir wollen und werden uns nicht auf das Rückspiel verlassen, wir geben Vollgas", hatte Trainer Alfred Gislason vor dem Gastspiel des THW Kiel in der Mannheimer SAP-Arena versprochen - und sein Team hielt Wort! Beide Teams lieferten sich in der Neuauflage des Vorjahres-Halbfinals ein packendes Duell. Im ersten Durchgang scheiterten die Rhein-Neckar Löwen auch aus aussichtsreichsten Lagen immer wieder an THW-Torhüter Thierry Omeyer, der die Angreifer mit seinen Paraden zur Verzweiflung trieb. Mit einem Zwei-Tore-Vorsprung für die Kieler ging es in die Kabinen.
Nach dem Wechsel zog der THW zunächst auf vier Treffer davon und schien die Partie im Griff zu haben. Doch die Löwen, bei denen Bielecki, der insgesamt zehnmal traf, im Rückraum jetzt richtig heiß lief, drehten den Spieß mit fünf Toren in Folge um und gingen in der 48. Minute mit 21:20 in Führung. In einer dramatischen Schlussphase hieß der Matchwinner letztlich einmal mehr Filip Jicha. Seinem Ausgleich zum 28:28 ließ der Tscheche, mit neun Toren bester Kieler Werfer, Sekunden vor dem Abpfiff den Siegtreffer zum 29:28 folgen. Die Kieler, die ohne die verletzten Andersson und Palmarsson antraten, haben vor dem Rückspiel am kommenden Sonntag damit alle Trümpfe in der Hand.
"Es war klar, dass es ein sehr enges Spiel werden würde, und es ist kein großer Vorteil, dass wir hier mit einem Tor gewonnen haben", sagte Gislason und richtete seinen Blick bereits auf das Rückspiel: "Wir müssen auch in Kiel hundert Prozent geben, sonst hat der Sieg hier überhaupt nichts gebracht."

Ciudad Real war mit dem Nimbus der "Unbesiegbaren" nach Hamburg gekommen. In 37. Pflichtspielen konnte die Mannschaft von Trainer Talant Dushebajev nicht bezwungen werden, irgendwann hat aber jede Serie ein Ende. Und Ciudads tolle Serie riss eben beim HSV. Die Hamburger entzauberten die Iberer in einem dramatischen Match, das hohen Unterhaltungswert aufwies, und gewannen mit 26:22 (11:8). Zugleich war es der erste Sieg des HSV gegen Ciudad Real im sechsten Vergleich, so schieden die Hanseaten in den letzten beiden Jahren stets gegen den spanischen Spitzenklub aus.
Diesmal bietet sich der Mannschaft von Trainer Martin Schwalb nun die Chance, sich gegen den Angstgegner endlich einmal durchzusetzen. Das Polster von vier Toren ist zwar im Hinblick auf die enorme Heimstärke der Iberer nicht allzu groß, allerdings war der Sieg ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum erhofften Triple.
Zu Beginn der Partie war es ein Match, das vor allem von den jeweiligen Deckungsreihen bestimmt wurde, so waren nach elf Minuten gerade einmal drei Tore gefallen (1:2). Danach steigerten sich die Hausherren aber und erarbeiteten sich einen Drei-Tore-Vorsprung zur Pause. Im zweiten Durchgang hatte es den Anschein, als würde der HSV nun davon ziehen, die ersten drei Treffer gelangen dem Bundesligisten. Allerdings drehte der Titelverteidiger, bei dem Rechtsaußen Abalo heiß lief, danach auf und kam in der 24. Minute noch einmal gefährlich bis auf zwei Tore heran (21:19). In dieser Phase mussten die Schwalb-Schützlinge sogar mit zwei Mann weniger auskommen.
In der Schlussphase bekamen die Hamburger wieder Oberwasser und gingen wieder mit vier Toren in Führung. Vor 9321 Zuschauern avancierte dabei Torhüter Per Sandström, der früh für Johannes Bitter eingewechselt worden war, zum entscheidenden Mann. Mit starken Paraden zog der Schwede den Spaniern ein ums andere Mal den Zahn und war letztlich auch einer der Garanten für den Erfolg. Beste Werfer des Duells waren Hans Lindberg (HSV) sowie Luc Abalo (Ciudad Real) mit jeweils sieben Treffern.
Tore Rhein-Neckar Löwen: Bielecki 10, Myrhol 7, Gensheimer 3, Müller 3, Gudjonsson 2, Tkaczyk 2, Stefánsson 1
THW Kiel: Jicha 9/2, Zeitz 5, Sprenger 4, Ahlm 3, Narcisse 3, Klein 2, Ilic 3
Zuschauer: 13200 (ausverkauft)
Strafminuten: 8 / 8
Disqualifikation: - / -
Tore HSV Hamburg: Lindberg 7, Guillaume Gille 6, Vori 3, Jansen 2, Lackovic 2, Marcin Lijewski 2, Hens 2, Duvnjak 1, Flohr 1
BM Ciudad Real: Abalo 7, Canellas 3, Entrerrios 3, Fernandez 2, Garcia 2, Morros 2, Metlicic 1, Rodriguez 1, Dinart 1
Zuschauer: 9321
Strafminuten: 14 / 4
Disqualifikation: Jansen (3. Zeitstrafe)
| Zeit | Sender | Sendung |
|---|---|---|
| 19:00 | SKYS1 | X-treme |
| 19:00 | SKYBU | Fußball: Bundesliga |
| 19:30 | SKYS1 | Fußball: DFB Pokal |
| 19:30 | SKYS2 | Tennis: Wimbledon |
| 20:10 | SP1 | FIFA WM |