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11.03.2010, 21:55

Kiels Endspurt sitzt, HSV müht sich

Löwen geben sich keine Blöße

Am Donnerstag kamen die Rhein-Neckar Löwen zu einem lockeren Erfolg gegen Melsungen. Nach dem Sensationssieg in Hamburg wollte Gummersbach am Mittwochabend auch den Kielern ein Bein stellen. Eine Halbzeit sah es gut aus, doch dann zog der THW an und siegte letztlich souverän. Die Magdeburger machten es spannender - 33:32 gegen Düsseldorf. Der HSV schaffte mit Mühe gegen Berlin die Wiedergutmachung für die Gummersbach-Pleite.

Michael Müller gegen die Melsunger Daniel Tellander und Vladica Stojanovic
Die Lücke gefunden: Löwe Michael Müller gegen die Melsunger Daniel Tellander und Vladica Stojanovic.
© imagoZoomansicht

Mit Lemgo (24:29 in Lübbecke) hatte ein Kontrahent im die internationalen Starplätze am Dienstag gepatzt - so konnten die Löwen mit einem Sieg gegen Melsungen am Donnerstag drei Punkte zwischen sich und den TBV bringen. Das gelang ohne weitere Mühe. Die Gäste aus Melsungen hatten zu keiner Zeit eine reelle Siegchance, schon zur Pause führte die Lindgren-Truppe klar mit 19:11, am Ende sprang ein klarer 35:26-Erfolg heraus. Einmal mehr war Uwe Gensheimer prächtig aufgelegt, der Nationalspieler erzielte allein zehn Tore. Erfreulich auch das Liga-Comeback von Grzegorz Tkaczyk: Der Pole kam nach siebenmonatiger Pause wegen einer Knieverletzung wie schon zuletzt in der Champions League auf einige Spielminuten. Die Löwen haben nun gute Chancen, den zur Teilnahme am EHF-Cup berechtigenden Platz fünf zu halten.

Tabellenführer HSV Hamburg musste sich am Mittwochabend trotz Heimvorteils aber lange Zeit harter Gegenwehr der Füchse Berlin erwehren, ehe nach einer dramatischen Schlussphase der wichtige 34:32 (14:15)-Heimsieg unter Dach und Fach war. Im Fernduell zog Titelverteidiger THW Kiel nach: Der Rekordmeister nahm die schwere Auswärtshürde beim VfL Gummersbach und siegte nach einer taktisch disziplinierten und spielerisch starken Leistung 29:22 (15:14).

Dadurch bleibt die Tabellenkonstellation unverändert. Hamburg hat zwar weiter mit einem Punkt die Nase vorn, doch der Erzrivale von der Kieler Förde hat ein Spiel weniger absolviert und könnte demnächst wieder am HSV vorbeiziehen.

Das Hamburger Publikum traute seinen Augen nicht, denn die engagiert auftretenden Berliner brachten den Favoriten an den Rand einer Niederlage. Die Füchse spielten mit einer guten Abwehr und einem starken Torhütergespann. Der HSV, noch verunsichert von der herben Pleite gegen Gummersbach, fand nur über den Kampf in die Partie, spielerisch ließen Pascal Hens und Co. vieles offen. Beim 30:30 (56.) sah es nach einer Sensation aus, doch in einem packenden Endspurt hatte der HSV das Glück auf seiner Seite.

THW: Revanche für die Pokal-Schmach

Der THW revanchierte sich unterdessen für die Pokal-Schmach: Im Viertelfinale hatten die Oberbergischen den Rekordmeister mit 26:35 gedemütigt und dafür gesorgt, dass die Zebras erstmals seit 2003 nicht beim Final Four dabei sind.

Handball, Bundesliga: Drago Vukovic (Gummersbach, hinten) gegen den Kieler Filip Jicha
Nur im ersten Abschnitt in Schieflage: Der Kieler Filip Jicha gegen den Gummersbacher Drago Vukovic.
© imagoZoomansicht

Die Gummersbacher versuchten, den THW wie schon zuvor Hamburg mit einer offensiven 3:3-Abwehr zu Fall zu bringen. Doch die Taktik ging nicht auf. Die Kieler nutzten die Lücken und setzten sich schnell auf 5:1 (8.) ab. VfL-Trainer Sead Hasanefendic sah sich zu einer schnellen Auszeit genötigt. Diese zeigte Wirkung: Die Gastgeber kamen nach und nach heran. Das Top-Spiel wurde vor allem zu einem Duell der Torhüter: Der Kieler Thierry Omeyer und sein Gegenüber Goran Stojanovic boten herausragende Leistungen.

Doch auch Stojanovic konnte nicht verhindern, dass seine Vorderleute in der zweiten Hälfte in der Offensive den Faden verloren und der Meister mit einer abgeklärten Leistung den Auswärtssieg einfuhr. Überragender Akteur beim THW war neben Omeyer wieder einmal Filip Jicha, dem 13 Treffer gelangen.

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Trendwende für die Gladiators

Der SC Magdeburg feierte nach fünf Niederlagen in Serie mit dem 33:32 (16:16) gegen die HSG Düsseldorf den ersten Sieg unter Interimstrainer Sven Liesegang.


Statistik zu den Spielen

Rhein-Neckar Löwen - MT Melsungen 35:26 (19:11)

Tore für Rhein-Neckar Löwen: Gensheimer 10/5, Grötzki 6, Müller 6, Klimovets 5, Bielecki 4, Gudjonsson 1, Harbok 1, Myrhol 1, Prieto 1
MT Melsungen: Schöngarth 6, Klitgaard 4, Stojanovic 4, Vuckovic 3/1, Danner 2, Tellander 2, Vasilakis 2, Brovka 1, Karipidis 1, Tzimourtos 1
Zuschauer: 4815
Strafminuten: 6 / 6

VfL Gummersbach - THW Kiel 22:29 (14:15)

Tore für VfL Gummersbach: Pfahl 5/1, Vukovic 4, Zrnic 4/3, Schindler 3, Gunnarsson 2, Szilagy 2, Krantz 1, Lützelberger 1
THW Kiel: Jicha 13/4, Ahlm 6, Klein 3, Sprenger 3, Andersson 1, Lundström 1/1, Narcisse 1, Palmarsson 1
Zuschauer: 9053
Strafminuten: 12 / 10
Disqualifikation: - / -

SC Magdeburg - HSG Düsseldorf 33:32 (16:16)

Tore für SC Magdeburg: Weber 10/8, van Olphen 8, Wiegert 5, Jurecki 4, Kabengele 3, Böhm 2, Theuerkauf 1
HSG Düsseldorf: Sulc 10, Hegemann 9, Hribar 5/4, Asgeirsson 4, Fölser 3, von Gruchalla 1
Zuschauer: 3723
Strafminuten: 8 / 6
Disqualifikation: - / -

HSV Hamburg - Füchse Berlin 34:32 (14:15)

Tore für HSV Hamburg: Lindberg 10/6, Krzysztof Lijewski 9, Lackovic 5, Hens 3, Duvnjak 2, Jansen 2, Bertrand Gille 1, Guillaume Gille 1, Vori 1
Füchse Berlin: Laen 8, Kubisztal 6, Nincevic 6/4, Richwien 6, Bult 3/1, Strand 2, Karason 1
Zuschauer: 9135
Strafminuten: 8 / 10
Disqualifikation: - / -

11.03.10
 
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